halbjuristische Frage zum Schulweg

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    • halbjuristische Frage zum Schulweg

      Ich hab mal eine Frage zum Schulweg: Das leidige Thema und das rote Tuch für jeden politisch korrekten Menschen:

      Eltern, die ihre Kinder zur Schule fahren.

      Ich bekenne mich schuldig: Ich bin leidenschaftlicher Umweltverpester und fahre daher die Kinder durchaus morgens durch die Gegend. Natürlich nicht, um die Umwelt zu verpesten, sondern aus ganz praktischen Gründen: Der Schulweg ist zum Laufen zu weit, der Bus fährt auf dieser Strecke nicht (bzw. die Busfahrt mit Fußweg würde 60 min dauern, auf einer Strecke, für die man mit dem Auto 5 min benötigt...), das Kind kann noch nicht sicher (5. Kl) mit dem Rad fahren (Großstadt), ich muss anschließend noch die Kleine wegbringen.

      Andere Eltern haben andere Gründe: Wohnen in einer anderen Stadt, was auch immer - ich denke, die Gründe, aus denen man sein Kind zur Schule fährt, sind vielfältig und privat. Die sollten meiner Meinung nach niemanden etwas angehen.

      Und nun kommt der Haken: Die Schule möchte (drängt darauf), dass die Kinder nicht mit dem Auto gefahren werden, sondern laufen. Wenn sie nicht laufen, wird vorgeschrieben, in welchen Straßen im Umfeld der Schule man das Kind nicht absetzen darf .In den anderen Straßen ist Halteverbot, so dass man eigentlich, wenn man dem Wunsch der Schule folgt, gar nicht mit dem Auto fahren kann.

      Nun frage ich mich: Was soll das? Darf man so etwas bestimmen? Die Schule ist in einer öffentlichen Straße; das morgendliche Chaos hält sich - verglichen mit den anderen mir bekannten Schulen - in Grenzen; es fahren halt ein paar Autos durch die Straße, wie das so ist in einer Stadt. Die Anwohner beschweren sich wohl. Kann das sein? Da kann ich als Mutter doch auch sagen: Liebe Anwohner, fahrt bitte nicht mit dem Auto durch eure Straße, mein Kind möchte dort in Ruhe laufen. Kann ich nicht selbst bestimmen, ob ich durch eine öffentliche Straße fahre und mein Kind im eingeschränkten Parkverbot (oder wie sich das nennt) rausschmeiße?

      Jetzt die obligatorische Formel: Natürlich ist es gut, wenn die Kinder laufen. Aber kann die Schule sich da so einmischen? Geht in dieselbe Richtung wie: Geben Sie Ihren Kindern auf keinen Fall Actimel mit / kaufen Sie nur Papierordner und Pelikantuschkästen.

      Ich finde das nicht in Ordnung - und das sage ich nicht nur, weil ich mich als Autofahrer genötigt fühle (das Ding wird jetzt eh verschrottet), sondern aus Prinzip. Mich interessiert einfach, ob die Schule den Eltern juristisch und moralisch vorschreiben darf, wie die Kinder zur Schule gelangen.
    • Re: halbjuristische Frage zum Schulweg

      Hallo,

      zunächst mal hat die Schule natürlich nicht die Befugnis den Eltern verbindliche Verkehrsvorschriften für die umliegenden Straßen zu machen. Für so etwas ist sie schlicht nicht zuständig. Dringende Empfehlungen aussprechen kann sie natürlich, ob man sich daran hält, muss dann jeder selbst entscheiden.

      Ich persönlich würde mir auch dringend wünschen, dass weniger Eltern die Kinder bei uns per Auto bringen und zwar im Wesentlichen aus zwei Gründen.
      1. 50 Eltern, die ihre Kinder mit dem PKW bringen können eine ganz erheblich unübersichtliche Verkehrssituation herbeiführen, wodurch 1000 andere Kinder, die die Straße vor der Schule auch überqueren müssen, gefährdet werden.
      2. Das sagt man den Eltern oft nicht gerne so direkt: Kinder, die täglich gefahren werden, laufen nach meiner Erfahrung in die Gefahr, in der Klasse in eine Außenseiterrolle zu kommen. Oft sind es nämlich die sehr stark behüteten Kinder, die sowieso schon sozial etwas unsicher sind. Wenn dann Mami noch jeden Morgen "bis zur Schultür Händchen hält" hat derjenige dann bei den Mitschülern schnell einen doppelt so schweren Stand.

