Nervige Eltern

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    • Nervige Eltern

      Bezug: <!-- m --><a class="postlink" href="http://www.lehrerforen.de/index.php?page=Thread&threadID=29794">http://www.lehrerforen.de/index.php?pag ... adID=29794</a><!-- m -->

      Nein, ich möchte jetzt nicht als Mutter auf die Lehrer schimpfen. Aber gerne ein paar Anmerkungen aus meiner Sicht.

      1. Fast nichts kann eine Mutter emotional schlechter ertragen, als dass sie erkennen muss, dass es in der Schule mit dem Kind nicht gut klappt.

      2. Leider gibt es viele Fälle, wo ein Kind ohne elterliche Extra-Förderung den Verbleib auf einer Regelschule nicht geschafft hätte. Und ein guter Schulabschluss ist auf jeden Fall ein elterliches Ziel.

      3. Es ist auch den Eltern bekannt, dass der Lehrer nur begrenzte Ressourcen hat. Vergleiche aber 1.

      4. Daher hilft in echten Konfliktsituationen (sei es aus Eltern- oder aus Lehrersicht) am Besten, eine neutrale 3. Person bei Gesprächen hinzuzuziehen (Mediation; das muss ja kein Profi sein). Weil nur dadurch der emotionale Konflikt vermieden wird. Und dann trifft man eine Vereinbarung, z.B. über die Fördermaßnahmen. Dabei darf, ja muss sogar ein Lehrer deutlich sagen, wo seine (zeitlichen und Fach-kompetenzmäßigen) Grenzen liegen. Und was er von den Eltern erwartet bzw. auf keinen Fall möchte, dass es Eltern tun.

      5. In dem Gespräch vereinbart man den Folgetermin. Dann ist allen Seiten klar, über welche Zeiträume man tatsächlich redet und der Lehrer wird nicht ständig wieder angesprochen. Eventuell vereinbart man, mit welchen weiteren Stellen wer Kontakt aufnimmt.

      6. Wer sich tief in eine Thematik eingelesen hat, Vorträge gehört hat, etc. kann tatsächlich theoretisch mehr wissen, als ein Lehrer. Ein Lehrer vergibt sich nichts, wenn er diesen Gedanken selbst emotional zulässt. In dieser Haltung kann man dann als Lehrer selbst entscheiden, was von diesen Kompetenzen nutzbar erscheint. In der Praxis eben. Das größte Problem dieser angelesenen Eltern-Kompetenzen ist die Tatsache, dass nur wenige Eltern sich dabei von ihrem konkreten Kind lösen können (siehe 1.). Daher ist Punkt 4. dann wieder so hilfreich.

      Viel Erfolg

      Ubi
      Jeder nach seinen Möglichkeiten!
    • Re: Nervige Eltern

      Naja, wer sich schon "Primartusnelda" nennt...

      Komischerweise fand ich den Eingangsbeitrag zu diesem Thread ganz in Ordnung: Ich kann mir vorstellen, dass viele Eltern den Sinn fürs Wesentliche verloren haben und nur noch darauf bedacht sind, dass ihr Kind ohne Fehler, ohne Schwächen und ohne Langeweile die Schule hinter sich bringt. So etwas ist jedoch unrealistisch. Da finde ich es auch selbstverständlich, dass der Lehrer sagt, es drehe sich nicht alles nur um das Kind dieser betreffenden Eltern. Es ist ja so: Es gibt keine gesunden Menschen - nur schlecht untersuchte. Man kann also bei jedem Kind etwas finden, was dringend verbesserungswürdig sei. Da muss man vielleicht Prioritäten setzen.

