zimmeraufteilung klassenfahrt

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    • Re: zimmeraufteilung klassenfahrt

      Ich frag mich, welche (schlechten) Erfahrungen Eltern denn da haben könnten?
      Das man nicht von jedem gemocht wird? Das man abends manchmal Heimweh hat?
      Das das Essen nicht schmeckt? Das die Lehrkraft nicht ordentlich auf mein Kind aufpassen könnte oder ungerecht war?
      Das die Wanderung zu lang war usw.?
      Und genau all die erlebten Dinge, würden Erwachsene doch gar nicht missen wollen.

      All die kleinen und großen Begebenheiten sind in der Nachbetrachtung meistens gar nicht schlimm gewesen, sondern dienten dazu, Erfahrungen zu sammeln.
    • Re: zimmeraufteilung klassenfahrt

      Wenn es aber um die Zimmeraufteilung geht, dann kann ich mir in der Tat vorstellen, dass es für einige Kinder wirklich traumatisch sein kann, wenn sie spüren und sogar deutlich ins Gesicht gesagt bekommen, dass sie nicht willkommen sind. Das muss einfach grausam sein, dass es niemanden gibt, der sagt: "Ich bin gerne mit dir zusammen". Und DASS so etwas hin und wieder vorkommt, habe ich nun schon oft genug gesehen. Einmal hat es mein Kind getroffen, ansonsten kenne ich das von anderen. Und dann hinterher einfach so weitermachen, als ob nichts gewesen sei und sich einreden, das Schönste an Klassenfahrten sei das schlechte Essen oder so ähnlich, das stelle ich mir schwierig vor. Manchmal hat man Glück, und am Ende haben sie sich doch vertragen; ich kenne aber auch andere Geschichten, wo es einfach großer Mist für den Betroffenen ist, 250,- für eine Reise ausgegeben zu haben, bei der man immer nur das Gefühl hatte, nicht Teil der Gemeinschaft zu sein.

      Nicht vergessen darf man dabei den Aspekt der Vorfreude: Wenn sie fast alle wie wahnsinnig auf die Fahrt freuen und einem dies nicht möglich ist - warum sollte man das Kind dann zwingen, mitzufahren, ohne dass es sich darauf freuen kann?
    • Re: zimmeraufteilung klassenfahrt

      Grundsätzlich haben Klassenfahrten bei mir einen inhaltlichen Zweck, sind also keine reinen Vergnügungsreisen. In der 6. fahre ich z.B. ins Schullandheim mit Thema "Wasser", da werden z.B. im Bach Kleintiere geholt und anschließend im Labor bestimmt, in der 7. war ich schon mehrmals in Thüringen auf der Wartburg, im Bauernkriegsmuseum etc., in der 8. bieten sich Orientierungstage in Richtung Berufsfindung an. Generell wäre es mir recht, wenn man all das Persönliche mal nicht ganz so hoch werten würde - es ist grundsätzlich eine Schulveranstaltung mit Sinn.

      Nach x Jahren Erfahrungen mache ich es aber inzwischen so, dass ich - wenn das Getue im Vorfeld zu groß ist - einfach nicht fahre. Für mich ist das ein Riesenaufwand und wenn der Wert von direkter Erfahrung nicht geschätzt wird, dann schauen wir uns das Ganze halt im Buch an.

      Ist auch mal ein Aspekt - wobei ich es auch ganz schlimm finde, wenn Kinder sich nicht in der Gemeinschaft angenommen fühlen. Wenn ich aber x Leute in der Klasse habe, die aus lauter Angst vor eventuellen Problemen schon bevor auch nur irgendetwas Unangenehmes passiert ist schier zitternd zusammenbrechen, dann fehlt mir auch irgendwie die Lust.
      Gottseidank gibt es auch Klassen, die gerne fahren. Ich erinnere mich so gerne an eine Klassenfahrt mit Schülern aus der bayrischen Rhön - 29 von 29 fuhren problemlos mit - alles lustig, inklusive Gesang am Lagerfeuer bis spät in die Nacht. Ein andermal hat man Klassen - wie jetzt - wo über die Hälfte fahrtenuntauglich ist - muss man halt so akzeptieren.
    • Re: zimmeraufteilung klassenfahrt