      Grüße,
      Moebius
    • Re: halbjuristische Frage zum Schulweg

      Das ist ja nicht verkehrt, dass die Situation durch viele Autos unübersichtlich ist. Aber mal ganz ehrlich: Ich soll also jetzt mein Kind, das einen Schulweg von 1,5km hat (mit einem Ranzen, der das eigentlich zulässige Gewicht um ein vielfaches übersteigt!), den ganzen Weg laufen lassen, nur damit die glücklichen Kinder, die direkt gegenüber von der Schule wohnen, bequem die Straße überqueren können? Dafür könnte man ja Zebrastreifen oder sonstige bauliche Maßnahmen ergreifen (lassen).

      Wenn es so ist, dass die Schule meint, den Eltern das vorschreiben zu müssen, dann fände ich es sinnvoll, wenn man sinnvolle Alternativen anbietet; die Zahl der Eltern, die ihre Kinder fahren, wird sich sicher nicht reduzieren lassen, weil sich niemand - ich auch nicht - so etwas vorschreiben lassen will. Wenn nun also alle Eltern, die die Kinder fahren, ihre Kinder zwei Straßen weiter aussteigen lassen, dann sind die Familien, die in eben dieser Straße wohnen, genauso genervt. Und so fort. Die Schule hat ein sehr großes Einzugsgebiet; nur ca. 40% der Kinder wohnen so, dass sie wirklich bequem laufen können. Da finde ich es schon doof, wenn dann genau diese Eltern sich auf dem Elternabend darüber beschweren, dass die, die einen viel weiteren Weg haben, nicht laufen wollen.

      Und: Mein Kind jetzt "heimlich" 500m von der Schule entfernt aussteigen zu lassen, wie das viele tun, finde ich auch affig: Das erzeugt die Illusion, man tue der Umwelt und seinem Kind etwas Gutes und verhalte sich völlig korrekt, obwohl genau das auch nicht der Fall ist. Schlimm sind auch die Leute, die meinen, dass gefahrene Kinder aggressiv, hyperaktiv oder unsportlich sind. Da wird dann wieder schön alles pauschalisiert, weil es so ins Weltbild passt.
    • Re: halbjuristische Frage zum Schulweg

      So weit ich informiert bin, kann die Schule nicht mal vorschreiben, dass die Kinder nicht mit dem Fahrrad kommen dürfen.
      Hat Dich überhaupt jemand aus der Schule darauf direkt angesprochen?

      Aber gut, 1,5 km kann ein Kind in 30 Minuten laufen. Ich würde am Ranzengewicht arbeiten.


      - Martin
      Chemie ist wenn es kracht und stinkt, Physik ist wenn es nicht gelingt.
    • Re: halbjuristische Frage zum Schulweg

      "usernick" schrieb:

      Das ist ja nicht verkehrt, dass die Situation durch viele Autos unübersichtlich ist. Aber mal ganz ehrlich: Ich soll also jetzt mein Kind, das einen Schulweg von 1,5km hat (mit einem Ranzen, der das eigentlich zulässige Gewicht um ein vielfaches übersteigt!),

      In meiner Nachbarschaft wohnen ca. 10 Grundschulkinder, die jeden Morgen 1200 m zur Schule müssen. Das ist ein Fußweg von 15 Minuten und kein einziges vorn denen wird gefahren. 1,5 km dauern etwa 20 Minuten, mit dem Rad 5.

      "usernick" schrieb:


      den ganzen Weg laufen lassen, nur damit die glücklichen Kinder, die direkt gegenüber von der Schule wohnen, bequem die Straße überqueren können? Dafür könnte man ja Zebrastreifen oder sonstige bauliche Maßnahmen ergreifen (lassen).