      Die Antworten im Sinne von "wir Lehrer dürfen nicht zulassen, dass die Eltern sich einmischen", sind natürlich erstens unprofessionell und zweitens schwachsinnig. Denn Eltern sind mindestens genauso Experten für ihr Kind, wie die Lehrer das sind. Man muss also Hand in Hand arbeiten, sonst funktioniert es nicht. Ich würde es mir verbitten, mir das Einmischen zu verbieten. Ich mische mich dann ein, wenn ich es für richtig halte. Die Frage ist nur: Ist es wirklich immer nötig, seinen Senf als Mutter dazu zu geben? Was würde denn passieren, wenn das Kind mit einer Wahrnehmungsstörung nicht in der ersten Reihe sitzt? Für manche Kinder mag das wichtig sein, andere können - und sollten - lernen, dass sie sich - auch mit ihrer Schwäche - ein- und unterzuordnen haben. Es ist seit Jahren bekannt, dass meine Tochter Wahrnehmungsstörungen hat, aber trotzdem würde ich nicht in die Sitzordnung eingreifen wollen, zum Beispiel. Man muss halt als Mutter schauen, ob es nicht auch ohne Extra-Behandlung funktioniert.
    • Re: Nervige Eltern

      Ich konnte das Eingangsposting der LEhrerin auch gut nachvollziehen. An der Grundschule meiner Kinder sind ganz viele Eltern, die jeden schulischen Entwicklungsschritt ihrer Kinder begleiten und es fast schon als persönliche Beleidigung betrachten, wenn das Kind nicht so funktioniert, wie sie es sich vorstellen. Ich habe auch den Eindruck, dass das immer extremer wird. Im Kindergarten ist man ja schon ein Exot, wenn man sein Kind nicht zur Ergotherapie schickt; an der Grundschule ernte ich immer erstaunte Blicke anderer Eltern, weil ich oft gar nicht genau weiß, was welches meiner Kinder genau auf hat, wann welche Arbeiten geschrieben werden - und nein, ich übe nicht im 2.Schuljahr schon gezielt mehrere Tage lang mit dem Kind für eine "Mathearbeit" .

      Ich glaube das liegt daran, dass Eltern total verunsichert sind, echte Zukunftsängste für ihre Kinder haben und nicht mehr auf ihren eigenen "vernünftigen Menschenverstand" vertrauen.
      Und dann stellt man auch schon mal unsinnige Anforderungen, stellt sich vor, dass Lehrer sich genauso viel Gedanken um jedes einzelne Kind machen wie die Eltern und es genauso beobachten, analysieren und "dauerfördern" und verlieren völlig das Gefühl dafür, dass in einer Klasse halt nicht nur 1 Kind sitzt.

      Das sollten Lehrer den Eltern auch ruhig deutlich machen - und ruhig auch erwähnen, dass die Profis für den normalen schulischen Bereich sind. In Fragen zu Teilleistungsschwächen, Wahrnehmungsstörungen sind Lehrer aber oft auch nicht besser informiert als manche Eltern, da wäre eine Zusammenarbeit sicher hilfreicher als ein pauschales Abblocken nach dem Motto "Ich bin der Profi!"

      Nina
    • Re: Nervige Eltern

      Und noch etwas zum immer wieder vorgebrachten Hinweis, dass wir Eltern ja Arzt, Polizist, Anwalt,... auch nicht vorschreiben, was sie zu tun haben:

      Wenn ich zum Arzt gehe und dieser mir sagt: "Sie sind zu dick, bekommen zu wenig Luft und sollten mehr Sport machen" dann stelle ich die Professionalität des Arztes nicht in Frage, sondern nehme diese Ansage so hin. Und wenn ich dann genauer wissen will, welche Diät geeignet ist, welcher Sport in welcher Dosis mir guttut, frage ich den Arzt und der kann mir zwar einen Rat geben, für die Details würde ich mich trotzdem im internet, mit Büchern schlau machen oder einen Profi auf diesem Gebiet aufsuchen.