      Bei all den Fahrten meiner Kinder war noch nie eine mit einem fachdidaktischen Hintergrund dabei. Dass das offiziell Schulveranstaltungen sind, ist ja klar, aber ich wäre als betroffene Mutter nicht gerade erfreut, wenn ein Lehrer die Sorgen meines Kindes nicht als schwerwiegend akzeptiert, sondern stattdessen meint, es müsse doch unbedingt mitfahren, weil es sich um eine Pflichtveranstaltung handelt. Natürlich ist das so. Aber aus der Sicht des Kindes sieht das halt anders aus.

      Dass erwachsene Menschen eher genervt sind von diesen Problemen, ist auch klar. Aber ernst nehmen würde ich das schon. Und wenn ich Lehrer wäre und einer meiner Schützlinge nicht mitfahren möchte, weil es auch nach mehreren Gesprächen niemanden gefunden hat, der mit ihm das Zimmer teilen würde, dann würde ich mal meinen, dass es der Job des Lehrers ist, dies irgendwie umzubiegen, sodass am Ende niemand Angst vor einer Fahrt haben muss. In dem Falle wäre mir dann auch der fachdidaktische Aspekt relativ egal.
    • Re: zimmeraufteilung klassenfahrt

      "Tina34" schrieb:

      Gottseidank gibt es auch Klassen, die gerne fahren. Ich erinnere mich so gerne an eine Klassenfahrt mit Schülern aus der bayrischen Rhön - 29 von 29 fuhren problemlos mit - alles lustig, inklusive Gesang am Lagerfeuer bis spät in die Nacht. Ein andermal hat man Klassen - wie jetzt - wo über die Hälfte fahrtenuntauglich ist - muss man halt so akzeptieren.

      Na ja, in dem Sinne wird auch die Hälfte der Lehrer jetzt oder in naher Zukunft nicht mehr "fahrtentauglich" sein.
      Und dann buchen sie ein erlebnispädagogisches Komplettangebot der Jugendherberge oder so.

      Also mein Großvater - anno Tobak Volksschullehrer auf dem Lande - hätte sich in Grund und Boden geschämt, wenn er hinter einem "Waldpädagogen" hilflos in die heimische Natur gestolpert wäre.
      Okay, sollte es Klassenfahrten gegeben haben, dann wären da Schlafsäle und keine Zimmer gewesen.
      Und das nicht existierende Belegungsproblem hätte der Rohrstock gelöst.


      - Martin
      Chemie ist wenn es kracht und stinkt, Physik ist wenn es nicht gelingt.
    • Re: zimmeraufteilung klassenfahrt

      "usernick" schrieb:

      ...dann würde ich mal meinen, dass es der Job des Lehrers ist, dies irgendwie umzubiegen, sodass am Ende niemand Angst vor einer Fahrt haben muss.


      Nun, es wäre tatsächlich wünschenswert, wenn Pädagogen auch gleichzeitig Sozialarbeiter, Psychotherapeuten und Event-Manager wären... Aber sie müssen ja schon Bürofachkraft, Compliance-Manager und zunehmend auch Integrationshelfer sein...

      Es ist wirklich eine spannende Frage, wozu Schulen künfig eigentlich gut sein sollen... Alle Informationen gibt es in Hülle und Fülle multimedial aufbereitet. E-Learning nimmt schon in der Erwachsenenwelt zunehmend Raum ein. Kinder gibt es eh immer weniger. Und die, die es noch gibt, sprechen zunehmend kein deutsch, so dass diese Fraktion ohnehin am meisten von digitalen Angeboten in der Muttersprache profitieren würde. Häufig empfinden die Schüler den Unterricht ohnehin als Zumutung und sind dort gestresst, gelangweilt oder frustriert. Wöchentlich wird zudem eine halbe Million unserer Kinder in der Schule gemobbt, gedisst oder ausgegrenzt. Das bedeutet bei insgesamt 9 Millionen Schülern, dass diese Form der Gewalt inzwischen zum Alltag jeder Schulklasse gehört.

