Frage betreffend Diktate

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    • Frage betreffend Diktate

      Hallo allerseits

      Ich bin Schüler der 9. Klasse Realschule an einer Hörgeschädigtenschule. Und habe ne Frage betreffend Diktate.
      Also wenn wir Diktate schreiben, dann ist es so das unser Lehrer bei einigen Fällen wie z.B. "Dem Mädchen wurde Geld gestohlen." das "m" bei "dem" als Fingerzeichen zusätzlich macht. Also er sagt dem und macht dabei das Fingerzeichen.

      Nun frage ich mich is das erlaubt. Ich meine dadurch werden ja letztendlich Fehler vermieden.

      Ich habe meine Eltern schon gefragt die wussten es nicht und meinten ich solle mich mal bei einem solchen Forum anmelden und diese Frage stellen.



      EDIT: Sorry falsche Foren Ecke :roll:

      Liebe Grüsse Ep!Xx
    • Ich kenne mich weder mit Hörgeschädigten- noch mit Realschulen aus. Aber zumindest solange es sich nicht um eine staatliche Prüfung handelt (Mittlere Reife, Abitur, Quali), dann müsste eigentlich alles erlaubt sein. (Und selbst da mag es Sonderregeln geben.)

      Ich darf jedenfalls bei Prüfungen Hilfen jeder Art geben, die mir sinnvoll erscheinen, ob die Prüfungen benotet werden oder nicht. Das häufigste sind Worterklärungen bei Lesetexten, aber wenn ich bei einem Diktat etwas als Hilfe erkläre, dann steht mir das frei. Wenn ich das für sinnvoll halte. Ob das für euch gilt, kann ich überhaupt nicht beurteilen.

      Ein wichtiger Aspekt dabei ist, dass alle Schüler in gleichem Umfang von der Hilfe profitieren können. Sonst mag das vielleicht sinnvoll sein, ist aber kaum zu vermitteln.
      "Schlimmes geschähe dir da, mein Bester, wenn du nach Athen gekommen, wo in ganz Hellas die größte Redefreiheit herrscht, dann hier als einziger an ihr nicht teilhaben solltest. Aber setze auch dagegen: wenn du weitläufig redest und nicht das Gefragte beantworten willst, dass auch mir Schlimmes geschähe, wenn ich nicht weggehen dürfte, ohne dich zu hören." (Platon, Gorgias)
    • Müssen oder Können lernen ?

      LEHRER wird man dadurch, dass man miot mitreißendem Beispiel auf dem Weg vorausgeht, auf dem einem andere folgen wollen und sollen. Du scheinst nur Du-musst-Schule-Lehrer gewohnt zu sein; die führen einen - nicht nur beim Schreiben - immer auf den Weg des Müssens. Dein Lehrer hat meinen ganzen Respekt als Ich-kann-Schule-Lehrer, denn er führt Euch auf den Weg des Schreibenskönnens - sogar so gut und auffällig, dass jemand wie Du noch eine ganze Menge mehr als nur Schreiben dabei lernen kann.
      Dein Gedächtnis wird das so Gelernte als ICH KANN speichern; etwas Besseres kann keinem passieren. Jedesmal, wenn Du Dich erinnerst triffst Du a) kein Ich muss, b) ein ICH KANN und c) in dieser belebenden Qualität genau das, was Du brauchst. Gratuliere! Ich kannte übrigens die Mama eines Mädchens, das konnte die Gedanken seiner Lehrer lesen - und die dachten immer auch die Antwort, wenn sie etwas fragten. Welch ein Geschenk! GEISTESgaben sind dazu da, genutzt zu werden. Schon in der Bibel steht, dass man Talente nicht vergraben sondern ausgraben und mit ihnen wuchern soll.
      Franz Josef Neffe
      Franz Josef Neffe
      Immer wenn ich nichts im Kopf habe, ist die Gefahr besonders groß, dass mir was einfällt.
    • Re: Müssen oder Können lernen ?

      "Franz Josef Neffe" schrieb:

      LEHRER wird man dadurch, dass man miot mitreißendem Beispiel auf dem Weg vorausgeht, auf dem einem andere folgen wollen und sollen.