      Lehrer sind nunmal keine Profis in Kinderpsychologie; ich kann ihre Professionalität im Bereich "Schule und lernen" gut anerkennen und für Fragen, die darüber hinausgehen, halt jemand anderes fragen oder mich selber schlau machen.
    • Re: Nervige Eltern

      Ich hinterfrage tatsächlich Ärzte und Anwälte genauso wie Lehrer. Aber es mag schon stimmen, dass man bei Lehrern eher meint, etwas von der Materie zu verstehen als bei Ärzten und Anwälten. Wobei es einem das Internet ja leicht macht, sich auch für Arzt- und Anwaltsbesuche hinreichend zu beschlauen. Ich glaube, Eltern stört eher, dass ihnen Lehrer die Kompetenz beim Kind nicht zutrauen. Wobei das eigentliche Problem, dabei bleibe ich, die emotionale Betroffenheit ist.

      Gruß

      Ubi
      Jeder nach seinen Möglichkeiten!
    • Re: Nervige Eltern

      Ich glaube, Eltern stört eher, dass ihnen Lehrer die Kompetenz beim Kind nicht zutrauen. Wobei das eigentliche Problem, dabei bleibe ich, die emotionale Betroffenheit ist.



      Das denke ich auch.

      Und mich ärgert es schon ziemlich, wenn mir eine nette, junge Grundschullehrerin dann sagt, was ich mit meinem Kind noch zusätzlich üben sollte (jeden Tag 10 - 20 minuten laut lesen), auf welche Dinge ich bitteschön achten soll (Ordnung im Tornister, Ordnung in Heften und Heftern, vollständige Federmappe, angespitzte Stifte,..) und dazu noch erwartet, dass ich bis zum nächsten Tag irgendwelche Sonderwünsche von Heftumschlägen bis hin zu speziellen Zirkeln erfülle. Und wenn ich dann man vorsichtig darauf hinweise, dass ich mich zwar bemühe, mir aber mit Berufstätigkeit, Haushalt und nicht nur einem Kind doch das ein oder andere durch die Lappen geht (ganz zu schweigen davon, dass ich diese lückenlose Elternüberwachung sowieso unsinnig finde), werde ich erstaunt angeguckt oder bekam auch schon den Spruch serviert, dass müsste ich dann halt selber wissen, was mir der schulische Erfolg meines Kindes wert sei.

      Das sind dann so Lehrerinnen, deren Professionalität ich auch in schulischen Dingen sehr genau hinterfrage und denen ich jede darüber hinausgehende Kompetenz nicht zutraue.

      Das ist aber bisher zum Glück ein einziges Extrembeispiel - für diese Lehrerin war ich sicher ein Musterexemplar der "nervigen Mutter".
    • Re: Nervige Eltern

      Ich bin auch eine nette, junge Grundschullehrerin und ich bin von Ninas Post doch schon etwas erstaunt. Ist es nicht Elternpflicht mit dem Kind zu üben und auf die Ordnung in der Schultasche zu achten? Sollen denn die Kinder z.B. die Stifte alle während des Unterrichts spitzen? Was meinst du denn, Nina, wie oft ich von den Kindern höre, ich habe keinen Bleistift, ich habe keine Schere etc. Oft warte ich wochenlang bis ein volles Heft neu gekauft wird. Das hält alles nur den Unterricht auf. Deswegen verstehe ich deine Meinung überhaupt nicht. Trotz Beruf und Haushalt gehört es zu deinen Pflichten, dich um die Schulsachen deiner Kinder zu kümmern.
      Lieben Gruß Alpi
    • Re: Nervige Eltern

      Nix für ungut, alpi, aber wird Euch das wirklich so beigebracht?

      Um Ninas Kinder mache ich mir da wenig Sorgen, die wird schon darauf achten, dass die Kinder lernen, aber wie will man denn die Bildungskluft schließen - oder wenigstens dafür sorgen, dass sie sich nicht noch vergrößert -, wenn die Kinder so viel zu Hause in Elternarbeit machen müssen oder sollten?

      Dann hat doch "Kevin" gar keine Chance, egal wie pfiffig das Kind nun ist, wenn er aufgrund mangelnder elterlicher (Schul-)Fürsorge von vornherein draussen bleibt?

