Diktate üben, wie ???

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    • Diktate üben, wie ???

      Ich bin echt froh, diese Seite gefunden zu haben :)
      Ich bin eine Mama von vier Kindern, Dennis in der 4.Klasse, muß für die Schule etwas tun, es ist ihm leider nicht in den Schoss gefallen.
      Gerade Diktate, wir könne üben, üben, üben.......

      Wird das Diktat geschrieben, kommt meist eine 5 oder 6 heraus :cry:

      Laufdiktate haben wir auch schon gemacht, was Zuhause auch klappt, aber in der Schule vergessen ist !!!

      Wie übt ihr Diktate, oder habt ihr Tips, wie ich mit meinem Sohn noch üben kann ???

      Über schnelle Antwort, wäre ich Dankbar, denn nächste Woche ist schon wider ein Diktat.
      Ich hoffe das ich meine Kinder gut durchs Leben bringe
    • Hallo Zwillimama!

      Meine Tochter ist Legasthenikerin und daher ist Deutsch sowieso ein Kapitel für sich. :) Wir sind drauf gekommen, dass meine Tochter sich nicht gleichzeitig auf das Schreiben und das Merken der Wörter konzentrieren konnte. :roll:

      Daher haben wir begonnen, die Lernwörter wie Vokabeln zu lernen. :idea: Dh. ich lasse sie die Wörter 5x laut vorlesen, buchstabieren, am Computer abtippen etc. Erst am Vortag des Diktates schreiben wir 1x alle Wörter ins Übungsheft.

      Seit damals sind die Fehler von 13 auf 2 bis max. 5 gesunken. :lol:

      Liebe Grüße

      Gaby
    • Meiner Tochter fallen alle Wörter schwer :lol: . Das ist das Wesen der Legasthenie. Wenn sie ein Wort 5x schreiben muss, wird sie es 5x anders schreiben. Sie kennt die grammatikalischen Regeln und kann sie auf Hinterfragen auch anwenden, allerdings nie automatisch. Daher haben wir auch ein eigenes Legasthenietraining (nach Sindelar).

      Auf deine Frage: Wir hatten letztes Jahr (3.Kl) immer montags bestimmte Lernwörter bekommen, die die Kinder üben mussten, nie ein vollständiges Diktat. Das hat die Lehrerin erst direkt beim Diktat am Freitag "erfunden". Alle diese Lernwörter haben wir, wie schon beschrieben, geübt. Wörter, bei denen sie sich immer schwer tut, noch eingebaut. Da wir aber nie wussten, welche Sätze kommen, konnten wir uns nur ungefähr an den Schul- und Hausübungen orientieren. :P
      Da bei uns die Schule erst gestern wieder begonnen hat, kann ich dir leider noch nicht sagen, wie es heuer laufen wird. :wink: .

      Nur noch eine Frage: Hat dein Sohnemann nur beim Diktat schreiben Probleme oder allgemein in Deutsch. Sonst würd ich ihn einmal bezüglich Legasthenie austesten lassen.

      LG Gaby
    • Bei der beschriebenen Symptomatik würde ich auch auf Legasthenie testen lassen. Dafür sind entweder die Beratunsglehrer oder ein Kinderpsychologe zuständig. Frag mal die Deutschlehrerin oder den Kinderarzt.

      Sollte sich der Verdacht erhärten, solltest du aufhören mit deinem Sohn reine Diktate üben, denn mit dieser Methode wirst du nicht weit kommen und im Prinzip führst du ihm so jeden Tag sein Defizit vor Augen und ihr erreicht keine Besserung, er blockiert vielmehr.

      Besser ist es systematisch die LRS zu fördern, z.B. mit der FRESCH-Methode, die bei "normaler" LRS in der Regel ganz gut funktioniert. Die Schüler lernen hierbei Strategien, wie sie Fehler vermeiden und erkennen können. Das von Gaby beschriebene Lernwörtertraining spielt dabei eine wichtige Rolle.
      Je nach Bundesland gibt es Förderkurse an den Schulen oder Institute, die sich darauf spezialisieren. Da musst du dich beraten lassen.

      Sollte wirklich eine LRS festgestellt werden, kannst du in der Schule Notenschutz beantragen, d.h. die Rechtschreibleistung deines Sohnes würde zurückhaltend gewertet. Eine fachkundige Deutschlehrerin würde ihm auch eine andere Form der Rechtschreibprüfung anbieten, z.B. Lückendiktate. Leider sind viele Deutschlehrer nicht wirklich kundig und blockieren da.
      Der Notenschutz dient in erster Linie dazu, den Frust, der bei vielen Kinder aufgrund der unüberwindlich erscheinenden Rechtschreibprobleme auftritt, abzubauen und den Fokus auf die eigentliche Leistung wieder zuzulassen.

