hochbegabt - was tun?

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    • hochbegabt - was tun?

      Hallo!
      Ich bin 15 und Schülerin der 8.Klasse eines Gymnasiums. Seit ungefähr einem halben Jahr weiß ich, dass ich sprachlich hochbegabt bin und im logischen Denken überdurchschnittlich. (Test beim Schulpsychologen...) In manchen Fächern ist mir sehr langweilig und ich habe auch schon mal versucht mit meiner Lehrerin darüber zu reden, aber das hat nicht sehr viel gebracht. Na ja. Ich frage mich eben, wie ich es schaffen kann, mehr von meinem Potential zu nutzen, denn meine Schulleistungen sind auch nicht so berauschend...nicht schlecht aber halt nicht überragend. Habt ihr Ideen? Lösungsvorschläge? - ja und dann noch eine Frage: Ich habe sehr wenig Freunde, bin immer etwas anders, - wie findet man denn mehr Freunde?

      Luisa
    • Ich komm aus Bayern.
      Na ja. Der Schulpsychologe hat erstmal recht wenig gesagt. Ich soll mich doch freuen...sicher, hab ich mich gefreut, aber es war so komisch. Jetzt hab ich des öfteren Termine bei ihm. Seit ein paar Monaten. Zwei oder so. Er meint, ich solle nicht vorarbeiten, weil das dann den Überraschungseffekt nimmt...aber sonst hab ich zum Thema "langweiliger Unterricht" noch nicht so viel mit ihm besprochen.

      Luisa
    • Hallo Lui,

      in der Schule lässt sich meist nicht viel rücken. Der Unterricht ist halt wie er ist. Wenn du leistungsstark genug bist, könntest du eine Klasse überspringen. Da du mit 15 Jahren recht alt für die 8. Klasse bist, wäre das vielleicht eine sinnvolle Option. Frag doch mal den Schulpsychologen danach.

      Ansonsten musst du gucken, dass du dir das, was du brauchst, neben der Schule holst. Etwas wie den vorgeschlagenen Chinesischkurs zum Beispiel. Es sollte aber natürlich deinen Interessen entsprechen. Die kennen wir nicht.

      Daneben macht es Spaß und motiviert, andere Hochbegabte kennenzulernen. Das kannst du bei entsprechenden Förderangeboten. Was es in deiner Nähe gibt, musst du versuchen, selber herauszufinden.

      Wenn du dann immer noch meinst, deinen Alltag anreichern zu müssen, könntest du ein Fernstudium im Fach deiner Träume beginnen.

      Was du möchtest und was dir gut tut, musst du im Grunde selber herausfinden. Es bringt nichts zu warten, bis dir das irgendjemand abnimmt. Wenn du konkrete Ideen hast, findet sich häufig ein Weg.

      Beschreib doch mal deine Interessen.

      Grüße Enja
    • Also, ich interessiere mich für ziemlich viel...Literatur, ich lese und schreibe viel, Sprachen (ich würde unglaublich gerne Chinesisch, Japanisch oder Russisch lernen...), dann auch manchmal Naturwissenschaften, Physik, obwohl ich in der Schule ja nicht gerade sehr gut abschneide :=)...dann Geschichte, vor allem eben die des 20.Jh. Weimarer Republik, zweiter Weltkrieg, Kubakrise...Politik, das menschliche Gehirn...Philosophisches...das wären meine Interessen...na ja..ich spiel auch noch Klavier, aber zur Zeit nicht mit allzu viel Begeisterung...
    • Hallo Lui,

      gerade vor einigen Tagen habe ich das Ergebnis eines Hawik III-Tests für meinen Sohn, fast 13 erfahren: Verbal-IQ 139, Sprachverständnis-IQ 141, Arbeitsgeschwindigkeitsindex und Handlungs-IQ sind nur Durchschnitt. Er langweilt sich ebenfalls in der Schule, hat auch nur durchschnittliche Zensuren. Viele Freunde hat er auch oft nicht - das schwankt irgendwie - manchmal wird er geärgert, manchmal läuft es gut.

      Die Schulen bzw. das Bildungssystem sind leider für die Norm ausgelegt - eigentlich möchte man alle Schüler gleich haben, gleich unterrichten, gleich mit ihnen umgehen usw. Hilfe kann man wohl an den meisten Schulen nicht erwarten. Unser Psychologe hat sogar empfohlen, den Lehrern am besten nichts von dem Ergebnis zu erzählen - viele Lehrer können damit nicht umgehen, können nicht nachvollziehen, wieviel Stress die Hochbegabten durch Unterforderung oder auch durch mangende Akzeptanz von Mitschülern in der Schule haben.

      Es gibt einige wenige Privatschulen mit Hochbegabtenklassen - die kosten allerdings Schulgeld. Dann gibt es noch Organisationen, die Hochbegabte beraten und unterstützen, z.B. die DGHK dghk.de. Sie hat viele Regionalgruppen, die teilweise auch gemeinsame Unternehmungen, Treffen und "Forschungsreisen" für Jugendliche organisieren. Ich habe vor, mit der DGHK in Verbindung zu treten. Vielleicht ist das ja auch für dich eine Möglichkeit. Es gibt auch dort noch kubus-online.net. mit Forum und Chat für Menschen von ca. 14 bis Ende 20.