      Mich interessiert wirklich, ob das mit der elterlichen Stoffvermittlung bei Euch im Studium so gelehrt wird :shock: .
    • Re: Nervige Eltern

      Eigentlich bin ich es leid, diese Diskussion zu führen. Natürlich differenziere ich meinen Unterricht, aber ich kann doch nicht, nur, damit die Bildungskluft nicht noch größer wird, mich an den "Kevins" orientieren. Es wird immer Kinder geben, die alles sofort verstehen und keine Übung brauchen und andere brauchen eben mehr Übung. Trotz individualisiertem Unterricht muss ich irgendwann im Stoff weitermachen, obwohl es noch Kinder gibt, die weitere Übung bräuchten. Und das müssen sie dann eben zu Hause tun. Und natürlich haben hier die Kinder einen Vorteil, die ein kümmerndes Elternhaus haben, aber Abhilfe würde hier nur die Ganztagsschule bringen.
      Alpi
    • Re: Nervige Eltern

      Das was Nina moniert

      "nina" schrieb:

      ... mit meinem Kind noch zusätzlich üben sollte (jeden Tag 10 - 20 minuten laut lesen), auf welche Dinge ich bitteschön achten soll (Ordnung im Tornister, Ordnung in Heften und Heftern, vollständige Federmappe, angespitzte Stifte,..


      finde ich keineswegs eine Zumutung. Der Lehrer kann wohl kaum bei dreißig Schülern ständig auf eine vollständige Federmappe achten und wegen jedem Radiergummi einzeln Zettelchen schreiben, das ist definitiv Aufgabe der Eltern. Das heißt nicht, dass die Eltern ihren Kindern jeden Abend die Tasche packen sollen, im Gegenteil, eine gewisse Erziehung zur Selbständigkeit ist ja gewünscht. Aber ganz ausklinken kann man sich da als Eltern nicht.
      Das gilt auch bei den Hausarbeiten: natürlich sollen die Eltern da nicht daneben sitzen oder inhaltlich alles kontrollieren. Aber hinterher mal einen Blick drauf werfen sollte bei Grundschulkindern schon regelmäßig sein und später zumindest hin und wieder passieren. Auch mal Vokabeln abfragen oder was vorlesen lassen ist zumutbar. Das ist übrigens keine subjektive pädagogische Einschätzung, sondern Rechtslage (In den verschieden Erlassen zu Hausarbeiten finden sich Passagen der Art "Die ordnungsgemäße Bearbeitung der Hausarbeiten zu gewährleisten obliegt der Pflicht der Eltern." - geht ja auch gar nicht anders, die Lehrer haben ja gar keine Möglichkeit dazu, sie können höchstens kontrollieren und mitteilen).
    • Re: Nervige Eltern

      "Moebius" schrieb:

      Das was Nina moniert

      "nina" schrieb:

      ... mit meinem Kind noch zusätzlich üben sollte (jeden Tag 10 - 20 minuten laut lesen), auf welche Dinge ich bitteschön achten soll (Ordnung im Tornister, Ordnung in Heften und Heftern, vollständige Federmappe, angespitzte Stifte,..


      finde ich keineswegs eine Zumutung. Der Lehrer kann wohl kaum bei dreißig Schülern ständig auf eine vollständige Federmappe achten und wegen jedem Radiergummi einzeln Zettelchen schreiben, das ist definitiv Aufgabe der Eltern. Das heißt nicht, dass die Eltern ihren Kindern jeden Abend die Tasche packen sollen, im Gegenteil, eine gewisse Erziehung zur Selbständigkeit ist ja gewünscht. Aber ganz ausklinken kann man sich da als Eltern nicht.
      Das gilt auch bei den Hausarbeiten: natürlich sollen die Eltern da nicht daneben sitzen oder inhaltlich alles kontrollieren. Aber hinterher mal einen Blick drauf werfen sollte bei Grundschulkindern schon regelmäßig sein und später zumindest hin und wieder passieren. Auch mal Vokabeln abfragen oder was vorlesen lassen ist zumutbar. Das ist übrigens keine subjektive pädagogische Einschätzung, sondern Rechtslage (In den verschieden Erlassen zu Hausarbeiten finden sich Passagen der Art "Die ordnungsgemäße Bearbeitung der Hausarbeiten zu gewährleisten obliegt der Pflicht der Eltern." - geht ja auch gar nicht anders, die Lehrer haben ja gar keine Möglichkeit dazu, sie können höchstens kontrollieren und mitteilen).



