Arbeitszeit

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    • Arbeitszeit

      Verlegter thread von hier: <!-- m --><a class="postlink" href="http://www.lehrerforen.de/index.php?page=Thread&postID=289984#post289984">http://www.lehrerforen.de/index.php?pag ... post289984</a><!-- m -->
      Überarbeitet
      Hallo zusammen,

      Bin neu hier und habe mich hier angemeldet weil mein Partner als Lehrer arbeitet.
      Dabei habe ich das Gefühl es wird viel zu viel abverlangt. Es wird z.B. erwartet an Feiertagen an der Schule zu erscheinen um an irgendwelchen Konferenzen teilzunehmen des weiteren wird verlangt in den Ferien ständig erreichbar zu sein und auf Abruf wiederum in der schule zu erscheinen und dass alles neben einer 70-80 Stunden Woche.
      Mein Partner ist die meiste Zeit von 7-18 Uhr an der Schule wenn Elterngespräche oder Elternabende anstehen dann noch viel länger, dann kommt natürlich noch die unterichtsvorbereitung die an der Schule nicht gemacht werden kann weil hier kein Arbeitsplatz zur Verfügung gestellt wird.
      Die geschieht jedoch nicht freiwillig sonder basiert auf den Anordnungen des Schulleiters. Auf Rückfrage/ Beschwerde beim Schulleiter kommen dann so Aussagen wie: Ich habe auch Kinder und Familie und ich habe trotzdem auch die Zeit mich an sonn und Feiertagen hinzusetzen und Vorbereitungen zu treffen!
      Mein Partner und auch andere an dieser Schule gehen auf dem Zahnfleisch, gibt es eine Möglichkeit diesem Wahnsinn Einhalt zu gebieten?
      Was haltet ihr davon? Gibt es Lehrer denen es ähnlich geht? Als normaler Arbeitnehmer habe ich das arbeitszeitgesetzt, für Beamte habe ich sowas leider nicht gefunden...
    • Re: Arbeitszeit

      Es gibt natürlich die Pflichstundenverordnung (des jeweiligen Bundeslandes) und die beamtenrechtliche Regelung, dass wir 41 Stunden/Woche arbeiten sollen <!-- m --><a class="postlink" href="http://www.gesetze-im-internet.de/azv/BJNR042710006.html">http://www.gesetze-im-internet.de/azv/B ... 10006.html</a><!-- m --> bzw für Hessen <!-- m --><a class="postlink" href="http://www.rv.hessenrecht.hessen.de/jportal/portal/t/q6c/page/bshesprod.psml;jsessionid=A45CC9A10D9CA7D6005FF1915B2054C4.jpe4?doc.hl=1&doc.id=jlr-ArbZVHE2009rahmen%3Ajuris-lr00&documentnumber=1&numberofresults=18&showdoccase=1&doc.part=X&paramfromHL=true#jlr-ArbZVHE2009rahmen">http://www.rv.hessenrecht.hessen.de/jpo ... 2009rahmen</a><!-- m --> - googel mal Arbeitszeitverordnung + Bundesland + Beamte. Zwar kenne ich annähernd keinen Kollegen, der mit nur 41 Stunden hinkommt, aber doch einige, bei denen es sich, unter Einrechnung der unterrichtsfreien Zeit (aka "Ferien") nach ein paar Berufsjahren so um die 50 Stunden einpendelt.

      Es gibt dann auch noch in jedem Bundesland Verordnungen zur Mehrarbeit, die der örtliche Personalrat eigentlich kennen sollte. Wenn absurd viel Mehrarbeit vom Schulleiter angeordnet wird, kann man schon etwas dagegen unternehmen - wenn die Stunden durch häusliche Arbeit zusammenkommen wird es schwieriger - dann muss man gucken, wo man sinnvoll rationalisieren kann.
    • Re: Arbeitszeit

      In der Tat geht es vielen Lehrern ähnlich. Besonders entwürdigend ist das negative Image in der Bevölkerung, die meint, sie wisse es durchweg besser.

      Es wäre sinnvoll wirklich Schularbeitsplätze für die Lehrer einzurichten: werktags von 7:15 (denn dann arbeiten Lehrer meist schon) bis ca. 18:00 mit vernünftiger Frühstücks- und Mittagspause (unter zumutbaren Bedingungen). Dazu die allgemein übliche Urlaubsregelung und ein'geregeltes' Wochenende.

