Wir sammeln: Was gefällt Euch am dt. Schulsystem nicht?

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    • Wir sammeln: Was gefällt Euch am dt. Schulsystem nicht?

      Wie im anderen Thread geschrieben, möchte ich hier Punkte und Vorschläge sammeln die nach Eurer Ansicht verbesserungswürdig am deutschen Schulsystem sind. Es würde mich freuen wenn die OHNE Angriffe und Vorwürfe von der einen oder anderen Seite (der hat aber dann un dann dies, die haben aber dann und dort jenes) geschehen könnte. Auch wenn ich kein Moderator bin wäre es schön, wenn Ihr meine Bitte nachkomen könntet.

      Also:

      dann fange ich mal an:

      1) Ich fände es sinnvoll die Ausbildung zum Lehrer von Anfang an mit vielen Praxisanteilen zu organisieren, damit man nicht erst im Ref. merkt (oder nicht) ob das wirklich DER Beruf ist. Damit verbunden sollte die Möglichkiet eines in der Wirtschaft anerkannten Abschlusses sein, damit man mit seinem ersten Staatsexamen nicht vor dem AUS steht falls einem der Beruf nicht liegen sollte.

      2) Halte ich ebenso eine städige Überprüfung des Lehrpersonals für sinnvoll. Vor allem ältere Lehrer könnten dringend einiges dazulernen. Dabei soll es aber nicht nur um Kontrolle, sondern auch um MOTIVATION und UNTERSTÜTZUNG gehen.

      3) Es müssen dringend Beratungsstellen für Lehrer eingerichtet werden.Wie gehe ich mit bestimmten Klassen/ Schülern um? und ähnliche Fragen sollen dort fachlich erörtert werden können. Dabei darf es nicht um: Wie? Sie haben Probleme?! gehen, sondern darum Probleme für Schüler UND Lehrer sinnvoll zu lösen. Ein Lehrer kann während und nach seiner Ausbildung nicht alles wissen, er braucht kompetente Anlaufstellen!

      Das war es erstmal....ich hoffe wir können -konstruktiv- noch viele Punkte sammeln.

      LG
      Sinfini
    • @ row

      Das halte ich für keine gute Idee. Je nach Arbeitsbelastung und je nachdem, ob man gerade eine gute Idee hat oder nicht, ist es schwer, jeden Tag in jeder Stunde klasse Unterricht zu machen. Das geht schlichtweg nicht - und wer nicht selbst 26 Stunden die Woche unterrichtet, sollte mich nicht eines Besseren belehren wollen.

      Was es aber in der Tat geben sollte, sind Kontrollbesuche der Schulbehörde - in England heißt das "Offstead". Ich war zufällig an einem staatlichen Internat, als die Inspektoren da waren. Natürlich war vieles Show - aber die Inspektoren waren eine Woche lang dort, haben sich die Lehrer mehrmals in verschiedenen Stunden angesehen. Dadurch konnte man Defizite, die man vorher monatelang oder jahrelang angestaut hatte, auch nicht innerhalb der "Vorbereitungszeit" nach Ankündigung des Besuchs der Inspektoren kompensieren.

      Wieso nicht also alle zwei oder drei Jahre eine solche Besuchswoche. Dann aber nicht, um Noten zu geben und zu sanktionieren sondern um zu optimieren, zu unterstützen und zu beraten.
      Ein gefeuerter Lehrer ist ein Hartz IV Empfänger mehr und die Kosten für seine Ausbildung wären auch verloren. Eine Kündigung würde ich nur bei anhaltender Erfolgslosigkeit, Beratungsresistenz oder -renitenz in Erwägung ziehen.

      Gruß
      Bolzbold
      Wer als Ar*** geboren wurde, der konnte doch nur Lehrer werden. ;)

      Ach ja: Wer in diesem Statement die Ironie findet, darf sie behalten. ;)
    • row-k, du hast recht, das sehe ich auch so. allerdings ist dann die frage was genau überprüft wird.

      ich denke es ist allen klar, dass man "show-stunden" wie sie im ref. gezeigt werden bei einer vollen stelle nicht ununterbrochen leisten kann. ich glaube nicht dass es dann der sinn sein kann zu überprüfen wieviele arbeitsformen in einer stunde dran kommen.

      wichtig ist hier die fachliche kompetenz und auch sowas wie der "draht" zu den schülern. reagiert man angemessen? etc. das ist ohnhin etwas das man nicht planen kann.

      weitere ergänzungen?


      mir fällt noch ein:

      Ggf. die Eltern mehr in die Pflicht nehmen. Sie sind dafür zuständig, daß Schüler pünktlich aufstehen. Sie sind auch dafür zuständig daß es vernünftige Arbeitsmaterialien (Hefte etc.) gibt. Viele Eltern sind da nicht so engagiert. Daher sollte es klare Regelungen und Konsequenzen geben. Als Lehrer ist man da etwas machtlos und kann nur zusehen oder ermahnen.
    • Sinfini, hast Du nur aus Lehrersicht gefragt, oder auch aus Elternsicht?