      Stimme Moebius voll zu.


      Es geht um 10 Minuten (das bis..lasse ich mal weg).
      Das kann man doch super abends vor dem Bettgehen einbauen.
      Und wenn es mal 5 Minuten am Tag sind, ist es doch auch besser als garnicht.

      Eigentlich kann man doch froh sein, wenn die Lehrerin darauf hinweist, dass das Mädel im Lesen noch Rückstände hat.



      Und wegen der gespitzten Stifte und fehlenden Materialien:
      Rechnet das doch zeitlich mal hoch.

      Sollen die Lehrer wirklich Unterrichtszeit für Stifte spitzen und Materialien suchen/ausleihen verplempern?


      Meist muss man ja bei seinem Kind nicht täglich kontrollieren.
      Aber einmal pro Woche ein Generalcheck der Schultasche--unmöglich?
    • Re: Nervige Eltern

      "Moebius" schrieb:

      Das ist übrigens keine subjektive pädagogische Einschätzung, sondern Rechtslage (In den verschieden Erlassen zu Hausarbeiten finden sich Passagen der Art "Die ordnungsgemäße Bearbeitung der Hausarbeiten zu gewährleisten obliegt der Pflicht der Eltern." - geht ja auch gar nicht anders, die Lehrer haben ja gar keine Möglichkeit dazu, sie können höchstens kontrollieren und mitteilen).

      Hmm - ein Erlass (des Schulminsteriums) entfaltet seine Wirkung m.E. auf Schulbedienstete - nicht auf Eltern.
      Und natürlich ginge es anders - es würde "nur" viel Geld" kosten...

      - Martin
      Chemie ist wenn es kracht und stinkt, Physik ist wenn es nicht gelingt.
    • Re: Nervige Eltern

      "steve63" schrieb:


      Und wegen der gespitzten Stifte und fehlenden Materialien:
      Rechnet das doch zeitlich mal hoch.

      Sollen die Lehrer wirklich Unterrichtszeit für Stifte spitzen und Materialien suchen/ausleihen verplempern?

      Nun ja, bei Kindern ohne ein "bildungsnahes Elternhaus" müssen sie es wohl oder übel.
      Es gibt ja keine Rechtfertigung dafür, diese Kinder dafür "büßen" zu lassen.

      Das ist noch kein Grund für alle anderen Eltern, den Unterricht durch fehlendes Materail zu torpedieren.
      Aber ob die Schule und mithin die Materialbeschaffun immer "sooo wichtig" ist, das bleibt dahin gestellt.
      Denn wenn es "sooo wichtig" wäre, dann würde die Schule es wohl oder übel zentral beschaffen.


      - Martin

      P.S.: Aber in dem von Ubi angeführten Thread geht es ja um "nervige" (überengagierte) Eltern.
      Da fallen mir als erstes Lehrereltern ein. Deren "Gymnasialquote" dürfte die der allgemeinen Beamten noch toppen, die schon top ist. :D
      Chemie ist wenn es kracht und stinkt, Physik ist wenn es nicht gelingt.
    • Re: Nervige Eltern

      "oh-ein-papa" schrieb:


      Hmm - ein Erlass (des Schulminsteriums) entfaltet seine Wirkung m.E. auf Schulbedienstete - nicht auf Eltern.
      Und natürlich ginge es anders - es würde "nur" viel Geld" kosten...


