Wie geht ihr damit um?

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    • "aber sie helfen nix, wenn die Klasse sonst voll von abschwächelnden ums-Überleben-Kämpfer ist, die einen echten Hals kriegen, wenn jemandem was zufliegt."

      Da würde ich mal sagen, das Kind sollte die Schule wechseln. Sonst wird das nichts.

      Ansonsten denke ich, dass das Mobbing nicht einfach nur der Not auf tolle Noten ist. So toll sind die ja meistens gar nicht. HBs machen mit einem Schnitt von 2,3 ihr Abi. Hat Prof. Rost herausgefunden.

      Andere schaffen das wesentlich besser, ohne Mobbing-Opfer zu werden.

      Wie man damit umgeht? Genauso wie man das auch sonst mit Mobbing macht. So wesentlich sind die Unterschiede gar nicht.

      Eines meiner Kinder wurde von Klasse 5 bis Klasse 8 massiv gemobbt. In Klasse 9 bekam es dann eine KL, die das Mobbing auf ein bis dahin ungeahntes Niveau brachte. Das bewirkte, dass das Mobbing durch die Klassenkameraden endete. :D

      Wenn du dich ernsthaft mit diesem Themenkreis befassen möchtest, werden ein paar Foren-Postings nicht helfen. Da ist Fortbildung angesagt.

      Grüße Enja
    • Die Fortbildungen (Plural!) hatt ich schon längst. Da hat man dazu auch nix wirklich erfahren. Was Hochbegabung ist und wie es sich auswirkt - okay, das wusste ich zu dem Zeitpunkt schon lägst. Und dann, als ich konkrete Hinweise für (bzw : gegen) mobbing haben wollte, kamen halt die Phrasen, die man immer so hört - was Konkretes weiß offensichtlich keiner.

      Vermutlich heißt es dann, das waren wohkl nicht die richtigen Fortbildungen.. :wink: - und sich in Forn dafür interessieren bringt auch nix - tja...

      Irgendwie ist es schon etwas frustrierend, wenn alle wissen, dass "die Lehrer" mal hätten was tun müssen, aber keiner sagen kann was konkret. Wie mein Schüler ja auch schon sagte...
    • "oh-ein-papa" schrieb:


      Aber gut, ich persönlich halte Fleiß(=Motivation?) bei durchschnittlicher Intelligenz in unserem Schulsystem für risikoärmer und erfolgversprechender als hohe Intelligenz bei durchschnittlichem Fleiß (der dann schnell erlahmen kann).


      Martin, da stimme ich dir vollkommen zu. Ich erlebe das gerade. Der "durchschnittliche Fleiß" erlahmt nicht nur, er versiegt (zumindest bei uns) in der Pubertät vollkommen. Weniger geht wirklich nicht mehr. Bisher ist man ja mit minimalem Fleiß auch durchgekommen - warum sich jetzt anstrengen? :twisted:
      Viele liebe Grüße
      Strelizie
    • "Meike" schrieb:


      Irgendwie ist es schon etwas frustrierend, wenn alle wissen, dass "die Lehrer" mal hätten was tun müssen, aber keiner sagen kann was konkret. Wie mein Schüler ja auch schon sagte...


      Ich denke, man kann auch keine pauschalen Rezepte erarbeiten. Jeder Mensch ist anders. Wenn in einer Fortbildung vermittelt wird, Schüler mit Hochbegabung seien so oder so zu behandeln kommst du an einen Schüler, der genau mit dieser Art nicht zurecht kommt. Was dann?
      Viele liebe Grüße
      Strelizie
    • Hallo Meike,

      was für Fortbildungen (im Plural) hast du besucht? Zum Thema HB und Mobbing gab es nicht allzuviel. Und nichts in Hessen, wenn ich mich recht erinnere. Warst du in Bensberg?

      Wenn du zu dem berühmten Vortrag "HB for absolute Beginners" gehst, in dem erklärt wird, was HB ist, wirst du den Rahmen sprengen, wenn du Rezepte gegen Mobbing suchst.

      Wenn man mehrere Fortbildungen besucht, sollte man gucken, dass die sich ergänzen. Ich weiß, dass das schwierig ist.

      Momentan ist in Hessen zu Mobbing und HB nichts im Angebot. Im letzten Jahr auch nicht.

      Grüße Enja
    • Zum Thema Mobbing gibt es immerhin 24 Angebote. Zwar kein Vergleich mit den vielen vielen zum Thema "Ich entspanne mich", aber immerhin. Das wäre möglich.