      Dann hätte ich auch etwas:
      VIEL zu große Klassen.
      Die frühe Selektion nach der Grundschule.
      Das relativ konzeptlose Einführen von G8.

      Mir viele noch einiges ein :wink:

      LG Milli
      Wir sind die, vor denen uns unsere Eltern immer gewarnt haben. :mrgreen:
    • ich habe aus aller leute sicht gefragt ;) ...darum geht es hier schließlich...oder? ich rechne schon damit, daß es vornehmlich um lehrerausbildung bzw. kontrolle gehen wird.

      aber alles was geändert werden müsste und euch einfällt schreibt doch bitte auf. vielleicht werden die diskussionen so auch mal in die andere richtung gelenkt und es geht nicht immer nur um die fähigkeiten der lehrer.

      gruß
      sinfini
    • Ein organisatorischer Vorschlag.

      Was an unserer Berufsschule gut funktioniert, ist, dass im Zentralcomputer alles "steht", auch die Zeugnisse mit Noten darin usw. Wir gehen dann an einen PC und geben nur noch die Noten mit weiteren Bemerkungen ein. Dann können die Zeugnisse gedruckt werden.

      Stundenplan und seine Änderungen, andere Termine usw. alles ist im Haupt-Computer gespeichert und kann von jedem eingesehen werden.

      Das einzige Manko, was die Noten betrifft, ist, dass wir die Klassenbücher nicht für schülerbezogene Daten nutzem sollen/dürfen (Datenschutz). Das behindert schon.
      Wie schön wäre es, wenn - wie im PC-System - jeder Kollege nur im Klassenbuch nachsehen könnte, um über Schüler bzw. Klasse im Bilde zu sein.
      Wenn man in einem Schüler den Wunsch weckt, zu lernen, dann wird er lernen, weil er es will.
    • Re: Wir sammeln: Was gefällt Euch am dt. Schulsystem nicht?

      "sinfini" schrieb:



      2) Halte ich ebenso eine städige Überprüfung des Lehrpersonals für sinnvoll. Vor allem ältere Lehrer könnten dringend einiges dazulernen.



      Warum vor allem (!) ältere Lehrer?

      Ich frage nur mal so ...

      Gruß

      Animagus
    • Ich denke daß auch ältere Lehrer durchaus neue Unterrichtsmethoden kennen lernen sollten.

      In einem Praktikum hab ich mal Stationenlernen gemacht...der Fachlehrer war schwer begeistert...fand das total spannend und wollte sehen ob es funktioniert. Ich finde einfach daß sowas nicht geht.

      Es gibt immer neue Methoden oder Erkenntnisse und man sollte sihc zumindest mal damit auseinander gesetzt haben.

      Gruß
      Sinfini
    • Dass es immer neue Methoden und Erkenntnisse gibt, heißt aber nicht, dass ALLE alten damit über Bord geworfen werden müssen, denn diese bilden in ihrer Gesamtheit den Grundstock einer einigermaßen funktionierenden Schule.

      Darum ein weiterer Vorschlag: Man sollte nicht immer wieder eine neue "Methoden-Sau" durch's Dorf treiben und diese zum allseeligmachenden Dogma erklären.
      Wenn man in einem Schüler den Wunsch weckt, zu lernen, dann wird er lernen, weil er es will.
    • Re: Wir sammeln: Was gefällt Euch am dt. Schulsystem nicht?

      "sinfini" schrieb:

      und ähnliche Fragen sollen dort fachlich erörtert werden können. Dabei darf es nicht um: Wie? Sie haben Probleme?! gehen, sondern darum Probleme für Schüler UND Lehrer sinnvoll zu lösen. Ein Lehrer kann während und nach seiner Ausbildung nicht alles wissen, er braucht kompetente Anlaufstellen!


      Ich empfinde eine Möglichkeit des Austausches als immens wichtig.
      Mancher hat eine kompetente Anlaufstelle direkt im Lehrerzimmer, andere haben (oder vielleicht besser hatten...?) sie im Internet gefunden.