      Es wird ja auch nicht sanktioniert, wenn sich Eltern nicht darum kümmern.
      Es muss halt nur klar sein, dass die Verantwortung für die Hausarbeiten bei den Eltern liegt. Wenn sie diese nicht wahrnehmen, müssen sie sich letztlich auch die Folgen zurechnen lassen.

      "oh-ein-papa" schrieb:


      Nun ja, bei Kindern ohne ein "bildungsnahes Elternhaus" müssen sie es wohl oder übel.
      Es gibt ja keine Rechtfertigung dafür, diese Kinder dafür "büßen" zu lassen.


      Es ist eine Illusion, das das ginge (die gern von Politikern verbreitet wird). Natürlich behilft man sich, wenn man vor der Situation steht, dass irgendwo Material fehlt, irgendwie. Aber egal wie wohlwollend und engagiert der Lehrer ist, er kann immer nur reagieren und es niemals komplett auffangen, wenn sich Eltern aus dem Bildungsweg ihrer Kinder ausklinken. Selbst Vorhalten eigener Materialien durch den Lehrer oder solche Angebote wie Hausarbeitenbetreuung können nur partiell Lücken stopfen, aber niemals den notwendigen Beitrag der Eltern zur Bildung ihrer Kinder ersetzen. (Und der besteht gar nicht darin, sich in großem Umfang zeitlich zu engagieren, sondern zunächst mal darin, sich verantwortlich zu fühlen und dieses Verantwortungsgefühl auch ihren Kindern zu vermitteln)
      Dass solche Schüler Nachteile auf ihrem Bildungsweg haben, hat nichts mit "Kinder büßen lassen" zu tun, es ist schlicht eine unvermeidbare Folge.

      Im Übrigen merkt man das schon stark, wenn die Schüler auf die weiterführenden Schulen wechseln. Die Fünftklässler, die von Grundschulen mit schwierigem sozialen Umfeld zu uns kommen, haben oft Defizite, selbst wenn sie interlektuell eigentlich stark sind. Ganz einfach weil die Lehrerinnen in diesen Grundschulen einen Großteil ihrer Arbeitszeit auf Bleistifte-Spitzen, Schuhe binden und co. verwenden müssen.
    • Re: Nervige Eltern

      Sorry, aber ich muss mich jetzt mal selbst zitieren.

      Das:
      Und wenn ich dann man vorsichtig darauf hinweise, dass ich mich zwar bemühe, mir aber mit Berufstätigkeit, Haushalt und nicht nur einem Kind doch das ein oder andere durch die Lappen geht (ganz zu schweigen davon, dass ich diese lückenlose Elternüberwachung sowieso unsinnig finde), werde ich erstaunt angeguckt oder bekam auch schon den Spruch serviert, dass müsste ich dann halt selber wissen, was mir der schulische Erfolg meines Kindes wert sei.

      war die Fortsetzung meines Beispieles.

      Genauso, wie Lehrer sich nicht dauernd in ihre Professionalität hineinreden lassen wollen, will eben auch ich mir nicht in meine "Eltern- Professionalität" hineinreden lassen.

      Ein Austausch unter gegenseitiger Anerkennung ist meiner Meinung nach Vorraussetzung für eine gute Zusammenarbeit.

      Noch was zum fehlenden Material: eine meiner Töchter hatte mal keinen Farbkasten mehr (der war irgendwie weg) und konnte in einer Kunststunde dann leider nicht mitmachen - sie hatte ihr Kunstmaterial danach immer im Blick und sleber darauf geachtet, ob sie auch alles dabei hat. Fand ich völlig in Ordnung und viel effektiver, als wenn die Lehrerin sie mit Material versorgt hätte und mir eine Nachricht ins Hausaufgabenheft geschrieben hätte oder aber mich vorwurfsvoll darauf hingewiesen hätte, dass schon wieder Material fehlt.
    • Re: Nervige Eltern

      Tja, bei uns hängt ein schwarzes Brett. Was da nicht hängt, kaufe ich auch nicht und ich kaufe am Wochenende Büromaterial. Es kann also schon mal vorkommen, dass etwas von Di-Fr fehlt. Mir z.B. sind Lehreranforderungen zur Beschaffung manchmal einfach zu kurzfristig. Aber das hatten wir ja schon an anderer Stelle thematisiert.