      Ich kannte ein Kind, das vor einigen Jahren vor der Schule überfahren worden ist, trotz vorhandenen Zebrastreifens. Um Bequemlichkeit geht es hier nicht. Auch vor unserer Schule sind alle möglichen Maßnahmen (Tempo 30, Halteverbote, 2 Zebrastreifen) zur Verkehrsberuhigung längst da. Es nützt nur nichts, trotzdem ist die Situation für Fußgänger extrem gefährlich. Und das liegt zum Großteil an einigen Eltern, die sich sehr Rücksichtslos verhalten, da sie außer ihrem eigenen Kind nichts mehr sehen. Jeden morgen kann man beispielsweise beobachten, wie nacheinander ca. 10 Wagen auf den Schulparkplatz fahren, ihr Kind ganz vorne auf dem Behindertenparkplatz rauslassen (kein Schritt mehr als nötig) und dann im Rückwärtsgang so wieder runterjagen, dass sich andere Kinder, die den Parkplatz überqueren müssen, schon mal mit einem Sprung zur Seite in Sicherheit bringen müssen.

      "usernick" schrieb:




      Und: Mein Kind jetzt "heimlich" 500m von der Schule entfernt aussteigen zu lassen, wie das viele tun, finde ich auch affig: Das erzeugt die Illusion, man tue der Umwelt und seinem Kind etwas Gutes und verhalte sich völlig korrekt, obwohl genau das auch nicht der Fall ist.


      Vielleicht tun sie das nicht "heimlich um irgendeine Illusion zu erzeugen", sondern schlicht weil das ihr Weg zur Arbeit ist und sie nicht der Meinung sind, dass es unbedingt notwendig ist, das Kind direkt bis vor den Haupteingang zu fehren. Die Gründe wären mir persönlich auch egal, wenn es immerhin dazu beiträgt, das Chaos direkt vor der Schule zu reduzieren.

      "usernick" schrieb:

      Schlimm sind auch die Leute, die meinen, dass gefahrene Kinder aggressiv, hyperaktiv oder unsportlich sind. Da wird dann wieder schön alles pauschalisiert, weil es so ins Weltbild passt.


      Wer hat das denn hier behauptet? Ich habe lediglich davon gesprochen, dass ich die Beobachtung gemacht habe, dass Eltern, die ihr Kind unbedingt jeden Tag zur Schule fahren müssen, oft etwas überbehütend sind und es ihrem Kind im sozialen Gefüge der Schule damit manchmal schwerer machen.
    • Re: halbjuristische Frage zum Schulweg

      moebius, das ist falsch, dass man für 1,5km nur 20 min braucht. Das kommt ja wohl auf das Kind an. Wir sind eher langsam und brauchen für den einfachen Weg 40 min. Ist einfach so. Das ist für einen netten Spaziergang O.K., für zwei Wege am Tag mit 7 kg Gepäck (ohne Turnbeutel :wink: ) ist mir das definitiv zu viel. Ich bekomme schon Rückenschmerzen, wenn ich das Teil nur die Treppe hoch trage. Vielleicht sind es auch mehr als 1,5 km; ich habe das damals geschätzt, müsste ich mal bei Google maps nachprüfen... (edit: Ich hab jetzt gegoogelt: 1,8 km)

      Am Gepäck zu arbeiten, ist uns natürlich auch in den Sinn gekommen; dann müsste ich sämtliche Bücher doppelt anschaffen. Kann ich mir eigentlich (auch gebraucht) nicht leisten.

      Ich meinte nicht dich mit den Leuten, die pauschalisieren; ich meinte die auf dem Elternabend, mir geht das gehörig auf den Keks, wenn mir jemand - der mein Kind gar nicht kennt - erzählen will, was gut für es ist.
    • Re: halbjuristische Frage zum Schulweg

      Ich denke auch, dass da die Kompetenzen überschritten wurden. Und das ärgert mich. Jeder weiß, dass Autos die Umwelt schädigen und dass Bewegung gut ist. Aber die Schule darf doch nicht einfach jedem vorschreiben, wie man sich zu verhalten hat. Ich schreibe ja auch niemandem vor, dass er sich das Rauchen, Naschen und Trinken abgewöhnen muss. Und die Straßen gehören nicht der Schule.
    • Re: halbjuristische Frage zum Schulweg

      "usernick" schrieb:

      Und: Mein Kind jetzt "heimlich" 500m von der Schule entfernt aussteigen zu lassen, wie das viele tun, finde ich auch affig:

      Hat Dich überhaupt schon jemand angeranzt, weil Du Dein Kind 100m vor der Schule an irgendeiner Garagenausfahrt kurz hast aussteigen lassen?
      Direkt vor der Schule steht bei uns freilich öfter der Dorfsherrif um Eltern davon abzuhalten, vor dem Überweg einen Sichtschutz aufzubauen und beim Rückwärtsfahren Unvorsichtige umzunieten.