      "Klardenker" schrieb:

      Ansonsten sind doch die Lehrer vor Ort und regeln alles.

      Ja, wenn sie sich als Autodidakten zu Schoolworkern, Streitschlichtern und Gesprächstherapeuten trainiert haben...

      Was sollen eigentlich Schulen künftig leisten, wenn die sozialen Probleme immer größer und die Anzahl der Kinder immer kleiner wird? - Hat die Präsenz-Schule aufgrund der medialen Übermacht und des demographischen Wandels nicht allmählich ausgedient? - Wäre es nicht an der Zeit, die letzten guten Didaktiker unter den Lehrern zum flächendeckenden Angebot digitaler Beschulung über Fernschulen einzusetzen und ansonsten die Gebäude der Schulen anderweitig zu verwenden? - Das wäre doch bestimmt auch angesichts klammer Kassen viel billiger... Die Lehrer müssten sich zudem nicht mehr Erziehungsaufgaben widmen und unsere Kinder könnten zwischen Facebook und Computerspiel mal rasch eine Unterrichtseinheit anschauen... Toll aufbereitet und jederzeit verfügbar!

      Ich stelle also mal den Sachverhalt um. Ich frage nun in die Runde, was eigentlich gute Gründe dafür sind, trotz diesen sozialen Problemen weiterhin an Klassenfahrten und sonstigen sozialen Gruppenerlebnissen im Klassenverband festzuhalten. Und was dafür nötig wäre, diese auch künftig durchführen zu können. Ja, wozu eigentlich dieser Aufwand als Event-Manager und diese Reiberei um Zimmerbelegungen an der jugendlichen Bande...?! - Warum sollte ein Lehrer/eine Lehrerin eigentlich nicht resignieren und als einfachste Lösung die Fahrt absagen, sondern den sozialen Konflikt zusammen mit den Kindern austragen?

      Grüße von Marius
    • Re: zimmeraufteilung klassenfahrt

      Marius, bist es wirklich du, der das schreibt?

      Habe ich dich richtig verstanden, wenn ich davon ausgehe, dass du meinst, dass es den Lehrern egal sein muss, wenn einzelne Kinder sich vor eine Klassenfahrt Sorgen machen, weil die Lehrer schon genug Probleme haben? Und weil daran - natürlich - wie immer die Eltern Schuld sind, die ihre Kinder vor der Glotze parken, die nur Türkisch oder Arabisch sprechen und die, wenn beides nicht zutrifft, ansonsten irgendwie unfähig sind?

      Ich glaube, du mischst da zuviel durcheinander: Ich behaupte, dass die Eltern mit MIgrationshintergrund ihre Kinder (wenn dies der Fall ist) aus anderen Gründen nicht mitfahren lassen und weniger aus der Überlegung heraus, dass das Kind keine Freunde hat. Und dass Eltern, die sich nicht kümmern, auch andere Gedanken haben als die Frage, ob ihr Kind auch nicht traurig sein wird, wenn es von der Familie getrennt mit Leuten, mit denen es sich nicht versteht, nächtigen muss.

      In "unseren" Schulen gibt es die Probleme, die du angesprochen hast, eigentlich nicht. Dafür haben diese Kinder gelegentlich ganz "normale" Probleme. Meinst du nun, dies sei angesichts der Tatsache, dass viele Kinder vernachlässigt werden und zu Hause kein Deutsch sprechen, bedeutungslos? Oder habe ich dich falsch verstanden?
    • Re: zimmeraufteilung klassenfahrt

      Oder habe ich dich falsch verstanden?


      Ja.

      Ich habe nur die Sichtweise umgedreht, um das Problem freizuschälen. Dieses liegt in der Diskrepanz zwischen steigender Belastung der Lehrpersonen und steigendem Bedarf an sozialpädagogischer Intervention. Letzteres liegt mitunter daran, dass Kinder entwicklungsbedingt ohnehin dazu tendieren, eine egoistische Weltsicht einzunehmen - und dies umsomehr, je mehr umsorgte Einzelkinder es darunter gibt...
    • Re: zimmeraufteilung klassenfahrt

      Gut, du hast die Perspektive gewechselt. Aber es hört sich - für mich jedenfalls - so an, als sei das eine Einladung an alle Lehrer, in diesen "endlich-mal-einer,-der-uns-versteht"-Kanon einzustimmen. Mit dem Spruch "was sollen die Lehrer denn noch alles machen?" kann man natürlich sämtliche Bitten, Forderungen und jeden zarten Hauch einer Kritik im Keim ersticken. Zumal eben, wie gesagt, nicht jede Schule eine Brennpunktschule mit hunderten Problemfällen ist.

      In manchen Schulen findet auch einfach nur der ganz normale Wahnsinn statt, und für den muss man sich auch Lösungen einfallen lassen.

      Gerade den Aspekt der Einzelkinder kann ich bei dieser speziellen Problematik nicht so unterbringen: Wo ich wohne, hat "man" mindestens zwei Kinder, eher mehr. Wenn ein Einzelkind Schwierigkeiten im Umgang mit anderen Kindern hat, sind das wieder andere Probleme. Man könnte natürlich auch genauso gut sagen, dass gerade Geschwisterkinder auch mal bei einer Klassenfahrt das Gefühl haben möchten, im Zentrum ihres Mini-Universums zu stehen. Dass endlich auch mal andere "Familien"-Konstellationen erlebt werden und dass man sich auf dieses Ereignis freuen kann. Und dass man gerade auch deshalb Verständnis für die Ängste der Kinder haben sollte, die nicht mitfahren möchten, wenn sie ausgegrenzt werden.
    • Re: zimmeraufteilung klassenfahrt

      "usernick" schrieb:

      eine Einladung an alle Lehrer, in diesen "endlich-mal-einer,-der-uns-versteht"-Kanon einzustimmen


      Nun, wenn jeder die Nöte des anderen wahrnimmt, ist das ja kein schlechter Anfang... Wenn Eltern und Lehrer am gleichen Ende des Strangs ziehen, kann man auch wirklich etwas bewegen...

      Ich habe ja eine besonders gute Schule kennengelernt. Dort wird der soziale Rahmen gleich von Beginn an schulseits mitgestaltet. Es ist ganz normal, dass ältere Schüler als ausgebildete Paten zur Pausenzeit in den unteren Klassen zugegen sind. In diesem Gefüge werden Rangeleien und Streitpunkte am Lehrer vorbei geregelt. Bei Klassenfahrten der unteren Stufen sind stets freiwillige Paten mit dabei. Diese Vertrauenspersonen nehmen eine Stellung zwischen Betreuer und guten Freunden ein. Diese älteren Schüler werden derart mit Aufmerksamkeit, ehrrührigen Präsenten und Taschengeld bedacht, dass es kein Mangel gibt. Die Unterbringung der Paten, ihre Ausbildung und ihre Honorierung kostet natürlich Geld und Mühe. Aber die Lehrer verteidigen diese sozialen Maßnahmen vehement gegen jegliche Sparanstrengungen. Und es lohnt sich, denn das soziale Klima an dieser Schule scheint erstklassig zu sein. Ausgrenzungen wie du sie beschreibst, kenne ich von meiner Schulzeit, aber nicht aus dem Erleben meines Kindes an dieser Schule.

      Alle jüngeren Schüler wollen später mal unbedingt Paten werden. Und wer nicht Pate wird, wird Hausaufgabenbetreuuer oder Streitschlichter oder Sanitäter. Aus diesen Gruppen rekrutieren sich noch später die Ausbilder der Paten und sonstiger Schulhelfer. Unterstützt werden sie dabei von rührigen Schoolworkern und engagierten Lehrern, die eben diesen Kreislauf mit den Jahren zu schätzen wissen... Die Eltern steuern nach eigenem Vermögen Gelder bei, um das ganze Projekt zu "ölen"... Auch die Eltern sind nämlich recht zufrieden, dass die Kinder so zufrieden sind...
    • Re: zimmeraufteilung klassenfahrt

      usernick sprach :

      Wenn es aber um die Zimmeraufteilung geht, dann kann ich mir in der Tat vorstellen, dass es für einige Kinder wirklich traumatisch sein kann, wenn sie spüren und sogar deutlich ins Gesicht gesagt bekommen, dass sie nicht willkommen sind.


      Auch so eine Erfahrung gehört zur Entwicklung der Lebensfähigkeit dazu ! Das passiert im späteren Leben auch öfter, in der Erwachsenenwelt zwar (meist) freundlicher und subtiler verpackt, aber nicht weniger unerfreulich. Die Menschheit ist nun mal so gestrickt, dass nicht jeder jeden liebhat. Je eher man es lernt, desto besser. 8)
    • Re: zimmeraufteilung klassenfahrt

      Ich find´s schon selber unschön, wenn Kinder tatsächlich ausgegrenzt werden und versuche mein Möglichstes, das zu verhindern bzw. in vernünftige Bahnen zu lenken. Negative Erfahrungen kann man auch später noch machen - und subtiler ist mir auch lieber als brutal-direkt. :shock:

      Aber es wurden schon x Varianten vorgestellt, wie man die Zimmeraufteilung gestalten kann. Dass reale Sorgen nicht ernst genommen werden, lese ich hier nicht.

      Habe ich dich richtig verstanden, wenn ich davon ausgehe, dass du meinst, dass es den Lehrern egal sein muss, wenn einzelne Kinder sich vor eine Klassenfahrt Sorgen machen, weil die Lehrer schon genug Probleme haben? Und weil daran - natürlich - wie immer die Eltern Schuld sind, die ihre Kinder vor der Glotze parken, die nur Türkisch oder Arabisch sprechen und die, wenn beides nicht zutrifft, ansonsten irgendwie unfähig sind?



      Es muss dem Lehrer nicht egal sein, aber in manchen Klassen häufen sich auch "unlösbare" Probleme.

      - Kind xy will nicht mirfahren, weil es eine diffuse Angst hat - vor was genau ist nicht herauszubekommen. Man spricht mit sozial veranlagten Klassenkameradinnen, die auf Kind xy zugehen und - ehrlich, nicht aufgesetzt -sagen, dass sie sich freuen würden, wenn Kind xy mitkäme und mit ihnen das Zimmer teilt - Kind xy entflieht dem Gespräch mit einem Heulkrampf. :shock: Die Eltern äußern: "XY bleiben daheim, nix fahren - habe Angst, noch nie weg von daheim."

      - Kind z will zunächst nicht mit, da der verhasste Vater nur 50! km entfernt vom Ziel wohnt und sie Angst habe ihm zu begegnen - man redet lange, dass das unwahrscheinlich ist. Z will dann doch mit und ruft am Abend vor der Fahrt an, die könne nicht mit, da sie Angst habe, ihre Periode zu bekommen und aufs Bett zu bluten. :shock: Man bietet an, dass im Falle des Falles ein Einzelzimmer für sie bereit wäre, zwei Lehrer könnten sich auch eins teilen - Kind Z bricht Telefonat mit Heulkrampf ab - Mutter ruft noch einmal an und meint, man könne Z ja schließlich nicht zwingen. (Hat mich einen halben Vormittag meiner Sommerferien gekostet, das von der ARGE erstattete Fahrtgeld wieder zurückzugeben.)

      - Kind AB kann nicht mit, da es woanders nichts essen könne - gar nichts, weder in der Jugendherberge noch bei der Pommesbude, noch von daheim Mitgenommenes - Eltern berichten aufgeregt, AB wäre von der letzten Klassenfahrt völlig ausgemergelt heimgekommen, quasi todesnah.

      - Kind CD will nicht mit, da es Angst hat vor langen Wanderungen. Es ist nicht eine einzige Wanderung geplant, man fährt mit dem Bus zur Jugendherberge, die U-Bahnstation ist maximal 50 m davon entfernt - Eltern äußern: "CD läuft halt nicht gern - wir zwingen sie nicht!"

      Dann gibt es noch die diversen Kandidaten, denen von der Busfahrt schlecht wird, die Angst vor dem plötzlichen Tod naher Anverwandter oder Haustiere haben, Angst vor Stockbetten oben wie unten, Angst sich am Morgen nicht ausreichend schminken zu können ("Ich brauche zwei Stunden - zwei Stunden - sonst sehe ich ätzend aus!!") und auch solche, die schon einmal erlebt haben, dass in einem Jugendherbergszimmer eine Spinne saß.

      Nee, ehrlich, teilweise weiß man dann nicht mehr ob man da vera... wird oder sich das wirklich antun muss.
    • Re: zimmeraufteilung klassenfahrt

      "Marius" schrieb:

      Alle Informationen gibt es in Hülle und Fülle multimedial aufbereitet. E-Learning nimmt schon in der Erwachsenenwelt zunehmend Raum ein.

      Mir ist jetzt nicht bekannt, dass sich die Konzepte aus der Erwachsenenbildung auf (hier Grund-)Schüler übertragen lassen.
      Was meint denn die Neurobiologie (oder so) dazu?
      Die notwendige Vermittlungs-, Überwachungs- und Prüfsoftware zu entwerfen und zu pflegen wird sehr, sehr aufwendig sein.
      Also die nächste Dekade würde ich aus der Ecke keine effektive Entlastung für den "Schoolworker" von morgen erwarten.

      - Martin
      Chemie ist wenn es kracht und stinkt, Physik ist wenn es nicht gelingt.
    • Re: zimmeraufteilung klassenfahrt

      "oh-ein-papa" schrieb:

      Was meint denn die Neurobiologie (oder so) dazu?


      Die Neurobiologie meint dazu, dass die Interaktion zwischen Menschen beim Erwerb von Erfahrung, Wissen und Fertigkeiten unabdingbar ist.

      Die notwendige Vermittlungs-, Überwachungs- und Prüfsoftware zu entwerfen und zu pflegen wird sehr, sehr aufwendig sein.


      Ja, aber am Ende wird so etwas trotzdem billiger sein. So wie man selbst in Ganztagsschulen darauf vertraut, dass irgendwer die Kinder schon erziehen wird, so vertrauen viele Pädagogen heutzutage schon darauf, dass es Wikipedia und Konsorten gibt. Dies wurde jüngst von einem Lehrer mit den Worten propagiert, dass er schließlich nicht als "Erklärer" bezahlt werde, da das Zeug doch mühelos nachzulesen sei... Offenbar wird da zuweilen schon kräftig Vortrieb geleistet.

      "Tina34" schrieb:

      Kind xy will nicht mirfahren, weil es eine diffuse Angst hat - vor was genau ist nicht herauszubekommen.