      Wenn man das speziell in Bezug auf HBs ergründen möchte, muss man sich nach RLP orientieren. Die sind da im Moment am weitesten.

      Grüße Enja

      Das hier wäre noch ein Artikel dazu:

      <!-- m --><a class="postlink" href="http://www.dghk.de/laby79/79_mobbing_jost.pdf">http://www.dghk.de/laby79/79_mobbing_jost.pdf</a><!-- m -->

      Bei speziellem Bedarf lohnt sich die Kontaktaufgabe mit Monika Jost.
    • Ich habe gar keine FB besucht, wir (i.e. die Beratungslehrer) hatten damals die Referenten / Fortbildenden eingeladen (woher die kamen, weiß ich nicht mehr, jedenfalls weit her - wir mussten nach einem Hotel gucken). Es waren FB zum Thema HB, nicht zum Thema mobbing derselben - allerdings war das unser Anliegen, da wir uns zum Thema HB an sich schon selbst schlau gemacht hatten, und als Beratungslehrer ist halt nun mal der worst case (es wird bereist gemobbt) unser Arbeitsfeld. Da gab es wenig Hilfe. Dafür ausführliche Definitionen und Statistiken. Naja.

      Die einschlägigen Rezepte gegen mobbing im Allgemeinen sind Beratungslehrern hinreichend bekannt und - da wir monatliche Fortbildungen haben, auch ein paar mehr als dem "Normalfortgebildeten". Das spezielle Neidproblem, das unserer Meinung nach schwieriger in den Griff zu bekommen ist als das "mit gefällt deine Nase nicht"-mobbing, weil es existentiellere psychologische Schienen berührt, ist mir weder bei den HB- noch bei den mobbing-Fortbildungen begegnet, jedenfalls nicht als das Thema "Umgang mit". Das es existiert, wurde öfter erwähnt - ach!
    • "Meike" schrieb:

      Wie man's wirklich verhindern kann, sagt einem aber - jendseits der Phrasen - auch keiner. Leider noch nicht mal die Hochbegabten selber.


      eigentlich das selbstverständlichste aber auch einfachste ist, wenn sich der Lehrer selber nicht am mobbing beteiligt. So richtig hammermässige Probleme mit Krankheit und langen Fehlzeiten in Folge mobbing hatten wir nur, wenn sich Lehrer selber am mobbing beteiligten. Da reicht einer in einem Nebenfach und die Schule ist Hölle.

      Ich kann verstehen, dass es frustrierend ist, wenn Hilfe (selbst auf nette Art) abgelehnt wird. Aber ich kann verstehen, dass es am einfachsten ist, möglichst nicht aufzufallen und wenn man auffällt, dann zumindest von den Lehrern keine Extrabehandlung erfährt.


      lg,

      füchsle
    • Nein Füchsle, das Ablehnen der Hilfe frustriert mich nicht, das ist okay - Schüler tun das manchmal aus ganz eigenen Gründen. Frustrierend finde ich es, einem jungen Menschen nicht helfen zu können, der unglücklich ist. Noch frustrierender find ich es, wenn man einem jungen Menschen, der unglücklich ist, nicht helfen kann und hinterher heißt es "Ja, da hätte doch einer was machen müssen!".
    • Hallo Meike,

      wenn Lehrer bereit sind, sich fortzubilden und das so in die Hose geht, finde ich das natürlich besonders schrecklich. Ihr hattet also ein spezielles Problem, habt euch von weither jemanden eingeladen (obwohl sich die hessischen Experten wirklich um die Ecke finden) und die sind dann auf eure Fragen nicht eingegangen. Vermutlich hat der Spaß auch noch ordentlich gekostet. Schlimmer geht eigentlich nimmer.

      Wobei es, meiner Erfahrung nach, wirklich nichts bringt, so eine Fragestellung isoliert zu betrachten, ohne sich mit den Grundlagen des Problems zu befassen. Auch ich werde häufig gefragt, ob ich nicht diesen ganzen Kram, den ich da in der Gegend verbreite, mal auf einer halben DIN A 4-Seite zusammenfassen könnte. Ein ganzes Buch zu lesen, habe man keine Zeit. Und dann bitte eine kurze Gebrauchsanweisung, die alle Probleme löst.

      Das geht halt nicht.

