Sitzenbleiben soll abgeschafft werden

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    • Statistisch gesehen hat sich das Sitzenbleiben als unwirksam und teuer erwiesen.
      bertelsmann-stiftung.de/bst/de…bst_dms_29361_29362_2.pdf
      Im Gegensatz zu den Erwartungen, die mit dem Einsatz von Klassenwiederholungen verbunden
      werden, kommt die empirische Schulforschung bezüglich der Wirkung von Klassenwiederholungen
      zu einem überwiegend kritischen Urteil. Folgt man den zusammenfassenden Darstellungen
      von
      Tillmann/Meier (2001, S. 468 ff.) und Krohne/Tillmann (2006), so belegen die deutschen Studien,
      dass Klassenwiederholungen bei den Repetenten keinen nachhaltigen Effekt haben. Bereits 1972
      fasst Ingenkamp seine eigene Untersuchung wie folgt zusammen: „Die Sitzengebliebenen und
      überalterten Schüler finden auch durch die Wiederholungsjahre durchschnittlich nicht den Anschluss
      an die mittleren Leistungen der glatt versetzten Schüler. Je häufiger sie sitzengeblieben
      sind, desto größer wird ihr durchschnittlicher Leistungsrückstand“ (1972, S. 106). Belser/Küsel
      ergänzen diese Einschätzung: „Ganz allgemein ist zwar im Wiederholerjahr eine Leistungsverbesserung
      zu beobachten, aber schon im nächsten Schuljahr, in dem neue und höhere Anforderungen
      gestellt werden, sinken die Leistungen wieder ab“ (1976, S. 105). Die einzige neuere Studie, die
      zu dem Ergebnis gekommen war, dass Klassenwiederholer eine nahezu um 50 Prozent höhere
      Chance haben, einen höheren Schulabschluss zu erreichen (Fertig 2004), hält einer kritischen
      Überprüfung nicht stand. Was diese Studie tatsächlich belegt, ist folgendes: Diejenigen unter den
      in der Untersuchung befragten 18- bis 29-Jährigen, die nach ihrer eigenen Erinnerung als Zehnjährige
      körperlich weniger entwickelt waren als ihre Gleichaltrigen, konnten durch eine Klassenwiederholung
      die Wahrscheinlichkeit steigern, einen höheren Schulabschluss zu erreichen (vgl.
      ausführlicher Krohne/Tillmann 2006). Dieser Befund verweist also lediglich darauf, dass Klassenwiederholungen
      in Einzelfällen, wie z.B. bei langwierigen Erkrankungen, sinnvoll sein können.
      spiegel.de/schulspiegel/sitzen…mperte-zeit-a-364198.html
      welt.de/politik/deutschland/ar…desweit-aus-der-Mode.html

      Wie immer gibt es Leute, die meinen, ihnen habe es etwas gebracht - was subjektiv auch sein mag, wobei sie aber auch nicht wissen, wie es gelaufen wärem, hätten sie einfach weiter gemacht.
      Freiwillige Wiederholung kann für Menschen, die einfach noch nicht so weit sind, eine Lösung sein.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Meike ()

    • Ehrbar ist es für den Schüler(in) keinesfalls, aber er hat dadurch eine 2. Chance, seinem Bildungsfortschritt alle Ehre zu machen und den Anschluss zu finden! Wird er immer nur mitgeschleift, verliert er ob seiner vielen Lücken die Lust am Lernen und schafft vielleicht nicht mal den Hauptschulabschluss (oder ist der auf solch tiefsten Niveau, dass ihn jeder bekommt?). In der Regel haben Sitzenbleiber ja nicht nur eine 5, sondern sind in mindestens 2 Hauptfächern noch schlechter und wir nehmen ihm die Chance, aus sich noch was zu machen!
    • Mich stört gewaltig, dass der Fokus immer bei den schwachen Schülern liegt. Da soll individuell gefördert werden. Ja sorry, aber es muss ja auch nicht jeder Abi machen, oder? Die Begabten bleiben meist auf der Strecke, wenn die Klasse sich letztlich an den Schwachen orientieren soll. Da gehen viele wertvolle Ressourcen verloren.
    • Hallo,

      also ich bin ganz klar dagegen, dass das Sitzenbleiben abgeschafft wird. Dadurch würde den Schülerinnen und Schülern noch mehr die Motivation genommen werden, da sie auch ohne sonderliche Anstrengung aufsteigen können. Außerdem wäre vor allem in höheren Klassen ein enormer Qualitätsunterschied spürbar.
    • Hallo zusammen,



      also was das "Sitzen bleiben" angeht bin ich einfach der Meinung, das man es nicht abschaffen sollte, und das hat auch einen Grund!



      Jeder Mensch der einmal in der Schule sitzen geblieben ist, hatte die Möglichkeit das Schuljahr zu wiederholen, und das was einen zum sitzen bleiben gebracht hat zu verbessern.

      Wenn man das sitzen bleiben jetzt abschafft, dann nimmt man den Kindern die Möglichkeit Ihre Fehler zu verbessern. :(

      Bin also dagegen. ;)
    • schultikus schrieb:

      Jeder Mensch der einmal in der Schule sitzen geblieben ist, hatte die Möglichkeit das Schuljahr zu wiederholen, und das was einen zum sitzen bleiben gebracht hat zu verbessern.

      Dem kann ich zustimmen. Ich bin einmal wegen einer 6 in Mathe sitzen geblieben und musste mich mit dem Thema so nochmals auseinander setzen. Wäre ich versetzt worden, hätte mir dieses Defizit wohl die gesamte Schullaufbahn versaut. Allerdings muss auch gezielt gefördert werden, das Sitzenbleiben alleine hätte mir nicht geholfen
    • Dieser Artikel nennt 2,8 % Sitzenbleiber in NRW, an unserer Schuleist die Quote nochmal deutlich drunter. De facto bewegen wir uns in der alltäglichen Praxis schon auf ein "Nicht-Sitzenbleiben" zu.

      Es mag bei nicht flächendeckend schwachen Schülern ein Weg sein, punktuell zu wiederholen/fördern, allerdings finde ich in dem Zusammenhang folgenden Gedankengang, der nicht von mir stammt, sondern den ich irgendwo im Netz gelesen habe, herrlich:
      Was machen wir denn dann mit bis zu einem Drittel (Hamburg), die heutzutage durch die Führerscheinprüfung fallen? Geben wir denen den Lappen und einen Förderkurs "Rückwärts einparken", bis sie's können?