      "Moebius" schrieb:

      Es ist eine Illusion, das das ginge (die gern von Politikern verbreitet wird). Natürlich behilft man sich, wenn man vor der Situation steht, dass irgendwo Material fehlt, irgendwie. Aber egal wie wohlwollend und engagiert der Lehrer ist, er kann immer nur reagieren und es niemals komplett auffangen, wenn sich Eltern aus dem Bildungsweg ihrer Kinder ausklinken. Selbst Vorhalten eigener Materialien durch den Lehrer oder solche Angebote wie Hausarbeitenbetreuung können nur partiell Lücken stopfen, aber niemals den notwendigen Beitrag der Eltern zur Bildung ihrer Kinder ersetzen. (Und der besteht gar nicht darin, sich in großem Umfang zeitlich zu engagieren, sondern zunächst mal darin, sich verantwortlich zu fühlen und dieses Verantwortungsgefühl auch ihren Kindern zu vermitteln)
      Dass solche Schüler Nachteile auf ihrem Bildungsweg haben, hat nichts mit "Kinder büßen lassen" zu tun, es ist schlicht eine unvermeidbare Folge.

      Im Übrigen merkt man das schon stark, wenn die Schüler auf die weiterführenden Schulen wechseln. Die Fünftklässler, die von Grundschulen mit schwierigem sozialen Umfeld zu uns kommen, haben oft Defizite, selbst wenn sie interlektuell eigentlich stark sind. Ganz einfach weil die Lehrerinnen in diesen Grundschulen einen Großteil ihrer Arbeitszeit auf Bleistifte-Spitzen, Schuhe binden und co. verwenden müssen.


      Erlaube, dass ich da widerspreche. Ich meine mich zu entsinnen, dass es in Essen-Katernberg eine Langzeitstudie gab, die gezeigt hat, dass bei konsequenter Ganztagsbetreuung (schon ab wenigen Monaten), die Bildungserfolge sozial benachteiligter Kinder sehr gut sind und dass auch das Gymnasium erreicht wird. Interessant war außerdem, dass die Kinder in der Sek. I selbst dann gut klar kamen, wenn die Betreuung ab dem 5. SJ nicht mehr gewährleistet war.

      Wie Martin schon schrieb, man kann das schaffen, braucht aber deutlich mehr Geld. Ich finde, wir sollten das ausgeben.

      Wobei die Ausgangsfrage ja eher die nach den Eltern waren, die sich aus Lehrersicht zu viel kümmern. Und da ging es mir darum, dass man sich als Lehrer "keinen Zacken aus der Krone bricht", wenn man einfach mal im Einzelfall anerkennt, dass die Kompetenz der Eltern höher ist. Man muss nur die emotionalen Dramen vermeiden. Wie das gehen könnte, habe ich ja geschrieben.

      Gruß

      Ubi
      Jeder nach seinen Möglichkeiten!
    • Re: Nervige Eltern

      UBI sprach :

      Ich meine mich zu entsinnen, dass es in Essen-Katernberg eine Langzeitstudie gab, die gezeigt hat, dass bei konsequenter Ganztagsbetreuung (schon ab wenigen Monaten), die Bildungserfolge sozial benachteiligter Kinder sehr gut sind und dass auch das Gymnasium erreicht wird.


      In Studien kommt immer das heraus, was der Durchführende wünscht. Oder anders formuliert : Ich glaube keiner Statistik, die ich nicht selbst gefälscht habe. 8)
    • Re: Nervige Eltern

      "UBI" schrieb:

      und ich kaufe am Wochenende Büromaterial. Es kann also schon mal vorkommen, dass etwas von Di-Fr fehlt. Mir z.B. sind Lehreranforderungen zur Beschaffung manchmal einfach zu kurzfristig.

