Wie geht ihr damit um?

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    • "Was ich schon gehofft hatte, war, dass Menschen, die sich ständig live (und nicht nur theoretisch) mit dem Thema HB beschäftigen, vielleicht etwas wissen, was die Fachliteratur und / oder eingeladene Experten nicht sagen können."

      Eigene Erlebnisse kann man natürlich auch nicht verallgemeinern. Da muss man schon auf die Arbeiten der Experten zurückgreifen, die ihre Erkenntnisse schließlich aus der Praxis beziehen.

      Vielleicht schreibst du mir per PN wer eure Experten waren. Dann kann ich mir das eher vorstellen und versuchen, es einzuschätzen.

      Hochbegabte Oberstufenschüler, die kaum noch zu irgendetwas zu bringen sind, sind ein großes Problem. Solange sie wenigstens noch weiter zur Schule gehen, ist ja noch nicht alles verloren. Sie einfach in ihrem Elend verharren zu lassen, ist nicht mein Ding. Ich versuche immer, sie da rauszuholen. Wir arbeiten daran auf mehreren Wegen. Viel hilft immer, ihnen die passenden Kontakte zu anderen Jugendlichen zu vermitteln, die Wege für sich gefunden haben.

      Wenn man sozusagen maßgeschneiderte Fortbildungen organisiert, kann ich im Grunde nicht verstehen, warum das so schief geht. Da habt ihr doch sicher vorher abgesprochen, was ihr hören wolltet. Ein Kollegium, das die einschlägige Literatur schon studiert und diskutiert hat, finde ich eindrucksvoll. Das hat man selten.

      Auf der anderen Seite habe ich auch schon erlebt, dass jemand zu einer Veranstaltung über Förderung im Kindergarten kam und sich hinterher beklagte, dass man ihm keine ultimative Lösung für die Grundschule geliefert hatte.

      Die Expertenmeinungen zum Thema HB und Mobbing habe ich vorhin nachgeschlagen. Ich bin jetzt aber zu müde. Ich stelle es dir morgen zusammen.

      Grüße Enja
    • "Enja" schrieb:

      Viel hilft immer, ihnen die passenden Kontakte zu anderen Jugendlichen zu vermitteln, die Wege für sich gefunden haben.


      Da ist sicher etwas dran. Deswegen sind ja auch im Studium Peergroups (wie man heute so schön sagt) so wichtig. Ich war froh, dass mich eine Stipendienorganisation gefördert hat. Irgendwie bewies mir das, dass ich so dumm ja nun doch nicht sein konnte. Mittelstufe war total schwierig (heute würde man es Mobbing nennen), Oberstufe deutlich besser. Studium war gut. Vielleicht muss man auch so Hoffnung machen.

      Berichte aus der Praxis sind, wenn es denn Elternberichte sind, immer sehr persönlich und eignen sich nicht so gut für Foren. Fragen per PN werde ich gerne beantworten, wenn es denn hilft.

      Gruß

      Ubi
      Jeder nach seinen Möglichkeiten!
    • Erstmal danke für die antworten!
      sind ja ganz schön viele geworden hätte ich nicht gedacht.
      Manche Psotings hätten echt von mir stammen können und es war auch im allgemein ganzt interessant eure Meinungen zu lesen.
      Das Problem mit mobbing hatte ich auch oft, in letzter zeit jedoch immer häufiger von Lehern aus...vielleicht ksnn mir der eine oder andere da weiterhlefen.
      Ein total negative Meinung zu Hochbegabten gab es (noch) nicht. Ist schön zu sehen, sowas ist mir noch nie passiert.
    • Hallo,

      habe mal bei den einschlägigen Experten zum Thema Mobbing nachgeschlagen. Allzusehr im Vordergrund steht das Thema nicht.

      Die Beliebtheit von Kindern und Jugendlichen steigt nach einschlägigen Studien mit der Intelligenz. Prof. Rost kommt deshalb zu dem Ergebnis, dass HBs eher beliebter sind als andere und weniger Probleme mit ihrem Umfeld haben.

      Monika Jost sieht das im Grunde genauso. Die Ratschläge, die sie gibt, unterscheiden sich nicht von den üblichen Vorgehensweisen bei Mobbing.