      Warum bist du dann nicht eigentlich Lehrer?

      Nele
      Isn't it enough to see that a garden is beautiful without having to believe that there are fairies at the bottom of it too? - Douglas Adams
    • Re: Frage betreffend Diktate

      Warum bist du dann nicht eigentlich Lehrer?


      Die Frage stellt sich mir auch. Offenbar ist Herr Neffe als Lehrer ausgebildet worden und bildet nun vielschichtig fort.

      <!-- m --><a class="postlink" href="http://www.coue.org/ichkannschule.htm">http://www.coue.org/ichkannschule.htm</a><!-- m -->

      HHmm, mir als Mutter fehlt es bei den Texten von Herrn Neffe immer am Konkreten. Vermutlich muss ich auch nur enthusiastischer vorleben.. :shock:

      Gruß

      Ubi
      Jeder nach seinen Möglichkeiten!
    • Re: Frage betreffend Diktate

      Und jetzt noch mal eine Frage an Herrn Neffe. Ich habe gerade noch mal Ihren ersten Beitrag zum Thema Dyskalkulie gelesen. Jetzt frage ich Sie ernsthaft: haben Sie noch nie ein Kind gesehen, dass bereits im Kindergarten Probleme hat, simultane Mengen zu erfassen und was dann in den nächsten Jahren über das zählende Rechnen nie hinauskommt? Das ist doch nicht nur eine Folge von langweiligem Matheunterricht? So eine Aussage finde ich schon fast sträflich, weil sie verhindert, dass man die Ursachen früh genug angeht.

      Wobei ich durchaus der Meinung bin, dass man Unterricht ansprechender gestalten kann, als das in manchen Schulen (auch auf Grund der Rahmenbedingungen) der Fall ist. Auch gibt es sicher gewisse Modediagnosen. Aber Schulschwierigkeiten allein auf unfähige Lehrer zurückzuführen scheint mir nicht der richtige Ansatz.

      Gruß

      Ubi
      Jeder nach seinen Möglichkeiten!
    • Bring mir konkrete Lösungsbeispiele, ich sage sie weiter!

      Ubi, ich weiß nicht, wie du zu der Unterstellung kommst, dass ich den Ursachen NICHT auf den Grund gehe. Wenn ich in der 4.Klasse ein Kind übernehme, das in der 3.Klasse vor Proben nachts eingenässt hat, und wo mir die Mutter - froh über die viel besseren Leistungen - berichtet, ihre Tochter habe zuletzt vor der Probe abends zuversichtlich gemeint: "Werden wir mal schaun, wie´s morgen wird, Mama!". Und wenn ein Junge zuvor immer eine 6 in Deutsch hatte, deswegen sogar einmal sitzengeblieben war, plötzlich erste fehlerfreie Diktate schreibt. Oder wenn Brigitte, die schon ein dreivierteljahr als nervenleidend in ärztlicher Behandlung war, plötzlich symptomfrei eine neue Entwicklung macht. Soll ich lügen und sagen, dass es diese und viele andere Erlebnisse nicht gegeben hat?
      Ich berichte sie doch seit 30 Jahren NIE GEGEN irgendjemand, ich berichte sie IMMER FÜR die Möglichkeit, dass immer etwas möglich ist. Warum nur, müssen manche Leute - die selber im Kampf GEGEN andere befangen sind - mir unterstellen, dass ich etwasw gegen Lehrer habe? Ich schreibe doch nur dafür, dass man endlich die SCHWACHSTELLEN GENAU anschaut und nicht wie bisher weiterwurstelt. Das viele gute Engagement vermehrt doch nur das Problem, solange die Weichen noch nicht auf eine gesunde Entwicklung aus dem Problem heraus gestellt sind. Dafür muss man aber den Finger auf den wunden Punkt legen. Nicht um zu verletzen sondern um das Problem bewusst zu machen. Das ist gegen niemand gerichtet.
      So. Und wenn jemand ganz genau nachprüft, was ich die letzten 35 Jahre geschrieben und gesagt habe, dann dürfte er immer wieder finden, dass ich den Weg erst selber gegangen bin, den ich als Lösungsweg beschreibe. Und meine Kritiker, die keinen Weg aus dem Problem kennen, sollen - so meine ich - erst einmal etwas konkret ausprobieren, ehe sie einem, der prinzipiell alles probiert, erzährlen wollen, was geht und was nicht. Dann hätte die Diskussion eine sachliche Grundlage. Ich werde nach wie vor von den Lösungen berichten, die ich konkret erlebt habe und die ich ggf. auch reproduziere. Ich habe nie jemand aufgefordert, mich zu kopieren, im Gegenteil! Mich würde es in jedem Fall heiß interessieren, von konkreten Problemlösungen zu erfahren, die man nachmachen und weiterempfehlen kann. Einziges Kriterium: Es muss wenigstens einmal konkret bei jemand das Problem gelöst haben.
      Mit herzlichen Grüßen
      Franz Josef Neffe
      Franz Josef Neffe
      Immer wenn ich nichts im Kopf habe, ist die Gefahr besonders groß, dass mir was einfällt.
    • Ich kenne keine zwei Menschen mit gleicher "Dyskalkulie".

