Lehrer haben ein digitales Defizit

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    • Lehrer haben ein digitales Defizit

      Jetzt schreiben schon Leser in der "Zeit" Artikel.
      Das ist ja schon von der sprachlichen Bedeutung her Unfug.
      Das Internet liefert mittlerweile auf jede Frage eine Antwort. Viele Lehrer betrachten digitale Enzyklopädien wie zum Beispiel Wikipedia allerdings immer noch als unsichere Quellen. Die meisten fordern, dass Schüler ihre Informationen weiterhin aus den Lehrbüchern beziehen. Diese seien viel besser, denn bei Wikipedia könne jeder schreiben, was er wolle, lautet das häufigste Argument. Wikipedia-Nutzer wüssten schließlich nicht so viel, wie in den Büchern steht.

      <!-- m --><a class="postlink" href="http://www.zeit.de/gesellschaft/schule/2011-09/leserartikel-internet-schule">http://www.zeit.de/gesellschaft/schule/ ... net-schule</a><!-- m -->

      Grundfalsch.
      Wenn(!) "Die Lehrer" auf Lehrbüchern bestehen, dann weil sie da wenigstens halbwegs wissen, was drin steht.
      Und so weder mit zu vielen prüfenswerten Variationen belastet werden noch zu einfaches Abschreiben übersehen.
      Außerdem gehört es zum "Service" der Verlage, diese nicht in Copy&Paste-Form anzubieten.

      - Martin :twisted:
      Chemie ist wenn es kracht und stinkt, Physik ist wenn es nicht gelingt.
    • Re: Lehrer haben ein digitales Defizit

      So isses, Martin. :wink:

      Ausnahme Englischlehrer: die zentralen Begriffe in wikipedia sind anklickbar (und man=schüler weiß auch gleich, was im Text ein zentraler Begriff ist! :) ) und man kommt zur Erklärung... und zwar zur richtigen, während man sich im Wörterbuch dann erstmal überlegen muss, welches Synonym denn überhaupt passt.
      Ich hab wikipedia lieb :)
      ... kritisches Nutzen bringe ich a) bei und erwarte es b) dann auch. Copy&Paste ist halt immer verführerisch, aber das geht auch durch handschriftliches Abschreiben bei Lehrbüchern. War schon immer so. Muss man halt bei der Präsentationsform drauf achten, dass das nicht durchgeht. Auch lernbar.
    • Re: Lehrer haben ein digitales Defizit

      Oh... interessant sind die Kommentare zum Artikel. Der Schreiber scheint der einzige sein, der Lehrer noch so erlebt. Wie lange der wohl nicht mehr in der Schule war? :wink:
      1.1. Ist das so?!
      :D es ist lustig, wenn man Forderungen stellt, die schon lange erfüllt wurden. Jetzt mal ehrlich, welcher Lehrer streitet sich noch über Wikipedia? Hier wird ein Klischee bedient, dass vorne und hinten nicht stimmt.

      2.2. ein kommerzbedingtes Klischee
      Richtig ist wohl eher, dass die Lehrer massiv beeinflusst werden, das alte/veraltete Bild von Bildung aufrecht zu erhalten: Eine riesige Schulbuch-Industrie fürchtet schließlich um Milliardenverluste.

      3.3. Ich erlebe Lehrer zum größten Teil als medial aufgeschlossen ...
      und kenne gegenteilige Vorwürfe, dass Schüler ohne Internetzugang von zu Hause ausgeschlossen würden.


      In der Oberstufe eh kein Thema: wir haben gar keine /kaum ausreichend Lehrbücher zur Lehrplanabdeckung. Texte müssen wir großteils selbst herstellen. Und wo kriegen wir die her? Na klar - ausm net. :)
      Und wir haben zum Glück genug PCs für die Schüler, so dass auch die, die zu Hause keinen haben (nicht, dass ich so einen schonmal real getroffen habe :wink: ) Zugang hätten.
    • Re: Lehrer haben ein digitales Defizit

      An der Schule meiner Töchter läuft es so: Das Internet soll und darf benutzt werden, gerne auch Wikipedia, man sollte aber tunlichst vermeiden, in den Themenarbeiten wortwörtlich abzuschreiben. DAS gibt nämlich gewaltigen Punktabzug. Da bin eher ich die diejenige, die schon mal sagt- guck bitte ins Regal, dort steht ein BUCH :lol:
      Ich finde das Internet sehr bequem, man kann schnell von zuhause aus etwas nachsehen, ohne sich erst langatmig in Bibliotheken zu bemühen. Aber ich bin ein Mensch, der Bücher liebt. Für ein Referat, über die NS-Zeit z.B., in alten Quellen wie archivierten Zeitungen aus der Zeit ( hat unser Stadtarchiv in gebundenen Form) zu blättern, ist was anderes wie im Internet nachsehen. Ich fand das immer sehr spannend und das versuche ich meinen Kinder zu vermitteln. Aber nicht als Ersatz fürs Internet, eher als Ergänzung.

      Obwohl- unsere Große musste in Religion mal eine Hausaufgabe machen: Das Menschenbild von Camus ( anhand welches Textes weiß ich jetzt nicht mehr ) im Vergleich zur Bibel. 5 Din-A-4 Seiten bis morgen. Mutter und Tochter mühten sich redlich, allerdings recht erfolglos. Da fiel mir mein Onkel ein, katholischer Priester. Den rief ich an, er war gerade auf dem Sprung und musste eine Abendmesse halten. Während dieser würde er sich Gedanken machen und später zurückrufen. Was er auch tat- Tochter schrieb stichwortartig mit, formulierte mündlich aus, Mama, die schneller tippen konnte, schrieb am PC mit- Aufgabe erledigt.

      Am nächsten Tag war der Lehrer ziemlich erstaunt, sie war so ziemlich die Einzige, die die Aufgabe erledigen konnte. Da er die Order ausgegeben hatte, nichts aus dem Internet abzuschreiben, witterte er Verrat und nahm den Text mit. Eine Woche später verkündete er: Dieser Text stamme in keinster Form aus dem Internet, er habe nicht einen Satz finden können, der genau so zu dort zu finden sei.

      Tochter kringelte sich fast vor Lachen- sie war sich dessen vorher schon sicher gewesen. Mein Onkel besitzt nämlich gar keinen Computer und kennt das Internet nur vom Hörensagen. Nur eben den Text von Camus- und die Bibel logischerweise auch. 8) Und fachkundige Verwandte zu befragen, war ja ok.