      - Martin
      Chemie ist wenn es kracht und stinkt, Physik ist wenn es nicht gelingt.
    • Re: halbjuristische Frage zum Schulweg

      Hallo in die Runde!
      Mal zusammengefasst:
      Usernicks Kind hat einen Schulweg von 1,8km in einer Großstadt. Der Ranzen ist zu schwer, so dass der Weg nicht zu Fuß zu bewältigen ist. Bus kommt wohl nicht in Frage, weil die Fahrt zu lange dauert und zu umständlich ist. Offensichtlich gibt es auch keinen Schulbus. Rad fahren geht wohl nicht, weil der Schüler zu unsicher ist- wobei man daran durch ständige Übung durchaus etwas ändern könnte.
      Nein, ich denke auch, juristisch hat die Schule keine Handhabe. Allerdings ist es sogar bei uns auf dem Land oft so, dass ich mich frühestens 30 Minuten nach Schulschluss aus dem Schulhaus traue (selbst wenn ich früher fertig bin), weil draußen vor der Schule die Hölle in Form von Verkehrschaos tobt. Parkende Eltern in der Busschleife, Eltern, die nicht willens sind, das Reißverschlussverfahren anzuwenden, Eltern, die gestresst sind und den Lehrerparkplatz mit ihren Autos verstopfen. Und hier sind es wirklich die Eltern, denn die Kollegen handhaben es inzwischen so wie ich und gehen gar nicht aus dem Schulhaus, bevor dieses Chaos sich gelegt hat. Zudem haben wir jetzt noch das von Strelizie angesprochene Problem, dass Schüler selbst mit dem Auto kommen und die Situation verschärfen. Hier konnte die Schule aber ein Parkverbot für den Lehrerparkplatz aussprechen, so dass die betroffenen Schüler doch ein Stück weit laufen müssen.
      Um auf Usernicks Problem zurück zu kommen: Könnte man nicht abwechselnd Eltern bitten, die Schüler mit dem Rad in die Schule zu begleiten?
      Liebe Grüße
      Hermine
    • Re: halbjuristische Frage zum Schulweg

      Das Komische ist ja wirklich, dass vor der Schule eine sehr große Lücke mit diesen eingeschränkten Haltemöglichkeiten ist, so dass es dieses Chaos gar nicht gibt. Es ist wie in jeder anderen Straße morgens im Berufsverkehr auch. Man muss schon mal ausweichen, wenn einem jemand entgegenkommt. Aber ganz ehrlich: Ich hab den Verdacht, dass es hier mehr darum geht, dass die Anwohner ihre Ruhe haben, als darum, dass die Kinder morgens frische Luft bekommen. Ich denke auch: Wenn man es wirklich will, dann kann man als Schule auch etwas Sinnvolles organisieren und die Kinder darin unterstützen, ihren persönlichen Schulweg zu gestalten.

      Die anderen Schulen, die ich kenne, haben es da weitaus schlechter: Da bringen die Autos (in denen auch ich gesessen habe [-X ) einen zum Wahnsinn, aber auch da kommt es zu keinen dramatischen Zwischenfällen - immerhin fährt man ja, wenn man Kinder hat, sowieso sehr aufmerksam an einer Schule vorbei.
    • Re: halbjuristische Frage zum Schulweg

      Deinen letzten Satz kann ich leider gar nicht unterschreiben- gerade Eltern, die ihr Kind in die Schule bringen, sind oft sehr gestresst und darunter leidet natürlich dann auch die Aufmerksamkeit. Neulich kam bei uns im Radio die Meldung, dass die Hälfte aller im Straßenverkehr gestorbenen Kinder in einem Auto saß... übrigens auch wieder verbunden mit der Bitte, die Kinder entweder in die Schule radeln zu lassen oder einen "Laufbus" zu organisieren.
      Natürlich kann es sein, dass die Schule deines Kindes Ärger mit den Anwohnern vermeiden will, das halte ich sogar für sehr wahrscheinlich. Die meisten Eltern werden aber die Warnung/Bitte der Schule sowieso ignorieren, so läuft es bei uns auch. Konsequenzen von Seiten der Schule sind ja nicht zu erwarten.
      Liebe Grüße
      Hermine
    • Re: halbjuristische Frage zum Schulweg