      Eine Zeit lang war eine solche Anlaufstelle ein Forum.
      Leider kam dort tatsächlich Stimme wie "Wie? Sie haben Probleme?!"....

      lavenda
    • "sinfini" schrieb:



      Ich denke daß auch ältere Lehrer durchaus neue Unterrichtsmethoden kennen lernen sollten.

      In einem Praktikum hab ich mal Stationenlernen gemacht...der Fachlehrer war schwer begeistert...fand das total spannend und wollte sehen ob es funktioniert. Ich finde einfach daß sowas nicht geht.

      Es gibt immer neue Methoden oder Erkenntnisse und man sollte sihc zumindest mal damit auseinander gesetzt haben.



      Ich habe eigentlich nicht behauptet, daß es für ältere Lehrer nichts mehr gibt, was sie lernen könnten. Und selbstverständlich gibt es immer neue Methoden und Erkenntnisse, mit denen man sich auseinandersetzen muß.

      Du hast jedoch in deinem Beitrag von 17.02 Uhr geschrieben „vor allem ältere Lehrer könnten dringend einiges dazulernen“.
      Das impliziert, daß sie das „Dazulernen“ nötiger haben als die jüngeren. Und zu dieser Verallgemeinerung gelangst du, weil du mal im Praktikum einen Lehrer kennengelernt hast, der Stationenlernen nicht kannte.

      Na ja, nichts für ungut ...

      Gruß

      Animagus
    • "robischon" schrieb:


      1. @sinfini
      ich war ein ganz alter lehrer mit neuem konzept für den umgang mit dem lernen.
      2. @row-k
      ich hab unangemeldete besuche von schulräten für unhöflichkeit gehalten.
      wenn welche da waren (und bei mir kamen sie reichlich) hab ich keine show gezeigt, sondern meine arbeitsweise.


      Hallo Rolf!
      Ganz kurz 1. Das zeichnet Dich ja auch aus. Ist doch schön.
      zu 2. Auch das ist schön: "Keine show gezeigt".

      Aber: Wieso ist das eine Unhöflichkeit? Haben die Schulräte den Unterricht gestört? Ich frage das, weil Du ja wohl keine Angst vor Hospitationen hattest/hast.

      Gruß
      Björn
      Wenn man in einem Schüler den Wunsch weckt, zu lernen, dann wird er lernen, weil er es will.
    • Ich finde es wichtig, dass die Schüler möglichst angstfrei zur Schule gehen können.

      Dabei unterscheide ich eindeutig von Angst als (positive) Aufregung zB vor einer Arbeit oder das Kribbeln beim Zurückerhalten, und Angst davor, bloss gestellt oder lautstark beschimpft zu werden.

      Ersteres gehört zur Schule, das zweite sollte selbstverständlich sein........

      im Gegenzug bin ich gerne bereit:

      meine Kinder rechtzeitig, sauber, mit Frühstück im Bauch und mit ausreichender Ausstattung zur Schule zu schicken.

      an Elternabenden und anderen schulischen Veranstaltungen teilzunehmen

      in jeder Situation freundlich zu Lehrern zu sein

      auf Anfrage bei Ausflügen oder Veranstaltungen mit anzupacken


      Was die Anforderung an die Lehrkräfte betrifft, wäre ich für andere Ausleseverfahren (siehe anderer thread), regelmässige 360° Beurteilungen, nicht mit dem Ziel schlechte Lehrer aus zu sortieren sondern um festzustellen, welche Art Weiterbildung ratsam und nötig ist.
      Dazu schliesse ich bezgl. den unangekündigten Besuchen von Schulräten oder anderen Fachpersonen an. Ebenfalls sollen diese Resultate nicht in erster Linie der Selektion dienen sondern der Optimierung.

      Und vielleicht würde sich doch der eine oder andere schwierige Lehrer nicht so hemmungslos gehen lassen, wenn er jederzeit erwarten müsste, dass er Besuch kommt.


      lg,

      füchsle
    • Ich würde mir wünschen, dass die Kinder und ihre Entwicklung ein wenig mehr im Mittelpunkt stünden. Motiviert werden. Gefördert werden. Vielleicht so wie im Leistungssport.

      Das angelsächsische System zur Berufsfindung gefällt mir gut.

      Die starke Einbindung der Eltern, um einen adäquaten Bildungsabschluss zu gewährleisten, gefällt mir nicht. Schon wegen der Chancengleichheit. Und wenn, dann bitte wenigstens Unterstützung durch die Schule.

      Grüße Enja