      Viele Grüße
      Erika
    • "Hilfe kann man wohl an den meisten Schulen nicht erwarten. Unser Psychologe hat sogar empfohlen, den Lehrern am besten nichts von dem Ergebnis zu erzählen - viele Lehrer können damit nicht umgehen, können nicht nachvollziehen, wieviel Stress die Hochbegabten durch Unterforderung oder auch durch mangende Akzeptanz von Mitschülern in der Schule haben. "

      Das geht noch ein bißchen weiter. Einmal kann man es Lehrern nicht selektiv erzählen. Weiß es einer, wissen es alle. Dann wird es schwierig. Der eine oder andere kann vielleicht damit umgehen, aber es gibt andere. Lehrer benoten zum Beispiel Leistungen besser, die sie auf Anstrengungen zurückführen. Dadurch können dann die Noten sinken. Andere wieder wollen beweisen, dass es nicht sein kann, dass das Kind intelligenter ist als sie selbst, weil sie sich dadurch gefährdet fühlen.

      Grüße Enja
    • Hallo Erika, Hallo Enja,

      Wir haben unsere Tochter auch für einen HB-Test angemeldet. In unserem Fall sehe ich den Konflikt nur mit der Schule. Ihre Integrationfähigkeit völlig intakt, damit hat sie kein Problem.
      Nun haben wir in unserer Nähe sogar eine HB-Schule. Das Problem dabei ist, dass Du nur auf diese Schule kommst, wenn Du entsprechende Norm-Noten vorlegen und Dich dadurch empfehlen kannst. Mit einem Gutachten allein kommst Du nicht dorthin.

      Das 2. Problem sehe ich in einem Schulwechsel. Dem würde sie ohne ihre Freundinnen niemals zustimmen. Ich hätte da auch tatsächlich Schwierigkeiten, sie aus ihrem Umfeld heruszureissen. Das war schon beim Wechsel auf das Gymnasium ein Drama, obwohl Ihre beste Freundin und auch noch 5 weitere aus ihrer Klasse mitwechselten.

      Enja, wie ich lesen kann, hattest Du ja so einige Schulwechsel hinter Dir. War das nie ein Problem für deine Kinder?
    • "Enja" schrieb:

      Hallo,

      die Probleme waren bei uns stets so, dass sie einen Schulwechsel erzeugten. Nicht umgekehrt.

      Grüße Enja


      Enja, Ich sehe mein geschildertes Problem nur durch einen Wechsel in die schwedische Schule lösbar. Dort kann ich sowas ausschliessen.
      So ein Wechsel ist nicht wirklich real. Da müsste schon gar nichts mehr gehen. Bildungsentzug wäre für mich ein Grund.
      Hier in Deutschland die Schule wechseln, macht für mich gar keinen Sinn.
      Die Gefahr, vom Regen in die Traufe zu kommen ist da noch grösser.



      Eure HB-Schule beginnt ab Klasse 10. Außerdem hat sie so ihre speziellen Eigenarten.....


      ...die da wären?
    • Ja.

      Das Kind muss im richtigen Alter sein. Also nicht etwa gesprungen oder ähnliches.

      Es muss bereit sein, sich von seiner Familie zu trennen. Internat ist Pflicht.

      Es muss die passenden Noten mitbringen. In Klasse 9. Nach Jahren des schulischen Herunterwirtschaftens. Im letzten Jahr war mit einem Schnitt von 1,4 schon nichts mehr zu machen.

      Es muss bei den Auswahltagen entsprechend abschneiden. Es soll da eher um Anpassungsfähigekeit gehen. Bei den Hochbegabten nach jahrelanger Plattmache meist nicht mehr so toll.

      Man muss sich zwingend auf Mathe und Gemeinschaftskunde spezialisieren. Andere Wahlmöglichkeiten gibt es nicht. Vor allem keine geisteswissenschaftlichen.

      Das Risiko ist hoch. Ich kenne bereits mehrere Kinder, die dort nicht zurechtkamen, aber dann hinterher an ihrer eigenen Schule auch nicht mehr und die dann die Schule abgebrochen haben.

      High risk also.

      Grüße Enja
    • Norm also auf hohem Niveau.

      Meine 17-jährige hat gerade die 11. Klasse fertig. Schnitt im Zeugnis: 1,0

      Im Halbjahreszeugnis hatt sie 1,2. Damit wurde sie mit 50 anderen für ein 1-jähriges Stipendium im Ausland ausgewählt. Ich schlug ihr diese Schule hier vor. Sie lehnte gleich ab, weil sie meinte die Lehrer würden sicher dort auch nicht anders umgehen mit Schülern, als in anderen Schulen.

      Eigentlich wollte sie mir sagen, bei Euch habe ich Angst vor dem
      Scheitern.
      In Schweden können Kinder nicht scheitern. Die Gesellschaft lässt soetwas nicht zu.
      Hier versucht man damit, Kinder zum Lernen zu bewegen.
    • Liebe Diskutanten

      Die Ausgangsfrage im Thread lautete "Was kann ich (HB) tun, um meine Potenziale besser zu nutzen / Wie finde ich Freunde"

      Da die folgenden Beiträge rein gar nicht mehr zum Thema "Hochbegabung" passten und Lui wohl auch in der Beantwortung ihrer Frage nicht zuträglich waren, habe ich den Thread geteilt.

      Hier geht's weiter mit der Diskussion über das schwedische Bildungssystem und religiöse Grundhaltungen.

      Bitte diskutiert hier im Thread nur Dinge, die im weitesten Sinn mit dem Ausgangsposting thematisch übereinstimmen.

      LG, das_kaddl.
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