      Danke für die Frage, Martin!
      Ich kenne keine zwei Kinder, bei denen "Dyskalkulie" gleich wäre. Deswegen ist "Dyskalkulie" für mich zunächst nichts weiter als ein (durchais beachtenswerter) Hinweis auf das, was hinter der "diagnostizierten Dyskalkulie" steckt. Das wichtigste ist mir deshakb die HINTERFRAGUNG; ich würde NIE aufgrund einer solchen "Diagnose" mit irgendeiner Fördermaßnahme loslegen.
      Zum Hinterfragen gehört, dass ich mir genauer ansehe, IN WELCHEM GEISTE Lehrer und Eltern mit dem Kind und seinen POTENTIALEN umgehen. Die Ergebnisse sind in den meisten Fällen alles andere als schmeichelhaft für die Erwachsenen. Sie streiten nicjht selten noch dafür, dass das Kind NICHT kann, wenn sein Können schon experimentell nachgwiesen ist. So tief wurzeln die gewohnten Ansichten in uns, so werden wir von ihnen bestimmt und so ahnungs- und hilflos sind wir ihrer SUGGESTIVEN WIRKUNG ausgeliefert: Wenn ich dieses Problem aufdecke, ist es nicht als Vorwurg gemeint sondern einfach als Beobachtung und Reflexionsangebot, das Freiheiten eröffnen kann. Im üblichen Umgang mit Fehlern sind wir aber gar nicht gewohnt, dass eine Information über unsere Schwachstellen vielleicht lebensrettend sein könnte; wir werden ja allzu oft von Vorgesetzten, die es selbst nicht können, unter Druck gesetzt und sind deshalb gegen etwas, was sich wie Kritik anhört, häufig allergisch.
      Das Kind selbst hat einen WEG INS PROBLEM HINEIN hinter sich, den man sich genauer anschauen kann, dann findet sich auch, ob und wo bei konkreten Maßnahmen das Problem danach größer oder kleiner wurde. Ich habe jahrelang Schülerakten untersucht - mit manchmal geradezu haarsträubenden Ergebnissen. Du brauchst dazu nur einmal als Beispiel die jeweils ersten Sätze eines jeden Zeugnisses eines jeden Schülers vergleichen. Das fämgt z.B. an mit: "Andi hat sich noch nicht richtig eingelebt." - "Andi hat sich immer noch nicht richtig eingelebt." an und geht dann über "Andi hat sich noch nicht richtig eingefügt." über "Andi hat sich immer noch nicht richtig eingefügt" bis zu "Andi ist zu gar nichts mehr zu bewegen." Klar, dass Andi u.a. auch Rechenprobleme hatte, als ich ihn mit 15 Jahren in der psychiatrischen Jugendklinik traf, und dass er inzwischen als "geistigbehindert" galt. Er verstand allerdings - anders als seine erschöpften Helfer - meine Pointen.
      Man hat viele Fehler mit Andi gemacht. Das war aber nicht das größte Problem. Das größte Problem war, dass nie einer etwas aus seinen Fehlern lernen wollte und dass man stattdessen nur immer Andis "Förderung" intensivierte.
      Ich für mich kann nur sagen, dass ich vor "Dyskalkulie" keinen Respekt habe; der ist für die jeweiligen Talente der Kinder reserviert. Und ich bin voll interessiert, mit diesen Talenten so weit wie möglich zu kommen. Muss ih dazu wirklich wissen, wie eines ihrer möglichen Probleme auf Griechisch heißt???
      Ich grüße herzlich.
      Franz Josef Neffe
      Franz Josef Neffe
      Immer wenn ich nichts im Kopf habe, ist die Gefahr besonders groß, dass mir was einfällt.
    • Re: Frage betreffend Diktate

