freiwillige Wiederholung von Klasse 1 bei einem Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf lernen möglich ?

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    • freiwillige Wiederholung von Klasse 1 bei einem Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf lernen möglich ?

      Guten Tag erst einmal.

      Folgendes Szenario in NRW.

      Ein Kind ist zu seiner Einschulung noch nicht wirklich Schulfähig. Da dies bekannterweise in NRW ja nicht sein kann / darf muss dieses Kind eingeschult werden.
      Da dieses Kind an einer Regelschule niemals durchgehalten hätte entschieden sich die Eltern die Förderschule quasi als Vorschulkindergarten zu "Missbrauchen". Inzwischen hat das Kin erhebliche Fortschritte gemacht und wäre wohl auf dem Stand eines Kindes im Einschulungsalter.

      Die Eltern möchten Das Kind nun an einer Regelgrundschule den Neustart ermöglichen. Das Kind soll nach Elternwillen zum kommenden Schuljahr in Klasse 1 der Grundschule seinen Neustart beginnen.

      Nun ist es aber so das die Eltern häufig in die Richtung beraten werden das dies absolut unmöglich sei und das Kind wenn berhaupt nur in die Klasse 2 der Regelgrundschule wechseln könnte.

      Das halten die Eltern aus folgenden für mich absolut nachvollziehbaren Gründen für absolut kontraproduktiv : Das Programm der Förderschule wird ja in einer ganz anderen Geschwindigkeit gefahren so das sehr wahrscheinlich kein Kind einen solchen Wechsel heile übersteht. Ein Kind hat in einem soclhem Fall wie diesen einen Teil seiner Entwicklung sicher nachgeholt aber genau so sicher noch nicht das Folgejahr welches ja gerade noch läuft ebenfalls aufgeholt.

      Sollte es wirklich so sein das diesen Kindern in NRW auf diese Weise so ziemlich jede Chance, durch das Schulgesetz, verbaut wird ?

      Das hieße ja am Ende : einmal Förderschule = immer Förderschule = immer schlechte Chancen bis zur Rente.


      Da ich das Schulgesetz und seine Möglichkeiten für NRW so gar nicht kenne kann ich dieser Familie leider gerade nicht helfen. Vielleicht ist aber hier jemand in der Lage Licht ins Dunkel zu bringen.

      Die Förderschule selbst ist wenig hilfsbereich. Hier erscheint es so das man seine Klassen möglichst erhalten möchte da eben genau diese Schule um Haaresbreite noch an einer Schülerzehl vorbei gestreift ist welche sie auf die Liste der auslaufenden gesetzt hätte.

      Für dienliche Hinweise wäre ich sehr dankbar.
    • Hallo Dudelpudel und willkommen.

      Da ich das Schulgesetz und seine Möglichkeiten für NRW so gar nicht kenne kann ich dieser Familie leider gerade nicht helfen.


      Das Schulgesetz kannst du hier auswendig lernen: schulministerium.nrw.de/BP/Sch…t/Gesetze/Schulgesetz.pdf
      Was die sonderpädagogische Förderung angeht, s. §19 und 20 dort. Daraus:

      "Schulgesetz NRW" schrieb:

      Die Schulaufsichtsbehörde entscheidet auf Antrag der Eltern oder der Schule über sonderpädagogischen Förderbedarf, Förderschwerpunkte und Förderort. Vorher holt sie ein sonderpädagogisches Gutachten sowie ein medizinisches Gutachten der unteren Gesundheitsbehörde ein. Sie beteiligt die Eltern. In den Fällen des § 20 Abs. 7 und 8 ist die Zustimmung des Schulträgers erforderlich.


      Wenn das Kind jetzt also einen sonderpädagogischen Förderbedarf hat, kann man nun bei der Schulaufsichtsbehörde (in dem Fall dem Schulamt) klären, ob entweder der Förderbedarf aufgehoben wird oder der Förderort neu festgelegt werden kann. Da die Förderschulen mit Förderschwerpunkt "lernen" mit einer Eingangsklasse (E) arbeiten, die inhaltlich vor der ersten Klasse liegt, würde ich annehmen, dass ein Kind beim Aufheben des Förderbedarfs am Ende der E in die erste Klasse der Regelgrundschule wechseln würde. Aber da müsste das Schulamt weiterhelfen können.

      Das Kind soll nach Elternwillen zum kommenden Schuljahr in Klasse 1 der Grundschule seinen Neustart beginnen.
      Das ist der Nachteil von festgestelltem sonderpädagogischen Förderbedarf. Es entscheidet die Schulaufsichtsbehörde. Die Eltern sind nur zu hören. Man kann (nach der EU-Konvention) nur verlangen, dass das Kind im gemeinsamen Unterricht (GU) an einer Regelschule unterrichtet wird. Diesen Rechtsanspruch wird NRW aber erst zum Schuljahr 2014/15 umsetzen: derwesten.de/politik/projekt-i…unterricht-id7413751.html

      Und noch ein hilfreicher Link:
      eine-schule-fuer-alle.info/dow…5/AO-SFBrosch%C3%BCre.pdf

      Gruß

      Ubi
      Jeder nach seinen Möglichkeiten!