      Ich lasse mein Kind ja nicht an einer Ausfahrt aussteigen, sondern an der "Haltestelle", die ja von der Behörde sicher genau zu diesem Zwecke eingerichtet wurde. Und angemeckert hat mich deswegen auch noch niemand; das Umfeld ist sehr "bürgerlich", da schüttelt man dann wohl eher innerlich den Kopf und denkt sich: "Das arme Kind wird von seiner Mutter gefahren; ich selbst bin ja so viel besser".

      Hermine: Wegen der Unfälle: Meine persönliche Erfahrung ist wirklich, dass Eltern mit Kindern im Auto und im Umfeld der Schule sehr rücksichtsvoll und vorausschauend fahren. Wegen deiner Statistik: Die besagt dann aber wohl auch: "Die Hälte der im Verkehr gestorbenen Kinder ging zu Fuß / fuhr mit dem Rad" - ist eigentlich auch nicht besser, oder?

      Wahr ist: Es geht doch eigentlich allen Eltern - hoffe ich mal - um die Sicherheit der Kinder. Die Einen meinen, dies im Auto besser gewährleisten zu können und die anderen - vorzugsweise die, die in der Nähe der Schule wohnen..., meinen, der Fußweg ist das A und O. Richtig ist auch: Es ist schon lächerlich, wenn Kinder nur noch mit dem Auto befördert werden und, kaum sind sie aus dem Auto raus, versagt die Orientierung oder die Beine. Man sollte schon darauf achten, dass die Kinder auch wissen, wie sie sich zu Fuß fortbewegen können.
    • Re: halbjuristische Frage zum Schulweg

      In unserer Straße -30er-Zone, Einbahnstraße, vielbegangener Weg zur Grundschule, mit recht schmalem Bürgersteig...- sind es zu bestimmten einschlägigen Uhrzeiten IMMER deutlich erkennbar die gestressten Mütter mit Tunnelblick, die offensichtlich auf den letzten Drücker ihre Kinder abliefern wollen/müssen.
      Als meine noch zur Grundschule gingen habe ich sie angewiesen, sich immer möglichst dicht an der Mauer zu bewegen. Wie gesagt - viel Platz ist nicht auf dem Bürgersteig. Wäre überhaupt kein Problem, wenn man sich an Tempo 30 halten würde...

      Wir haben in unserer Einfahrt dann irgendwann mal ein Riesenschild an den Rand gestellt - naja - zugegebenermaßen ein ganz kleines bisschen auf der Straße platziert (sonstwäre ja auch der Bürgersteig NOCH enger geworden... :wink: ), aber man konnte im angemessenen Tempo bequem daran vorbei - auf dem wir sowohl auf "Schulweg" als auch auf "Tempo 30" hingewiesen haben.
      Einige wenige gingen -schuldbewusst- vom Gas.
      Der weit überwiegende Teil machte uns mit mehr oder weniger obszönen Gesten darauf aufmerksam, dass zweifellos WIR die Idioten seien.
      Das Gleiche beklagen die Anwohner der von der Schule wegführenden Einbahnstraße. Sowohl direkt NACH dem Abliefern als auch beim selbstverständlich unvermeidlichen Abholen wird so richtig Gas gegeben.

      Ich habe auch mal gelesen, dass es eben sehr häufig genau diese Klientel ist, die sich nicht wirklich an die Begrenzungen oder an bestimmte Rücksichtsmaßnahmen hält... Verständlich ist das für mich nicht.

      Neulich haben wir vor dem Haus eine Mutter mit ihren zwei Kindern im Auto gestoppt, weil sie, um an Linksabbiegern ganz schnell mal eben vorbei zu kommen, nonchalant über den Bürgersteig preschte. Selbstverständlich NICHT in Tempo 30. Und selbstverständlich ohne maßgeblich zu bremsen - sie erwartete offensichtlich, dass die Fußgänger anhalten, ausweichen/warten, bis sie das Manöver beendet hatte. Da pack ich mir echt an den Kopf.

