Wenn Kinder plus und minus an den Fingern abzählen

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    • Wenn Kinder plus und minus an den Fingern abzählen


      Rechenschwäche betrifft oft Kinder mit Aufmerksamkeitsdefizit-Syndrom

      Guten Tag,

      ich bin der Leiter einer lerntherapeutischen Einrichtung für Diagnostik und Therapie der Rechenschwäche/Dyskalkulie in Braunschweig (Institut für Mathematisches Lernen) und wir verfolgen die Presse zum Thema. Hier ein Link zu einem Artikel zum Thema ADHS und Dyskalkulie: Wenn Kinder plus und minus an den Fingern abzählen (Gifhorner Rundschau vom 24.05.2008).

      Falls es Beratungsbedarf gibt, wir pflegen eine Liste von professionellen Einrichtungen für Beratung und Diagnostik bei Dyskalkulie/Rechenschwäche in Deutschland und Österreich unter der folgender Adresse: Rechenschwäche Dyskalkulie Therapiezentren. Schüler mit auffallend „unerklärlichen“ Fehlern beim Rechnen sollten auf eine mögliche Rechenschwäche untersucht werden. Hauptziel der Diagnose- und Beratungstätigkeit dieser Institute ist es, eine Dyskalkulie möglichst frühzeitig zu erkennen und zu beheben.

      Zudem sind wir Mitglied im Arbeitskreis des Zentrums für angewandte Lernforschung, einer gemeinnützigen GmbH. Diesen Arbeitskreis bilden sieben eigenständige Zentren aus Bonn, Braunschweig, Dortmund, Düsseldorf, Kassel, Köln und Osnabrück. Das Ziel des Arbeitskreises ist es, der Dyskalkulieforschung aus der Praxis heraus neue Impulse zu geben. Die beteiligten Zentren sind interdisziplinär arbeitende Einrichtungen zur Diagnostik, Behandlung und Erforschung der Rechenschwäche. In den Zentren werden derzeit ca. 1000 rechenschwache Kinder, Jugendliche und Erwachsene betreut.

      Mit freundlichem Gruß

      Dr. Michael Wehrmann
      Institut für Mathematisches Lernen (IML)
      Rechenschwäche Dyskalkulie Therapiezentrum
      Steinweg 4, 38100 Braunschweig
      Tel. 0531-121 677 50, Fax 0531-121 677 59
      E-Mail: info@zahlbegriff.de
      Homepage: http://www.zahlbegriff.de
    • Bitte ein konkretes Beispiel für Problemlösung !

      Es gibt Minister, die im Fernsehen mit den Fingern zählen. Warum traut sich da keiner, denen Dyskalkulie unterzuschieben?
      Und wenn Kinder - für Erwachsene - unerklärliche Fehler machen, dann ist es doch wohl an den Erwachsenen, etwas besser Erklären zu lernen, oder etwa nicht?
      Ich finde es gar nicht nett, dass wir so großen Aufwand für eine Rechenschwäche treiben, die wir fürs Geschäft mit einem griechischen Namen ausgestattet haben. Wo bleibt der Aufwand für das schwache Rechentalent, das Bekennen zur geschwächten Rechenstärke?
      Als Ich-kann-Schule-Lehrer habe ich das große Interesse nicht an den vordergründigen Schwächen, die sind nur Wegweiser zu den Stärken, die Stärkung brauchen. Was passiert denn, wenn sich alle nur immer für die Schwächen ins Zeug legen? Die Schwächen werden stark. Das ist z.B. mit der Lese/rechtschreibschwäche so, die seit dem KMK-Beschluss vom Aril 1978 gefördert wird - mit stolzem Ergebnis: Wir schreiben heute doppelt soviel verkehrt wie zuvor.
      Und was heißt schon Aufnerksamkeitsdefizit-Syndrom? Syndrom allein bedeutet aus dem Griechischen übersetzt "Zusammenlauf". Und da soll ich Respekt davor haben, wenn jemand nicht mehr weiß, als dass da viel zusammengelaufen ist??? Bloß weil man mit unverstandenen Fremdwörtern um sich wirft, lösen sich keine Probleme. Ich finde als Ich-kann-Schule-Lehrer, wenn einer ein Problem lösen kann, dann soll er doch mal ein konkretes Beispiel davon berichten. Wenigstens ein kleines konkretes Beispielchen für konkrete Problemlösung. Und wenn er keins hat, dann ist seine Theorie schlicht nicht ernst zu nehmen. Punktum.
      Und wenn ich mir sowas als Schüler Tag für Tag anhören müsste, dann würde ich sehr wahrscheinlich ganz anders reagieren als nur mit einem netten Aufmerksamkeitsdefizit. Wir sollten langsam mal lernen, unsere Ergebnisse im Zusammenhang von Ursache und Wirkung zu sehen und nicht immer alles, was uns nicht in den Kram passt und unsere Schwächen aufdecken würde, als "unerklärliches Problem" zu mystifizieren. Mit herzhaften Grüßen
      Franz Josef Neffe
      Franz Josef Neffe
      Immer wenn ich nichts im Kopf habe, ist die Gefahr besonders groß, dass mir was einfällt.