      In den meisten Fällen bessert sich eine LRS bei geeignetem Training sichtbar, man sollte jedoch dazu sagen, dass viel Mühe und Disziplin dahinter steckt. Das Ganze kann jedoch mit spielerischen Übungen aufgelockert werden, damit keine Abneigung entsteht.
      In vielen Fällen wächst sich eine LRS mit der Pubertät aus, jedoch nicht immer.

      Zuletzt bleibt noch die Frage nach der Lesefähigkeit deines Sohnes. Oftmals lesen LRS-Kinder auch schlecht und ich persönlich finde es fast wichtiger ein gutes Leseverstehen zu sichern als eine fehlerfreie Rechtschreibung. Unsere Schüler kommen mit mangelhafter Rechtschreibung durch die Oberstufe, auch wenn wir meckern, aber wer nicht vernünftig sinnentnehmend lesen kann, bekommt spätestens in der Mittelstufe große Probleme.

      Viel Erfolg
      Josie
    • Und wichtig ist auch, dass du bei deinem Sohn auch kleine Fortschritte erkennst und entsprechend lobst. :wink: Ich sehe ja zuhause beim Üben, bei welchen Wörtern meistens Fehler auftreten und kann so Auge mal pi überschlagen, wie viele Fehler es ungefähr im Diktat sein könnten.

      Ich sage immer zu meiner Tochter: "Versuch mal zB. nur 5 Fehler zu machen, alles was drunter ist ist supertoll, =D> wenns mehr ist, kann man auch nichts machen, Hauptsache ist, du hast mit mir vorher geübt. Das nimmt den Druck etwas und sie ist immer total stolz, wenn sie zB. nur 4 Fehler gemacht hat, weil das ist ja immerhin weniger, als ich gesagt habe. \:D/

      Wenn dein Sohn wirklich Legastheniker ist, ist es auch ganz wichtig, dass du dich mit eurer Lehrerin kurzschließt. Selbst wenn sie keine Ahnung von einer Legasthenie und deren Notenberücksichtigung hat, so kann sie trotzdem ermutigend auf deinen Sohn einwirken. Unsere Lehrerin schreibt zB. unter jedes Diktat unter 8 Fehler: Super; Du wirst immer besser; Weiter so; Brav geübt etc. Das motiviert auch total fürs nächste Diktat. Meine Tochter freut :shock: sich jedes Mal auf die Diktate, obwohl sie vermutlich nie einen Einser bekommen wird.
    • Dennis kann sehr gut Aufsätze schreiben, lesen bereitet ihm auch keine Schwierigkeit, ich weiß nicht ob das dann mit Legasthenie zutun hat.

      Ich habe gestern mal ganz intensiv darauf geachtet, der hat eine sau (sorry) Klaue. Er kann sie selbst kaum lesen :roll: :twisted:

      Er ist ein Ass in Mahte.
      Ich hoffe das ich meine Kinder gut durchs Leben bringe
    • Legasthenie kann viele verschiedene Gesichter haben. Meine Tochter hat die sprachliche Kompetenz der Mittelstufe bzw. manchmal sogar der Oberstufe, hat bereits mit knapp einem Jahr ganze Sätze gesprochen und hat eine enorm schnelle Auffassungsgabe, was Sprachen anbelangt. Geübte Wörter werden kurzfristig (im Diktat) richtig geschrieben.
      Sie tut sich aber beim Lesen extrem schwer und wenn sie abschreiben oder selbst schreiben soll, kann man gewisse Wörter nicht mehr eruieren. Dafür hat sie aber eine sehr schöne Handschrift.
      Andererseits haben wir einen Jungen mit Legasthenie in der Klasse, der perfekt, schnell und gerne liest, eine Sauklaue hat und kein geübtes Diktat unter 16 - 20 Fehler schreibt. Außerdem spricht er sehr undeutlich.

      Diese Unterschiedlichkeit macht es den Lehrern auch so schwer, Legasthenie zu erkennen und dementsprechend zu reagieren und zu fördern. Wenn du dir nicht sicher bist, lass ihn einfach mal privat austesten. Wenn nichts dabei herauskommt, ist gut, wenn doch kannst du dementsprechend reagieren (Notenausgleich, Rücksichtnahme etc). Auf alle Fälle weißt du es dann sicher.

      Ich muss gestehen, dass sich die Art zu Lernen bei mir und bei meiner Tochter total geändert hat, seit wir die Diagnose haben (weniger Druck - mehr Verständnis und Geduld).

      LG Gaby
    • KÖNNEN ÜBEN !