      In dem beschriebenen Fall würde sich m.E. ein Fahrradtraining echt lohnen. Wobei ich es echt erstaunlich finde, dass in einer Großstadt tatsächlich kein passender Bus halbwegs in die Nähe fährt, so dass man noch ein wenig laufen muss/darf/kann... Gibt es ja sogar bei uns in der Provinz. Und meine Kinder genießen den Weg von/zur Haltestelle, weil sie ihn immer gemeinsam mit anderen gehen. Da wird dann gern mal die NICHT direkt am nächsten gelegene Haltestelle genommen, sondern man läuft zum Bahnhof, weil man da effektiv mehr Leute trifft.

      Ich gehe mal davon aus, dass sich das Problem irgendwie reguliert, sobald das Kind etwas älter ist...

      Cassandra
    • Re: halbjuristische Frage zum Schulweg

      Es fährt ein Bus, so dass das Kind nur ca. 700m laufen muss. Eigentlich ideal, dachten wir. Allerdings fährt der nur alle 20min (was bei uns in der Großstadt wirklich schon dramatisch selten ist). Das bedeutet: Wenn das Kind mit dem Bus fährt, muss es um 7.00 aus dem Haus. Wenn es mit dem Auto fährt, reicht es, wenn wir um 7.40 gehen. Wie gesagt, in Zukunft bleibt dem Kind eh nichts anderes übrig, aber solange wir das Auto noch haben und falls mir 10 000 Euro über den Weg laufen, möchte ich einfach selbst bestimmen, wohin ich mit dem Auto fahre.

      Wegen der Rücksichtslosigkeit: Ich kann tatsächlich konkret nur für mich sprechen: Ich bin sehr rücksichtsvoll, wenn Kinder in der Nähe sind oder in der Nähe sein könnten.
    • Re: halbjuristische Frage zum Schulweg

      Tatsächlich könnten meine Kinder das Haus auch später verlassen, wenn ich sie fahren würde. So ca. eine halbe Stunde wär da schon drin... Aber letztlich wäre das mir persönlich echt zu stressig - und sie genießen wie gesagt das morgendliche Rumblödeln mit den Kumpels im Bus und auf dem Weg - von daher würde sich das Interesse, gefahren zu werden, extrem in Grenzen halten...So müssen sie das Haus halt um 7:10 verlassen. Finde ich absolut i.O. - für die von weiter weg Angereisten sind Anfahrten -mit öffentlichen Verkehrsmitteln- von über einer Stunde die Regel - die verlassen das Haus ALLE gut vor 7!

      Bus alle 20 Minuten finde ich ziemlich gut - (aber klar, da sind die Großstädter natürlich "verwöhnter" als wir Provinzler).... Hätte mich jetzt echt gewundert, wenn es das nicht gegeben hätte.

      Cassandra
    • Re: halbjuristische Frage zum Schulweg

      Wenn lediglich die Eltern, deren Verkehrssituation ähnlich wie bei Usernick ist,wäre die Lage vor den Schulen wahrscheinlich deutlich entspannter.Dann werden tatsächlich die Kinder gefahren deren Weg länger ist.Leider wird ein Grossteil der Kinder gefahren die den Weg recht unkompliziert und schnell bewältigen können.Wir wohnen drei Minuten Fussweg von der ehemaligen Grundschule entfernt.Auch wir sind schon auf unserer Strasse mehrmals in Vorgärten gesprungen da Eltern es nicht schnell genug ging und sie über den Bürgersteig prechten.Viele Eltern fahren auch dreist auf den Schulhof um ihr Kind direkt vor dem Eingang auszuladen.Aber das schlimmste ist das sobald das eigene Kind den Wagen verlassen hat, viele Eltern Gas geben.In einer Tempo 30er zone mit sechzig Sachen durch die Strassen prechen,Vorfahrtsregeln gelten nur für Angsthasen und Versager.Hauptsache das eigene Kind ist sicher angekommen,wen interessiert schon der Rest.

      Edit.Bei uns dürfen die kinder erst dann mit dem Rad zur Schule kommen wenn sie den Fahrradführerschein erworben haben.die Möglichkeit wird aber erst im dritten Schuljahr geboten.Da setzen die Schulen sich ein wenig selbst ins Aus mit dieser Haltung.