      Nachwuchslehrer müssen sich jetzt umfassend damit beschäftigen. Dass das zu Zeiten von Studium und Referendariat der heute tätigen Lehrer nicht der Fall war, lässt sich nun nicht durch einen Vortrag ersetzen.

      Grüße Enja
    • Hallo,

      ich kann es eigentlich auch nicht so recht beschreiben, das begabungsfreundlich Klima. Da ich aber mittlerweile den Vergleich habe, ist bei mir der Eindruck, dass es eher die Summe kleiner Dinge ist. Und ein Schulleiter, der sich nicht vor dem Thema fürchtet (und da gibt es immer Gegenwind, hauptsächlich von Eltern).

      Auf jeden Fall geht es in dem mir bekannten positiven Fall mit viel Aufwand zum Punkt "soziales Lernen" einher. Es wird nicht weggeschaut und nicht erklärt "dass Kinder das schon unter sich ausmachen müssen". Es wird viel diskutiert. Kinder bekommen Rückmeldung darüber, wie sie wirken, was Verhalten auslöst etc. Ist allerdings der Grundschulbereich. Ob sich das übertragen lässt?

      Gruß

      Ubi
      Jeder nach seinen Möglichkeiten!
    • Ja und nein.

      Der Umgang mit HB-Mobbing zum Beispiel ist eigentlich kein anderer als der mit Mobbing in anderen Fällen. Nur hilft es natürlich, sich zunächst mal mit den Besonderheiten dieser Kinder zu befassen. Einfache Rezepte auf eine Frage hin, werden bei komplexen Problemstellungen selten zu finden sein.

      Bei Lehrern ist zum Beispiel das Problem, dass sie häufig gar nicht merken, dass sie am Mobbing teilnehmen oder es auslösen. Um das anzugehen, brauchte es dann schon ein ausführliches Seminar.

      Irgendwie klingt zum Beispiel ja auch in diesem Thread durch, dass die Kinder eigentlich selber schuld haben und man deshalb - leider, leider - nichts machen könne.

      Grüße Michaela
    • "Enja" schrieb:

      Irgendwie klingt zum Beispiel ja auch in diesem Thread durch, dass die Kinder eigentlich selber schuld haben und man deshalb - leider, leider - nichts machen könne.


      Das habe ich jetzt eigentlich nicht so empfunden. Eher, dass man etwas ratlos ist. Und da gebe ich dir Recht. Mit einem Vortrag ist das nicht zu ändern.

      Eine Mutter beendete mal das Mobbing (Mittelstufe) mit: "Wieso, die ist doch ganz nett." Und strahlte es irgendwie aus, dass sie es gar nicht gut fände, wenn ihre Tochter sich weiter an der Ausgrenzung beteiligen würde. Aber die hatte so eine natürliche Autorität, die man anerkannte, ohne sich an ihr zu reiben. Es ist ja auch oft die Zusammenarbeit zwischen Elternhaus und Schule notwendig. Was nutzt ein gutes Schulklima, wenn es im Bus wieder schiefgeht.

      Außerdem müssen Kinder erst einem Kritikfähigkeit einüben. Dass man das Verhalten kritisiert und nicht die Person.

      Gruß

      Ubi
      Jeder nach seinen Möglichkeiten!
    • Schulen reagieren oft mit "bei uns gibt es kein Mobbing". Schulen, die das zugeben, sind schon einen Schritt weiter. Schulen, die öffentlich zugeben, dass es bei ihnen mobbende Lehrer gibt, habe ich noch nicht getroffen. Das ist wohl zuviel verlangt. Vermutlich wären sie dann auch zur Abhilfe verpflichtet.

      Unsere H-Schule war davon überzeugt, dass es immer und überall Mobbing gibt. Wenn es denn nun auftrat, empfahl man, die Schule zu wechseln. Tatsächlich gab es aber häufig Lösungen. Die wurden im Grunde in intensiven Gesprächen mit allen Beteiligten gefunden. Für HBs gab es kein Extra-Angebot. Danach hat auch nie jemand gefragt. Ich käme zum Beispiel auf den Gedanken auch nicht.

      Schüler in der Oberstufe kommen entweder sowieso klar - Mobbing entsteht auch für HBs nicht zwingend, sonst könnte man sie ja dran erkennen - oder haben sich dran gewöhnt bzw. eigene Taktiken entwickelt. Eine wirklich leistungsfeindliche Athmosphäre an einer Oberstufe wäre für mich übrigens ein Grund, wirklich eine andere Schule zu suchen. Die Normal-Version ist schon schlimm genug.