      de.wikipedia.org/wiki/Kognitive_Verhaltenstherapie

      Ich habe bei dem blumigen Geschreibe von Herrn Neffe, bisher auch nicht viel Substanz erkennen können.
      Aber ich denke, das anders verpackt, die kognitive Verhaltenstherapie dahinter steckt.
      Also, nichts wirklich neues.
      Wir sind, was wir denken.
      Logisch...wenn ich mir laufend einrede bzw. eingeredet wurde, dass ich ein Matheversager bin, dann glaube ich das irgendwann selber und die Negativspirale setzt sich in Gang.
      Aber wie bei allen Problemen, gibt es nicht den Verursacher, sondern ist ein Zusammenspiel von vielem.

      Grundsätzlich gebe ich Herrn Neffe aber schon recht, dass es natürlich besser ist, den Kindern ein positives Selbstbild zu vermitteln und ein ich-kann förderlicher ist als ein ich-muss.
      parents
    • Re: Frage betreffend Diktate

      Hallo Herr Neffe,

      Ubi, ich weiß nicht, wie du zu der Unterstellung kommst, dass ich den Ursachen NICHT auf den Grund gehe.


      Ich habe diesen Eindruck gewonnen, nachdem ich Ihren "Ich-kann-Schule-Brief 1" gelesen habe. Ich bin völlig Ihrer Ansicht, dass Schüler mehr durch Ermutigung lernen als durch Entmutigung und dass vermutlich viel zu häufig entmutigt wird. Aber nach Lesen Ihres Textes kann man zu der Einschätzung gelangen, es läge eben nur an den Umständen, wenn es nicht klappt. Und das ist mir zu einfach. Und ich finde es auch gefährlich.

      In der Sache an sich liegen wir gar nicht so weit auseinander, denke ich mal, aber Kinder mit behandelbaren Schwierigkeiten brauchen frühzeitig Hilfe und diese zu suchen muss man die Eltern ermutigen. Wenn dann auch noch die Schule die Kinder ermutigt, dann ist da ja ein richtiger Weg.

      Gruß

      Ubi
      Jeder nach seinen Möglichkeiten!
    • Re: Frage betreffend Diktate

      Hallo Ubi,

      ich möchte deine Argumentation, dass die mathematische Fertigkeiten bzw. Dyskalkulie nicht nur von äußeren Umständen abhängen, sondern auch eine neuronal-anatomische Dimension haben, bestätigen. Hier ein paar sachdienliche Links:

      Das mathematische Gehirn

      Läsionsuntersuchungen im Parietallappen

      Gehirnentwicklung und Dyskalkulie

      Natürlich sagt die Tatsache eines neuronalen Korrelats der Dyskalkulie noch nichts über deren Prognose aus. Es ist jedoch ein wesentlicher Umstand, dass man weiß, auf welchem Fundament das Zahlen- und Mengenverständnis beruht. Die Tatsache, dass die Mathematik erst mit der Schule zum Allgemeingut wurde, bedeutet ja, dass die Evolution keine Chance hatte, das Jonglieren mit Zahlen an unseren Urahnen auszuprobieren. Wir müssen also davon ausgehen, dass das mathematische Denken auf Hirnbereiche zurückgreift, die für diesen Zweck nur "geliehen" werden, aber eigentlich für andere Aufgaben gemacht sind. Diese "anderen Aufgaben" im Parietallappen bestehen im wesentlichen in der räumlichen Orientierung. Wenn man als Pädagoge diese Umstände im Hinterkopf hat, sind möglicherweise die Wege zu einem Lösungsansatz zwar unkonventioneller, aber vielleicht auch kürzer. Noch mehr Übungsblätter mit noch mehr Aufgaben darauf werden nämlich mit hoher Wahrscheinlichkeit das räumliche Denken alleine nicht ankurbeln können...