      Laufdiktate haben wir auch schon gemacht, was Zuhause auch klappt, aber in der Schule vergessen ist !!! ---------

      NEIN, es ist NICHT VERGESSEN in der Schule. Dort "herrscht" nur eine andere Atmosphäre als bei Dir zu Hause: Du bist immer noch mehr am KÖNNEN Deines Kindes interessiert, je mehr es dort durch eine lebensblinde Pädagogik heruntergewirtschaftet wird. In der Schule ist nämlich ALLES AM NICHTKÖNNEN AUSGERICHTET.
      Das wäre an sich kein Problem, wenn jemand Deinem Kind einmal gezeigt hätte, wie man damit umgeht. Doch wie sollen es Dir Leute zeigen, die das noch nicht einmal bemerkt haben?
      Was willst Du denn, was will denn Dein Sohn tatsächlich ERREICHEN?
      Er will:
      + können
      + keine Angst haben
      + sich selber nicht wie der letzte Dreck sondern GUT fühlen
      + nicht jedemal eins draufkriegen und geschwächt werden sondern STARK WERDEN UND WACHSEN
      Dass sich an diesen Fragen SEIN LEBEN (und ihres auch) entscheidet, haben die Lehrer Deines Sohnes noch nicht einmal bemerkt, geschweige erkannt oder etwas zur Lösung unternommen; so machen sie die Probleme unbewusst immer noch größer und ihr folgt ihrem schlechten Beispiel.
      Beobachte mal genau, was Dein Sohn MIT HILFE SEINER AUFGABEN einübt:
      + dass es zum Davonlaufen und zum Kotzen ist
      + dass es unerträglich ist
      + dass er es nie können wird
      + dass das alles keinen Sinn hat
      + dass er am liebsten sein Leben lang NIE mehr etwas mit dem zu tun haben will, was er da "lernen" muss
      UND ALL DAS SPEICHERT SEIN GEDÄCHTNIS! Mit TONNEN von solchem SEELENMÜLL UND SCHROTT schleppt sich Dein Sohn dann jeden Tag in die Schule, um in diesem "gespeicherten Misthaufen" das herauszusuchen, was der Lehrer verlangt.
      Das Gedächtnis kann nicht auswählen, ES MUSS SICH ALLES IN DER QUALITÄT MERKEN, IN DER ES GELERNT WIRD.
      Drum gilt auch in der neuen Ich-kann-Schule der grundsatz: Mache für Lernen nicht den kleinen Finger krumm, ehe Du dich nicht in den Zustand versetzt hast, in dem Du es gerne erinnern möchtest!
      Die Frage ist also zunächst einmal: WAS ÜBEN?
      ERfolg
      Selbstvertrauen,
      Selbstbewusstsein
      Selstwertgefühl steigern
      Kontakt zu den Talenten aufnehmen, für die man sich schämt
      Sich bei seinen Talenten entschuldigen, dass man sich für sie geschämt hat.
      Sich mit seinen Talenten versöhnen.
      Sie in ihrer GÜTE bestärken.
      Ihr bester Freund werden.
      Das Rechtschreiben besorgen die Talente für einen, wenn man mit ihnen gut umgeht.
      Ich denke, Du weißt jetzt, worum es beim Üben geht.
      Ich wünsche Euch frohe Erfolge.
      Franz Josef Neffe
      Franz Josef Neffe
      Immer wenn ich nichts im Kopf habe, ist die Gefahr besonders groß, dass mir was einfällt.
    • Re: Diktate üben, wie ???

      Hallo zusammen,

      mein Sohn hat auch dieses Problem mit den Diktaten. Zu Hause klappt immer alles, aber in der Schule ist dann alles weg. Jetzt mache ich mit ihm Konzentrationsübungen, seit dem hat es sich schon gebessert. Lasse ihn aber zur Sicherheit auf eine Rechtschreibschwäche noch testen, denn so etwas hat ein Schulkollege von ihm auch.
    • Re: Diktate üben, wie ???

      "JohnLocke" schrieb:

      Hallo zusammen,

      mein Sohn hat auch dieses Problem mit den Diktaten. Zu Hause klappt immer alles, aber in der Schule ist dann alles weg. Jetzt mache ich mit ihm Konzentrationsübungen, seit dem hat es sich schon gebessert. Lasse ihn aber zur Sicherheit auf eine Rechtschreibschwäche noch testen, denn so etwas hat ein Schulkollege von ihm auch.


      Hallo Leute!

      Beitragvon JohnLocke » 06.08.2012, 17:02
      Hallo Leute!

      Ich grüße euch ganz herzlich, ich bin der Neue hier. Bin momentan in der 10. Klasse (G8 in Bayern) bzw. komme jetzt nach den Ferien in die Oberstufe.


      Bist du jetzt der Vater oder der Sohn???
    • Es ist die Frage: wieso eure Schule/Lehrerin überhaupt noch Diktate schreiben lässt?
      Bei meinen Kindern wurde das zum Glück schon vor einigen Jahren abgeschafft, weil neue Studien bewiesen, dass Diktate total fehl am Platz sind.
      Hierbei wird nämlich keineswegs nur die Rechtschreibung abgefragt sondern viele andere Faktoren auch noch.
      Wie zum bsp. Schnelligkeit, das Zuhören, Konzentration etc.
      Schlechte Diktatnoten sind noch lang kein Anzeichen dafür, dass die Kinder die Rechtschreibung nicht beherrschen.
      Alternativ wird bei uns Laufdikatate, Walkmandikate oder Dosendiktate gemacht. Finde ich viel sinnvoller.