      Wenn sie in die Oberstufe kommen, haben HBs schon 10 Jahre Unterforderung hinter sich, viele auch 10 Jahre Mobbing. Sie glauben dann nicht mehr an Abhilfe, da sie und ihre Eltern meist alles Menschenmögliche schon versucht haben.

      Wir halten es auch so: Understatement, Mimikry und außerschulische Förderung. Wenn man seine Begabung verstecken muss, ist es übrigens gar nicht so einfach, einen guten Abschluss zu erreichen. Das erfordert schon eine Menge an Diplomatie und Taktik.

      Es mehren sich deshalb nicht von ungefähr die Schulabbrüche von HBs kurz vor dem Abi. Rational betrachtet, ist das natürlich das Schlimmste, was sie machen können, aber sie sind einfach am Ende ihrer Kräfte. Der Wiedereinstieg ist dann gar nicht so einfach. Und Förderprogramme gibt es auch eher für das andere Ende der Gauß-Kurve.

      Noch dramatischer ist die Situation, wenn Kinder vor Beenden der Schulpflicht an diesem Punkt sind. Das sind dann die sogenannten "Schulverweigerer". Dass auch Informationen über Programme und Konzepte für solche Kinder für Lehrer irrelevant sind, habe ich gerade schriftlich bekommen.

      Das ist genauso schmerzhaft wie, wenn man immer wieder hören muss "Um Ihr Kind kann ich mich nicht kümmern". Solche Sprüche zu unterlassen, fände ich zum Beispiel an einer begabungsfreundlichen Schule schon mal gut.

      Grüße Enja
    • Grundsätzlich sind wir in Deutschland eine leistunsfeindliche Gesellschaft. Uns erfreut immer mehr das Scheitern als der Erfolg (wenn man vom Sport mal absieht). Wir blicken mit Neid auf diejneigen, die etwas haben (sei es intellektuell oder materiell) und können damit nicht umgehen.

      Das fängt natürlich im Elternhaus an. Und weil man sein Verhalten danach ausrichtet, was man so erlebt, dann wird es eben Mimikry, herunterreden und verstecken.

      Das wird Schule alleine nicht auffangen können. Da muss insgesamt etwas passieren. Man muss sich freuen dürfen, wenn einem etwas gelingt.

      Ein Anfang wäre, wenn nicht ständig weggeschaut würde. Wenn klar ist, abe wann man sich besser HIlfe sucht. Wenn ein Hilfeersuchen nicht als Charakterschwäche angesehen würde. Womit wir dann eben auch beim Klassenklima wären. Neid, Missgunst und Schadenfreude sollten da eigentlich nichts zu suchen haben.

      Im Beruf erwartet man einmal, am Anfang, ein ansprechende Performance. Danach geht es wieder los mit dem verstecken und in den Strom einreihen.

      Eigentlich können wir uns das als Land ohne Rohstoffe nicht leisten. Wo kommt dieses Verhalten eigentlich her (landesgeschichtlich gesehen???)

      Gruß

      Ubi
      Jeder nach seinen Möglichkeiten!
    • "Enja" schrieb:

      Irgendwie klingt zum Beispiel ja auch in diesem Thread durch, dass die Kinder eigentlich selber schuld haben und man deshalb - leider, leider - nichts machen könne.


      Das kann ich jetzt aus diesem Thread nicht rauslesen.
      Und da Kinder sowieso nicht "schuldfähig" sind, kann für Pädagogen kein Kind "schuld" sein. Das gilt für mobbende wie gemobbte Kinder. Es gibt ja auch keine "Strafen" im Schulrecht.

      Aber es gibt natürlich persönliche Ursachen. Die KL meinte, Töchterchen solle mal besser nicht herausprosaunen, dass dieses oder jenes nun "wirklich leicht" sei. Tja, da fehlt es wohl etwas an "sozialer Komptenz". Ich sagte ja schon, dass eine Schieflage da nicht unbedingt sympathisch macht. Aber das ist nicht unbedingt ein Hb-Problem, denn Töchterchen ist ja nicht hb. Und fleißige Kinder können da m.E. genauso anecken.


      - Martin
      Chemie ist wenn es kracht und stinkt, Physik ist wenn es nicht gelingt.
    • Hallo Martin,

      aber es passt zu meiner Theorie von der leistungsfeindlichen Gesellschaft. Warum muss ein Kind lernen, zu verheimlichen, dass ihm etwas leicht fällt? Solange es andere nicht diskriminiert, bei denen es anders ist, sehe ich da eigentlich gar keinen Grund. Außerdem sollte man ja immer auch die Stärken stärken. In einer Firma versucht man ja auch herauszufinden, wem was leicht fällt. Schließlich will man die Leute effizient einsetzen...

      Gruß

      Ubi
      Jeder nach seinen Möglichkeiten!
    • Genau so gut kann m.E. externe Leistungsorientierung, speziell von Eltern oder Lehrern, eine Ursache für Mobbing sein. Und im Beruf ist es oft auch nicht angesagt, Kollegen darüber zu informieren, was einem nun "leicht" erscheint oder nicht.


      - Martin
      Chemie ist wenn es kracht und stinkt, Physik ist wenn es nicht gelingt.
    • Auch das bestätigt meine Theorie. Als Chef will man das aber unbedingt wissen. Und Mobbing am Arbeitsplatz ist leider auch kein unbekanntes Thema...

      Beschrieben haben wir das jetzt. Martin, was ich eigentlich wissen will: warum ist das in Deutschland so. Wie sind wir an diesen, für unsere Volkswirtschaft nicht vorteilhaften Punkt gelangt und was können wir alle (Elternhaus, Schule, Gesellschaft) dagegen tun.

      Gruß

      Ubi
      Jeder nach seinen Möglichkeiten!
    • Bezüglich unserer Fortbildungen: wir hatten uns eingehend mit dem Thema beschäftigt, vorher schon. Lesen und diskutieren können wir selber. Was wir uns von den Experten erhofft hatten, waren weiterführende, konkrete Auskünfte. Aber weiter als das, was wir schon wussten, führten ihre Ausführungen nicht. Teuer war's dafür in der Tat ...
      Als Beratungslehrergruppe widmen wir uns aber nunmal allen Krisen, die im Leben eines Schülers denkbar sind - von Ängsten, Schwänzverhalten, Depressionen über Essstörungen und selbstverletzendem Verhalten bis hin zur Drogensucht und Missbrauch, Familiendramen, Homosexualität, Gewalterfahrungen, Rechtsextremismus, und tausend andere Fragen - jeweils in Form von Fortbildungen. Da kann man ein Thema nicht unbegrenzt oft wiederholen.

      Ich würde nie einem Kind vermitteln, es sei an seiner Lage selbst schuld. Ich bin bei Kindern ohnehin der Meinung, dass sie - schon aufgrund des Entwicklungsstandes - erstmal an gar nix "schuld" sind. Selbst bei "erwachsenen" Jugendlichen bin ich mit der "Schuld"frage eher sehr vorsichtig.

      Wenn Probleme in der Oberstufe (und da bin ich nunmal zu 80% und phasenweise ausschließlich) bereits da sind, reicht das Übliche an stärkenden Maßnahmen (was ich ja in meinem ersten post dazu beschrieben habe) nicht aus.

      Meine beiden Schüler vermittelten mir jeweils, dass sie mein Interesse und meine Angebote sehr, sehr schätzten - vor allem, dass ich immer wieder nachfragte, was sie sich denn wünschten / erwarteten. Aber an der verfahrenen Situation des Leistungsversteckens und des darüber eigentlich doch frustriert seins konnte ich wenig ändern. Aus reiner Begeisterung an gewissen Themen bekam ich von dem einen Schüler ständig selbst gescghriebenes Literarisches, aber ich konnte ihn weder überreden, das mal an die diversen Wettbewerbe noch an die Frankfurter Schüleranthologien noch sonstwohin zu schicken. Er wollte nur mit mir privat darüber fachsimpeln - ansonsten scheute er die Öffentlichkeit. Sehr schade drum. Der junge Mann konnte schreiben!!

      Was ich schon gehofft hatte, war, dass Menschen, die sich ständig live (und nicht nur theoretisch) mit dem Thema HB beschäftigen, vielleicht etwas wissen, was die Fachliteratur und / oder eingeladene Experten nicht sagen können. Wer weiß, vielleicht wollte der junge Mann doch heimlich von mir zum Wettbewerb "gedrängt" werden? Vielleicht hätte er sich gewünscht, dass .... (hier setze man ein, was solchen Jugendlichen durch den Kopf gehen könnte)?