      Aiga Stapf sieht das nur mit Vorbehalt so. Rundum beliebte Kinder müssen noch längst nicht ihre Situation positiv einschätzen.

      In den Leitfäden zur Beratung kommt Mobbing dagegen sehr umfassend vor. Dort werden auch sehr konkrete Ratschläge gegeben. Deren Übermittlung natürlich die Möglichkeiten so eines Forums überfordert. Erwartungsgemäß kommen Mobbingfälle in der Beratungspraxis auch sehr häufig vor. Allerdings gibt es meist begleitend noch wesentlich gravierendere Probleme, so dass dem Mobbing nicht sehr viel Beachtung geschenkt wird.

      Der Isolation der hb Kinder in der Schule wird meist der Ausbau von Netzwerken in der Freizeit entgegengesetzt. Da bilden sich mit der Zeit Gegenwelten. Kinder, die solche Möglichkeiten haben, leiden häufig still vor sich hin.

      Frau Stapf empfiehlt als Gegenmaßnahme im Grunde den Schulwechsel. Die Suche nach einem geeigneten schulischen Umfeld ist nach ihrer Ansicht Elternpflicht. Leicht ist das nicht.

      Unsere eigenen Erfahrungen sind unterschiedlich. Klassen, in denen die Mitschüler überhaupt keine Leistungsbereitschaft zeigen, hatten wir nie lange. Daran ist durchaus zu rücken. Unser Problem war immer wieder Lehrer-Mobbing. Dagegen ist im Grunde kein Kraut gewachsen.

      Je älter die Kinder werden, desto mehr muss man auf "Schule ist nicht so wichtig" setzen und Alternativen schaffen. Trotzdem werkeln natürlich alle dran, einen erträglichen Abischnitt hinzukriegen. Einfach ist auch das nicht. Die Arbeitsweisen der meisten hb Kinder kollidieren mit den üblichen Vorgehensweisen. Häufig müssen sie also die Unterrichtszeit absitzen und sich dann den Stoff selber beibringen.

      Nach meinem Erleben entspannt sich vieles mit dem Verlassen der Schule. Sogar gesundheitliche Schäden klingen ab.

      Grüße Enja
    • "Enja" schrieb:

      Der Isolation der hb Kinder in der Schule wird meist der Ausbau von Netzwerken in der Freizeit entgegengesetzt


      Chöre, Musikgruppen, Pfadfinder, Feuerwehr, Sport, Pferdehöfe...

      Stimmt schon. Bei mir war's der Musikverein. Trotzdem war die Mittelstufe übel. Ohne den Verein wäre es gar nicht gegangen. In der Oberstufe wurden viele vernünftiger, andere Schüler, die Lehrer und ich. Im Unterricht habe ich meist parallel gelesen oder gestrickt. Zwei Geschichts-GK nebeneinander belegt, alles an Sport mitgenommen, was so ging und mich mit Nachhilfe bei den Mitschülern beschäftigt (bin jetzt noch stolz auf die Note 3, die zwei davon im GK Mathe dann hinbekommen haben). Zum Super-Abi hat es trotzdem gereicht.

      Und das Studium war dann problemfrei (abgesehen davon, dass ich so gar keine Lerntechniken kannte und daher kurz vor dem Vordiplom mal heftig kämpfen musste). Hat sogar richtig Spaß gemacht.

      Gruß

      Ubi

      P.S. Dass besonders intelligente Menschen besonders beliebt sein sollten, erscheint mir "gefühlt falsch". Woran hat Prof. Rost das denn fest gemacht??
      Jeder nach seinen Möglichkeiten!
    • "oh-ein-papa" schrieb:

      Einige mitlesende Lehrer werden jetzt eine total negative Meinung über die Rechtschreibleistung von Hochbegabten haben. :twisted:

      - Martin


      Hey wenn man jahrelang mit ICQ chattet vergisst man das mit der Groß- und Kleinschreibung schonmal :lol: Ich geb mir zwar Mühe aber manchmal vergesse ich es halt.
      Von Kommatas mal ganz zu schweigen :roll: