Der globale Lehrer

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    • Der globale Lehrer

      Ich wundere mich ja sein langem, dass "die Community" bei Lehrbüchern keine durchschlagenden Erfolge hat.
      Fachlich müsste eine Allianz aus Schüler-Nerds und pensionierten Studienräten die Verlage m.E. kalt stellen könne.

      Nun ja, vielleicht müsste sich dafür erst der Unterricht ändern.
      Sieht so aus, als würde der Hebel dort angesetzt:
      Frontalunterricht! Salman Khan hat es mit dieser scheinbar antiquierten Methode geschafft, zum populärsten und wahrscheinlich erfolgreichsten Lehrer der Welt zu werden. Zwei Millionen Menschen besuchen jeden Monat die Schule des Amerikaners, die Khan Academy (<!-- m --><a class="postlink" href="http://www.khanacademy.org">http://www.khanacademy.org</a><!-- m -->) heißt und keinerlei Klassenräume hat. Der 34-jährige Amerikaner lehrt ausschließlich im Internet auf der Videoplattform YouTube.


      Genügend Rückenwind scheint der Ex-Hedgefond-Manger zu haben:
      Das Geld kommt zu ihm. Erst helfen kleinere Spenden über die Runden, dann steuert der Internet-Konzern Google zwei Millionen Dollar bei. 1,5 Millionen Dollar gibt die Stiftung des Microsoft-Gründers Bill Gates. „Ich sehe Sal Khan als Pionier einer Bewegung, die Technik nutzt, um mehr Menschen Bildung zu ermöglichen“, sagt der Milliardär, dessen Kinder ebenfalls schon mit der Khan Academy lernten.

      <!-- m --><a class="postlink" href="http://www.focus.de/schule/lernen/nachhilfe/tid-23465/forschung-und-technik-der-globale-lehrer_aid_653107.html">http://www.focus.de/schule/lernen/nachh ... 53107.html</a><!-- m -->

      Augenscheinlich haben die Amis keinen Respekt vor den bewährten Aktenordnern mit Kopiervorlagen im Lehrerzimmer:
      Mit ca. zwei Millionen Besuchern pro Monat gehört sie zu den beliebtesten pädagogischen Websites der Welt. Tendenz steigend. Und nicht nur Einzelpersonen, auch ganze Schulklassen nutzen die Khan Academy. Manche Lehrer gehen sogar so weit, ihre Lehrbücher komplett zur Seite zu legen: In der fünften Klasse der Covington Elementary School in Los Altos, Kalifornien, sitzen 27 Schüler vor 27 Laptops und lernen mit der Khan Academy. Frontalunterricht gibt es nicht, denn die Video-Lektionen haben sich die Schüler bereits zu Hause angeschaut. In der Klasse machen sie lediglich ihre Hausaufgaben – mit individueller Unterstützung durch ihren Lehrer und die Mitschüler.

      Nochmal langsam zum Mitschreiben: Die Lektionen in Ruhe zu Hause, die Hausaufgaben in der Schule!

      Auf einem iPad verfolgt der Lehrer den Fortschritt jedes Schülers. Welche Module hat Annie abgeschlossen, welche nicht? Welche Videos hat sie gesehen, welche fehlen ihr noch? Wie lang war ihre Verweildauer bei jedem Video? Und wieviel kann sie schon im Vergleich zu Jason, Martin oder Linda? Um das herauszufinden, braucht der Lehrer keine Klassenarbeiten. Er schaut einfach auf sein iPad. Mit einem Ampelsystem kann er sofort einschätzen, wer gerade allein zurecht kommt und wer Unterstützung benötigt. Jeder Schüler lernt selbstbestimmt in seinem eigenen Tempo – und jeder bis zur Meisterschaft. Damit stellt die Khan Academy das klassische Schulkonzept vom Kopf auf die Füße!