      Hallo Tina, das Wesen der Angst - besonders bei bei Kindern - besteht im Unbehagen gegenüber uneinschätzbaren Situationen. Gegenüber ganz genau bekannten Situationen hat jeder Mensch, also auch ein Kind, eine Meinung, die auf Vorerfahrungen fußt - aber keine Angst. Als "Rudeltiere" sind Kinder auf die Führungsstärke der betreuenden Erwachsenen angewiesen. Im Gegensatz zur landläufigen Meinung besteht jedoch die Führungsstärke nicht in einer bloßen Dominanz, sondern in gegenseitigem Vertrauen. Je größer die Vertrauensbasis, desto kleiner die Kinderangst. Befürchtungen über jedwede Vertrauensbrüche auf beiden Seiten (Betreuer überlässt Kind seinen Sogen bzw. Kind missbraucht Lehrervertrauen für Eskapaden) vermindern die gemeinschaftlich getragene Einschätzbarkeit einer Klassenfahrt und vergrößern somit die Ängste davor. Diese Ängste werden dann häufig auf eine unangenehme Vorstellung projeziert, ohne dass diese Vorstellung selbst dann tatsächlich so problematisch wäre.

      Kapitulationen von Kindern, Eltern oder Lehrern vor diesen Ängsten untergraben die Führungsstärke der Erwachsenen, indem sie das Vertrauen in deren Lösungskompetenz untergraben. Du kämpfst gegen den gesellschaftlichen Trend, dass den Kindern weder vertraut, noch etwas zugetraut wird. Vielleicht solltest du vor der nächsten Klassenfahrt mal ein wenig Material verschicken, aus dem ersichtlich wird, dass die mit der außergewöhnlichen Situation verbundenen Probleme und noch mehr deren Lösungen extrem wichtig sind...
      <!-- m --><a class="postlink" href="https://www.uni-rostock.de/fileadmin/UniHome/Gbur/kinder_stark_machen.pdf">https://www.uni-rostock.de/fileadmin/Un ... machen.pdf</a><!-- m -->

      "Klardenker" schrieb:

      Als betroffener Lehrer würde ich die Klassenfahrt abblasen !


      Das ist somit die falscheste Variante... 8)
    • Re: zimmeraufteilung klassenfahrt

      Du kämpfst gegen den gesellschaftlichen Trend, dass den Kindern weder vertraut, noch etwas zugetraut wird.


      Ja, sehe ich auch so. Vor lauter Beschützerei wird genau das den Kindern genommen - Vertrauen darauf, dass das Kind etwas alleine bewältigen kann.
      Glücklicherweise gibt es noch die Pubertät. Da wird den Eltern dann sehr deutlich gemacht, dass Kinder/Jugendliche eigenständige Personen
      sind und ein Recht auf eigene Erfahrungen haben, auch negative. :wink:
    • Re: zimmeraufteilung klassenfahrt

      "Marius" schrieb:

      Die notwendige Vermittlungs-, Überwachungs- und Prüfsoftware zu entwerfen und zu pflegen wird sehr, sehr aufwendig sein.


      Ja, aber am Ende wird so etwas trotzdem billiger sein.

      Zweifelsohne, eine moderne Gesellschaft kann ihre Ressourcen nicht auf das Korrigieren von Hausaufgaben verschwenden.
      Die Einschläge kommen ja langsam näher: Der globale Lehrer
      Aber man weiss nicht wirklich, wie sich diese (viellleicht letzte) "Digitale Revolution" durchsetzen wird und schon gar nicht wann.

      Die Hoffnung, dass sich ein Zahlen-Daten-Fakten-verwaltender Lehrer der Zukunf verstärkt um die soziale Interaktion kümmern wird, grenzt natürlich an Satire. ;)


      - Martin
      Chemie ist wenn es kracht und stinkt, Physik ist wenn es nicht gelingt.
    • Re: zimmeraufteilung klassenfahrt

      @ parents: Die Beispiele SIND Kinder in der Pubertät - darum entsetzt es mich auch teilweise so! :shock:

      @ Marius
      Das ist mir schon bewusst, dass die Klassenfahrt nur ein Auslöser ist - und das sind oft Schüler, die auch sonst Fluchttendenzen haben und das leider von den Eltern unterstützt wird.

      Konkret sehe ich mich nur in der Lage, die Probleme anzuhören, Lösungen anzubieten und Mut zu machen - rein rechtlich mag eine Klassenfahrt auch Pflicht sein, faktisch wird das - zumindest bei uns - nicht durchgesetzt.