      Wobei man da ganz ruhig agieren kann, wenn man insgesamt "im Plus" ist.
      Und ich nehme stark an, dass Du das bist. =D>

      Ich bin z.B. schon deswegen im Plus, weil ich seit etlichen Jahren die Schulhomepage administriere.
      Das ist natürlich etwas, was der Schulträger heutzutage "eigentlich" über einen professionellen IT-Dienstleitster beistellen müsste.
      Bis das geschieht, wird hilfsweise meine IT-Erfahrung gerne gezogen.


      Wobei die Ausgangsfrage ja eher die nach den Eltern waren, die sich aus Lehrersicht zu viel kümmern. Und da ging es mir darum, dass man sich als Lehrer "keinen Zacken aus der Krone bricht", wenn man einfach mal im Einzelfall anerkennt, dass die Kompetenz der Eltern höher ist. Man muss nur die emotionalen Dramen vermeiden. Wie das gehen könnte, habe ich ja geschrieben.

      Unsere Kleinere hat ja jetzt die "perfekte Lehrerin", über die ich noch nie Klagen gehört habe.
      Da ist das gar kein Problem, Schon weil sich die höhere Elternkompetenz schwerlich auf ihren Unterricht bezieht. :oops:
      Und da, wo es nötig ist, findet sich auch ein (Mittel-)Weg.


      - Martin
      Chemie ist wenn es kracht und stinkt, Physik ist wenn es nicht gelingt.
    • Re: Nervige Eltern

      Öhem...na, da bin ich froh, daß meine Töchter keine Lehrerin wie Alpi hatten. Mir rutscht nämlich auch schon mal was durch, bei drei Töchtern...sie haben ja nun die Grundschule alle hinter sich gelassen, die Große hat es, unserer Verzweifelung und der ihrer Lehrer zum Trotz, mit ihrer "Mein Block ist meine Mappe" - Einstellung bis zum Abitur gebracht...trotz öfter mal fehlender Stifte, Hefte, Umschläge....ich hab mich nur ständig gefragt, warum, zum Henker, müssen die Mappenfarben auch dann noch vorgegeben sein, wenn die Kinder längst in der Lage sind zu lesen, welches Fach auf der Mappe steht??? Hier werden nämlich immer Pappmappen - ohnehin ein einziges Ärgernis!- gefordert, davon zweimal in den aparten Farben Pink und Lila. Und beide Farben sind schwer zu bekommen. Außerdem muß auf jeder Mappe in Druckbuchstaben an ganz bestimmter Stelle der Name, das Fach, die Klasse stehen....die Bücher sind auf eine ganz bestimmte Art und Weise in eine ganz bestimmte Sorte Folie einzuschlagen...Stifte bitte nur von jener Marke, Tuschkästen nur von jener - alles Marken, die nie, aber wirklich nie, günstig zu bekommen sind....in der Grundschule kam ich mir mehr und mehr als Erfüllungsgehilfin der Lehrer vor, was mir mit jeder Tochter mehr auf den Zwirn ging....

      Meine Mittlere erschien bisher niemals, wirklich niemals, mit auch nur einem fehlenden Stift in der SChule. In ihrer Büchertasche sind alle Mappen, Hefte, Ordner immer der Größe nach geordnet und niemals befindet sich auch nur ein Blatt am falschen Platz. Dieses Verhalten, was ihre Lehrer beständig als "vorbildliche Arbeitseinstellung" loben, bemängeln ihre Therapeuten dagegen ebenso beständig als Ausdruck ihres Krankheitsbildes- sie ist Asperger Autistin und dieser "Ordnungszwang" ist da sehr häufig. Ich musste mir bei Elternsprechtagen regelmäßig das Lachen verbeißen, wenn die Lehrerin mal wieder in Lobeshymnen ausbrach....