      GENAU DAS VERMEIDET MAN GANZ BEWUSST, DENN MAN MÜSSTE EINRÄUMEN, DASS DIE ARBEIT IN DIESER ZEIT UNMÖGLICH GESCHAFFT WERDEN KANN!!!

      Viele Lehrer arbeiten freiwillig Teilzeit - um sich nicht völlig zu verschleißen.
      Es gibt niemanden, der ihre Belange wirkungsvoll vertritt (all die Verordnungen sind Mumpitz, weil realitätsfremd)
      Es gibt nur drei Wege zur Verbesserung:

      1. Junge Leute gezielt desillusionieren, bevor sie diesen Beruf ergreifen (sie kommen in der Regel mit den einschlägigen Vorurteilen behaftet - Sicherheit/Verdienst/Freizeit).
      2. Sich solidarisieren, um Veränderungen zu erzielen - der schwerste Weg, nur ein selbstbewusstes und couragiertes Auftreten der Lehrerinnen und Lehrer (auch in der Arbiet mit den Eltern) kann Abhilfe schaffen.
      3. Sich eine berufliche Alternative suchen.

      Sorry, aber so isses.
    • Re: Arbeitszeit

      "goal2006" schrieb:

      Es gibt niemanden, der ihre Belange wirkungsvoll vertritt (all die Verordnungen sind Mumpitz, weil realitätsfremd)

      Da es sich um eine größere, überwiegend verbeamtete, Arbeitnehmergruppe im öffentlichen Dienst handelt, halte ich das für ausgeschlossen.

      - Martin
      Chemie ist wenn es kracht und stinkt, Physik ist wenn es nicht gelingt.
    • Re: Arbeitszeit

      Ne, stimmt schon. In diesem Punkt (nicht unbedingt den anderen) muss ich goal2006 recht geben.

      So schlimm wie im Ausgangsbeitrag ist das aber normalerweise nicht. Feiertage? Kenne ich gar nicht, außer - in Bayern - am ehemaligen gesetzlichen Feiertag Buß - und Bettag. Aber das ist eine Entscheidung des Kollegiums. Erreichbarkeit in den Ferien kenne ich auch nicht als "ständig". Alle paar Jahre muss man eine Woche erreichbar sein, ansonsten macht man etwas aus, wenn Bedarf besteht. 70-80 Stunden pro Woche: Dann läuft an der Schule etwas falsch.

      Was man dagegem machen kann? Hängt von Land, Schulart und Träger der Schule ab. Wenn das Kollegium einer Meinung ist, kann die Schulleitung ohnehin nur wenig machen.
      &quot;Schlimmes geschähe dir da, mein Bester, wenn du nach Athen gekommen, wo in ganz Hellas die größte Redefreiheit herrscht, dann hier als einziger an ihr nicht teilhaben solltest. Aber setze auch dagegen: wenn du weitläufig redest und nicht das Gefragte beantworten willst, dass auch mir Schlimmes geschähe, wenn ich nicht weggehen dürfte, ohne dich zu hören.&quot; (Platon, Gorgias)
    • Re: Arbeitszeit

      70-80 Stundenwochen können von einer schlecht organisierten Arbeitverteilung an einer schlecht geleiteten Schule abhängen, aber auch vom typischen Junglehrerphänomen (ich bereite jede Stunde referendariatsmäßig vor, kann Wichtiges nicht von Unwichtigem tennen und ziehe mir jeden Schuh an etc). Oder auf einer Kombination von beidem beruhen. Ursachenforschung ist hier angesagt!

      Arbeitnehmervertretung ist in den relativ festgefahrenen und unflexiblen Strukturen des Bildungssektors in der Tat sehr viel schwieriger als in anderen Bereichen. Das erfahre ich als Gesamtpersonalrätin, die in intensivem Kontakt mit Gewerkschaftern aus vielen anderen Bereichen ist, ziemlich konkret.

      Trotzdem macht es sehr viel Sinn organisiert zu sein, da wir zwar an den Strukturen wenig/nur langsam etwas ändern können, aber eine hohe Zahl an Einzelfällen erfolgreich bearbeiten und Einzelanliegen durchaus effizient vertreten können.