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von UBI ()

    • Ich weiß, dass es in Bayern die Möglichkeit gibt, die ersten 3 Jahre in der Förderschule zu absolvieren und dann nochmals in die 3. Klasse der Regelschule einzusteigen. Also der Stoff der ersten 2 Jahre wird in der Förderschule hier in 3 Jahren unterrichtet und der Anschluß klappt dann häufig recht gut. Erkundigt Euch mal, ob sowas bei Euch auch angeboten wird, das wäre vielleicht die optimale Lösung. Alles Gute!
    • "Schultikus" schrieb:

      Ich weiß, dass es in Bayern die Möglichkeit gibt, ...


      Nur leider ist Schulpolitik Ländersache und insofern ist das immer schlecht vergleichbar. Das Problem hier ist ja, dass offenbar eine Förderschule mit Föerdschwerpunkt "Lernen" gewählt wurde. Da muss also ein entsprechender Förderbedarf festgestellt worden sein, den man so einfach auch nicht wieder aufgehoben bekommt. Manchmal nur gegen erheblichen Widerstand der entsprechenden Förderschule. Außerdem ist der Lehrplan "L" eben nicht der Grundschullehrplan, sondern auf den Förderbedarf "Lernen" ausgerichtet, geht also erheblich langsamer vor.

      Nun wollten hier ja die Eltern die Einschulung eines schulpflichtigen Kindes verhindern, indem sie hoffen, dass das Kind nach einem Jahr in der Eingangsstufe der Förderschule (sog. E-Klassen) in das erste Schuljahr einer Regelgrundschule wechseln kann. Der Weg dahin funktioniert nur über die Aufhebung des Förderbedarfs (und da sind verschiedene Leute beteiligt) oder den gemeinsamen Unterricht bei Fortbestehen des Förderbedarfs. Das ist schon ein zweischneidiges Schwert. Da muss man sich vorher Gedanken machen, ob man das Risiko eingehen will. Sagen wir mal so, die meisten Kinder werden auf einer Schule mit Förderschwerpunkt "Sprache" geparkt, die unterrichten nach Grundschullehrplan (allerdings auch mit vorgeschalteter E-Klasse). Ob das eigentlich immer so fair ist, sei mal dahingestellt.

      Aber Förderbedarf "Lernen", das wäre mir zu riskant. Sieht man ja jetzt an der Ausgangsfrage. Besser schult man das Kind ein und lässt es eben 3 Jahre in der flexiblen Eingangsstufe. Dafür ist die ja da. Wenn da nicht jahrgangsübergreifend unterrichtet wird, kann man das Kind noch mal freiwillig in die erste Klasse zurück schicken. Das sind mittlerweile einige Kinder.

      Gruß

      Ubi
      Jeder nach seinen Möglichkeiten!
    • nein, so schnell lasse ich mich nicht verschrecken.

      In diesem Fall hier soll die Schiene des gem. Unterrichtes gefahren werden da die Aufhebung des Förderbedarfes wohl ein wesentlich größeres Problem darstellen wird. Darum kann man sich dann später nochmal streiten.

      Hier wurde das Kind an der Förderschule eingeschult weil im Endeffekt eine Falschberatung dieser Schule erfolgte. Es wurde den Eltern exact dieser Weg ( 1 Jahr Förderschule und anschließend Restart in der Regelschule ) seitens der Förderschule aufgezeigt. ( offensichtlich wohl um die Unterschrift der Eltern zu bekommen ) Denn die Erfahrungen der Eltern in den letzten Monaten haben immer wieder gezeigt, das das gesprochene Wort der Schule sich vom geschriebenen grundsätzlich erheblich unterscheidet. Teils sogar bis ins Gegenteilige.

      Ich denke ein langer harter Kampf um die Zukunft eines kleinen Kindes beginnt.
    • "Dudelpudel" schrieb:

      In diesem Fall hier soll die Schiene des gem. Unterrichtes gefahren werden da die Aufhebung des Förderbedarfes wohl ein wesentlich größeres Problem darstellen wird. Darum kann man sich dann später nochmal streiten.


      Ich weiß ja nicht, ich weiß ja nicht. Bei Förderbedarf L wird nicht zielgleich nach Grundschullehrplan unterrichtet sondern zieldifferenziert nach Lehrplan für die Förderschule mit Schwerpunkt lernen. Je länger, desto größer der Unterschied in den Anforderungen. Von daher, wenn denn überhaupt nur ein Reifungsproblem bestand, wird man sich insbesondere und vorrangig um die Aufhebung des Förderbedarfs kümmern müssen, spätestens bis Ende der regulären ersten Klasse.

      Und den Eltern kann man einen Vorwurf auch nicht so ganz ersparen. Wer derat "trickst" sollte sich mit den Fallstricken schon auskennen.

      Nichts für ungut

      Ubi

      P.S. Mal so ganz neutral gefragt: Hat das Kind nun Förderbedarf oder nicht? Das ist in diesem Fall ja nicht eine ganz unerhebliche Frage.
      Jeder nach seinen Möglichkeiten!