      Gedanken zur Lernförderung

      Bei allen Ansätzen, die man ausprobiert, ist das positive Erleben des Könnens und des Erfolgs der Schlüssel für die weitere Motivation (das hat etwas mit dem dopaminergen Belohnungssystem zu tun, das die Kinder am Nachmittag beflügelt, an der Spielekonsole zum kognitiven Hochleister zu mutieren :wink: ). Ich gebe also Herrn Neffe auch Recht, dass das Erkennen der Förderrichtung entscheidend ist. Nur dazu braucht man so etwas wie eine grobe Orientierungshilfe für die Funktionsweise jenes Substrates, das ein Lehrer zu bearbeiten hat: Kindergehirne. In der Lehrerausbildung ist der Stellenwert für solche fundamentalen Grundlagen leider nicht besonders groß. Das führt dazu, dass ein jeder Lehrer in dieser Richtung als mutiger Autodidakt losgeschickt wird und so ungefähr vor seiner Pensionierung endlich weiß, wo der Hase läuft... Das ist natürlich nicht so effektiv. Vielleicht müsste man mal darüber nachdenken, die neuronalen Grundlagen der schulrelevanten Leistungen und auch jener der entwicklungs- und pubertätsbedingten Fußangeln in die Ausbildung zu integrieren. Mit den Bachelor-Studiengängen wird das aber nicht wirklich wahrscheinlicher, fürchte ich...

      @ Ep!Xx: Dein Lehrer weiß um diese Facetten offenbar schon wesentlich vor seiner Pensionierung... Spricht doch für ihn. :wink:

      Viele Grüße von Marius
    • Re: Frage betreffend Diktate

      Für mich ist "echte Dyskalkulie" etwas, was ich als "Normalo" nicht mehr verstehen kann.
      Na und etliche GS-Lehrerinnen haben eher keine vertiefte Ausbildng in Mathe-Didaktik.
      Wie sollen die mit sowas klarkommen? Fernkurs in Mathe-Sonderpädagogik?

      Bei einigen Kindern wird die Dyskalkulie pathologische Ursachen habe, irgendeine Art von basaler Fehlentwicklung weit vor der Einschulung.
      Und bei einigen Kindern mehr wird man unpassenden Matheunterricht wenn nicht gar ein unpassendes Schulsystem unterstellen dürfen.


      - Martin
      Chemie ist wenn es kracht und stinkt, Physik ist wenn es nicht gelingt.
    • Schisskalkulie

      Der Begriff "Dyskalkulie" beschreibt nur das vordergründige, oberflächliche Erscheingungsbild. Die "Fachleute", die mit diesen Begriffen jonglieren, können in der Regel nicht einmal Worte wie Mathematik, Diagnose, Dyskalkulie, Therapie usw. richtig erklären; sie sagen einfach das auf, was sie vom Papier herunter darüber übernommen haben. Wenn sie mit diesem "Wissen" auch nur ein Problem in ihrem Leben konkret gelöst haben, dann - so möchte man meinen - sollten sie davon doch berichten können.
      Warum also soll ich mir diesen "Misthaufen, bei dem keiner durchblickt" antun?
      Egal wie das konkrete Problem des konkreten Kindes auf Latein oder Griechisch heißt: Lösen müssen wir es mit seinen Kräften. Darum habe ich als Ich-kann-Schule-Lehrer aufgehört, "das Goldene Kalb zu umtanzen" und darum nehme ich achtsam Kontakt auf mit den Kräften, von denen ich etwas will.
      Oft stellt sich heraus, dass die "Dyskalkulie" einfach Schisskalkulie ist: die Kinder haben Angst, weiter in ihrer Würde verletzt, weiter bloßgestellt, weiter verachtet, weiter verspottet, weiter geringgeschätzt, weiter durch Förderzäune ausgerenzt zu werden. Das sind die gravierenden Probleme und die haben alle mit Mathe nichts zu tun. Und es ist geradezu zynisch, wenn man diese existenziellen Nöte mit Mathematikförderung beiseitedrängt. Das muss - wie man gut beobachten kann - die Probleme vergrößern. Darum sehe ich Dyskalkulie auch nie als Problem der Dummheit der Kinder aber oft als eine Folge der Dummheit der Erwachsenen, die verkehrt mit den Resourcen umgehen.
      Wenn wir nicht weiter Problemvermehrung betreiben wollen, dann müssen wir endlich hinschauen lernen und die tatsächlichen Probleme lösen und nicht die, die gerade auf dem Stundenplan stehen.
      Ich grüße herzhaft.
      Franz Josef Neffe
      Franz Josef Neffe
      Immer wenn ich nichts im Kopf habe, ist die Gefahr besonders groß, dass mir was einfällt.
    • Re: Frage betreffend Diktate