      <!-- m --><a class="postlink" href="http://home.foerster-kreuz.com/2011/08/salman-khan-ein-mann-revolutioniert-das.html">http://home.foerster-kreuz.com/2011/08/ ... t-das.html</a><!-- m -->


      Aber cool down, er scheint derzeit nicht die Absicht zu haben, sich an deutschen Schulen aufzureiben: ;)
      Und er geht sein Projekt langsam an, hat Intensivprojekte an zwei Schulen im Silicon Valley gestartet, die wissenschaftlich begleitet werden. "Meine größte Angst ist, dass eine Schule etwas nur halbherzig angeht und es unsere Reputation beschädigt", sagt Khan.

      <!-- m --><a class="postlink" href="http://www.wiwo.de/technik-wissen/vom-hedgefondsmanager-zum-lehrer-im-internet-466788/2/">http://www.wiwo.de/technik-wissen/vom-h ... -466788/2/</a><!-- m -->


      - Martin
      Chemie ist wenn es kracht und stinkt, Physik ist wenn es nicht gelingt.
    • Re: Der globale Lehrer

      Augenscheinlich haben die Amis keinen Respekt vor den bewährten Aktenordnern mit Kopiervorlagen im Lehrerzimmer:
      Aktenordner? Bei uns weiß, glaube ich, kaum noch jemand wie die aussehen. Unsere Fachschaftsmaterialien stehen bei lo-net drin oder auf dem Transferdatenlaufwerk des Schulnetzes. Oder werden via email oder facebook-Gruppen gemanagt. Aber ich meine mich zu erinnern, dass das so Pappedeckel mit Metallringen drin waren. Evtl gibts noch ein paar im Archiv im Keller... :D
      Letztens hat mal ein Kollege ein paar Kopiervorlagen für ne Konferenz in die Fächer gelegt - bei der Konferenz starrten die Kollegen dann verzweifelt auf ihre smartphones und ipads und wunderten sich, wovon ersprach, als er "die bereit gestellten Vorlagen" erwähnte: "Hä, wo sind die denn? Hast du die per mail geschickt oder ins lonet gestellt?" - andere guckten an die Wand und warteten drauf, dass einer das smartboard anwirft.
      Mit Papier können wir nicht mehr so gut umgehen... :wink:
    • Re: Der globale Lehrer

      Hi Meike,

      schau an, Dein Kollegium hat einen weit höheren Computerisierungsgrad als ich und meine IT-Kollegen.
      Kann natürlich daran liegen, dass unserer Konzern aus Sicherheitsgründen keine bring-your-own-device-Strategie fährt.
      Vielleicht haben wir aber auch nur wesentlich leistungsfähige Drucker und unlimitiertes Papier. ;)

      Was ich mich frage ist, warum man bei Lehrvideos die Lernphase in das häusliche Umfeld verlegen kann.
      Könnte dann bei Lehrbüchern auch klappen, viele Haushalte haben doch selbst Bücher zuhause.
      Liegt das vielleicht an der besseren Kontrolle der Durchführung?
      Oder ist das Motivation gepaart mit Können, also ein Pioniereffekt?
      Oder sind es die Nerds im Silicon Valley eh gewöhnt, sich das Wichtige selbst beizubringen?

      - Martin
      Chemie ist wenn es kracht und stinkt, Physik ist wenn es nicht gelingt.
    • Re: Der globale Lehrer

      Vielleicht haben wir aber auch nur wesentlich leistungsfähige Drucker und unlimitiertes Papier.
      Kann gut sein. :wink:

      Ich habe noch Schwierigkeiten mir ein (mir sinnvoll erscheinendes) Lernen ohne zwischenmenschliche Interaktion vorzustellen. Aber vielleicht bin ich da auch nur meinem eigenen Vergnügen zu hold: ich finde die Zeit, die ich mit den Schülern verbringe, und da eben auch gerade mit der Gruppe, halt das Tolle am Job. Das Gebruddel allein am PC oder vor allem über den Klausuren bräucht ich nicht unbedingt ....