      Manche Eltern scheinen das auch noch toll zu finden bzw. völlig normal.

      Ich sehe das aber inzwischen so, dass ich mich da nicht ewig hineinsteigere und rede und rede, sondern mir beizeiten sage, dass das nicht mein persönliches Verschulden ist.

      Das war schon an den Projekttagen so - meine Gruppe war am Reiterhof 3 km entfernt, ein Bus - kostenlos - hin und zurück unter meiner Begleitung organisiert, alle Schüler hatten sich freiwillig gemeldet, von drei Wünschen war es bis auf eine Schülerin sogar der Erstwunsch. Und was erlebt man - die Hälfte der Schüler wird gebracht oder abgeholt und mehrere Schüler (keine Grundschüler, 5. bis 9. Klasse) bekommen Bauchweh, Rückenschmerzen, teilweise Weinanfälle und haben Angst auf die völlig braven Ponys zu steigen. Nach gutem Zureden und mit viel Geduld waren dann doch alle drauf und glücklich - am zweiten Tag ging´s auch schon besser - aber ich denke mir schon, was um Himmels Willen den los ist mit den Kindern. :shock:
      Zudem - meine Tochter ist noch nicht mal drei und führt schon unser Pferd, setzt sich auch durch und sitzt für ihr Leben gerne auch mal drauf. :D
      Ich würde z.B. auch nicht unbedingt Fallschirmspringen wollen oder in die Achterbahn - aber ich würde mich dann schon im Vorfeld nicht freiwillig dafür anmelden, wenn ich 20 Projekte zur Auswahl habe. #-o
    • Re: zimmeraufteilung klassenfahrt

      "Tina34" schrieb:

      was um Himmels Willen den los ist mit den Kindern. :shock:


      Entweder: Die Eltern haben Angst und vertrauen niemandem mehr - auch nicht den Lehrern oder Busfahrern. Die Kinder sind es schon gewohnt, gegängelt und kontrolliert zu werden, weil auch ihnen nicht getraut wird. Eine wichtige Lektion im Kleinkindalter ist Misstrauen. Die Kinder haben Angst, draußen zu spielen. Sie warten, bis sie geführt, instruiert und überwacht werden. Sie trauen sich dadurch nichts mehr zu. Sie treten deswegen auch nicht mehr selbständig in Aktion, um etwas zu erreichen. Es fehlt dadurch an Selbstvertrauen und Eigeninitiative.

      Oder: Die Eltern haben größere Sorgen als die Kindererziehung. Die Kinder sollen einfach ihr Ding machen. Die Kinder sind es gewohnt, dass es keinen interessiert, was sie machen. Sie sind sich deswegen selbst irgendwann unwichtig - oder sie versuchen, über irgendwelchen Blödsinn wichtig für andere zu werden. Richtige Ziele, um etwas zu erreichen, entstehen so nicht. Es fehlt dadurch an Selbstvertrauen und Eigeninitiative.

      Wie man es dreht und wendet... Aus gesellschaftspolitischen Gründen wird die soziale Führung durch die Schule immer wichtiger, so dass wohl die Ziele der Bildung in Sachen Erziehungsaufgaben ernster genommen werden müssten... Das dürfte aber Geld kosten, fürchte ich, weil die Lehrer trotz der bestehenden Bildungsziele dafür weder die Ausbildung, noch die Kapazität haben... Klar, oder man steuert die Einwanderung so, dass man anderswo selbstbewusste Fachkräfte mit genügend Eigeninitiative abgreift... Ist wiederum billiger...

      Ja, Tina, ich höre dein entwaffnendes Seufzen quer durch's Internet... :wink: Alleine bist du halt machtlos... Letztlich hilft aber trotzdem nur, dass die Lehrer sich mit den Eltern über die soziale Führung vertrauensvoll ins Einvernehmen setzen. Und gegenüber den Kindern helfen Vertrauen stiftende Maßnahmen wie Klassenfahrten.