      Jetzt sollten wir mal die Kinder mit einer "echten" Dyskalkulie (Hirnfunktionsproblematik, s. Beitrag von Marius) von denen trennen, deren Leistungen in Mathematik schlecht sind, ohne dass da "etwas dahintersteckt." Ersteren wird man duch reine Ermutigung nicht helfen können. Im Gegenteil, sie werden immer wieder frustrierende Erfahrungen machen, wenn sie den normalen Grundschul-Mathematik-Weg gehen sollen und sei der Lehrer noch so Kind-zugewandt. Mit nicht-zählenden Rechenmethoden (z.B. farbigen Stäben <!-- m --><a class="postlink" href="http://www.lernspielkiste.de/shop1/product_info.php?products_id=214">http://www.lernspielkiste.de/shop1/prod ... cts_id=214</a><!-- m -->) kann man schon viel von dem Druck nehmen und für Erfolgserlebnisse sorgen. Da ist gezielte Förderung notwendig,

      Was die zweite Gruppe angeht, da mögen Sie Recht haben, dass man mehr die Stärken stärken sollte als die Schwächen zu betonen. In einem Schulsystem ohne Noten z.B.

      Gruß

      Ubi
      Jeder nach seinen Möglichkeiten!
    • Re: Frage betreffend Diktate

      "Franz Josef Neffe" schrieb:

      Wenn wir nicht weiter Problemvermehrung betreiben wollen, dann müssen wir endlich hinschauen lernen und die tatsächlichen Probleme lösen und nicht die, die gerade auf dem Stundenplan stehen.


      Lieber Herr Neffe,

      dieser Satz klingt gut. Das Geringschätzen grundlegender Einblicke in die Physiologie der Kindergehirne führt ihn aber wieder ad absurdum.

      Wir brauchen doch beides. Wir brauchen den erfahrenden Pädagogen, der in Tuchfühlung mit den Kinderseelen die Entwicklung zu eigenständigen Menschen mit bestmöglichen Perspektiven fördert. Und wir brauchen ein Gerüst aus Wissen, das vor Ort in der Schulklasse bei der Weichenstellung hilft. Ich plädiere stets dafür, diese beiden Kräfte zu bündeln, statt gegeneinander wetteifern zu lassen.

      Ich begleite so manchen Therapieansatz aus Sicht der wissenschaftlichen Beobachtung. Ich weiß um das neuroplatische Potential unserer grauen Zellen. Ich messe ja diesen Effekt durch Bilddaten. Ich weiß natürlich auch um die emotionale Dimension des Lernvorgangs. Kurz: Ich weiß ja, was Sie meinen. Und ich kann Ihnen versichern, dass die Aktivität des Nucleus accumbens, welche Sie im Focus Ihrer Bemühungen sehen (ohne dies aber genauer wissen zu wollen :?: ) ein potenter Katalysator beim Erwerb neuer Fertigkeiten darstellt.

      Aber warum sollte es denn falsch sein, im Wissen um so manche Eckdaten der Hirnphysiologie, bei Bedarf (ich sage dazu "differentialdiagnostisch") einen "Plan B" in der Hinterhand zu haben, wenn nun mal Limitationen durch Störfeuer des Limbischen Systems ausgeschlossen werden können?

      Erstauntes Nachfragen von

      Marius