Nur mehr digitale Lehrbücher für kalifornische Schulen

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    • Nur mehr digitale Lehrbücher für kalifornische Schulen

      Arnold Schwarzenegger verordnet den Schülern Kaliforniens mehr digitales Training. Wie der kalifornische Gouverneur ankündigte, soll künftig jeder Schüler in Kalifornien eine "Weltklasse-Ausbildung" erhalten – durch digitale statt gedruckte Schulbücher.
      [...]
      Das eingesparte Geld werde dem Bildungsbudget Mittel für andere dringende "Ausgabe-Prioritäten" eröffnen, selbst dann, wenn die Schulen schlecht mit Computern ausgerüstet seien. Die Lehrer könnten das Material ja ausdrucken und kopieren, das sei noch immer sehr viel billiger als Bücher.

      <!-- m --><a class="postlink" href="http://www.heise.de/newsticker/Gouverneur-Schwarzenegger-speckt-ab-Nur-mehr-digitale-Lehrbuecher-fuer-kalifornische-Schulen--/meldung/140119">http://www.heise.de/newsticker/Gouverne ... ung/140119</a><!-- m -->

      Erstaunlich - Lehrer können "sehr viel billiger" drucken als Druckereien.
      Wollte man nicht auch die Top-Lehrer in der Industrie einsetzen - oder war das umgekehrt? ;)
      ("Drucken" werden natürlich die Eltern müssen, aber das wird Arnie erst nach den Wahlen verkünden. :twisted: )

      Aber ich denke mal einen Schritt weiter: Die Zukunft gehört dem Null-Euro-Open-Source-Schulbuch, das von Lehrern und Eltern entwickelt und gepflegt wird. (Natürlich müsste es statt Open-Source eigentlich Public-Domain oder Creative-Commons-License heissen, aber so versteht es jeder.)
      (Sieht hier jemand eine Smiley? Ich meine das völlig ernst.)


      - Martin
      Chemie ist wenn es kracht und stinkt, Physik ist wenn es nicht gelingt.
    • Re: Nur mehr digitale Lehrbücher für kalifornische Schulen

      Hallo Martin,

      ich finde "analoge" Bücher in der Schule auch besser als digitale... Andererseits haben sich schon die Fachbibliotheken der wissenschaftlichen Welt inzwischen dem Kostendruck und der Schwerkraft gebeugt - und sind digital geworden. Wahrscheinlich schwappt die digitale Welle auch irgendwann über deutsche Schulen. An einer hiesigen Schule wird gerade in größerem Umfang "e-learning" ausprobiert. Der digitale Lehrer erklärt geduldig jedes beliebige Thema so oft, bis es der Schüler vor dem PC verstanden hat. Auch Übungsphasen und Wissenserwerb können individuell angepasst werden... Ich finde "analoge" Lehrer ja auch besser als digitale. Aber die Schüler sind sich da offenbar nicht mehr so sicher...

      Und du hast bloß Sorgen wegen der digitalen Bücher...? :wink:

      Viele Grüße von

      Marius
    • Re: Nur mehr digitale Lehrbücher für kalifornische Schulen

      Hallo Marius,

      Ich persönlich mache mir eigentlich keine Sorgen.
      Und brauchbare Hardware steht vielleicht bald bereit, brauchbare Software noch (lange) nicht.
      Ich weise nur mal wieder darauf hin, dass die "digitale Revolution" das Schulwesen bisher nicht mal ansatzweise erfasst hat.
      Nicht, solange Lehrer noch Klassenarbeiten von Hand (erst-)korrigieren und solange Schüler am PC von (teuren) Lehrkräften beaufsichtigt werden.


      - Martin

      P.S.: Ich habe mal kurz gegoogelt, erste Schulbücher unter Creative-Commons-License gibt es (natürlich) schon:
      <!-- m --><a class="postlink" href="http://www.wortgefecht.net/open-source/usa-cc-lizenziertes-schulbuch/">http://www.wortgefecht.net/open-source/ ... schulbuch/</a><!-- m -->
      Chemie ist wenn es kracht und stinkt, Physik ist wenn es nicht gelingt.
    • Re: Nur mehr digitale Lehrbücher für kalifornische Schulen

      Aber ich denke mal einen Schritt weiter: Die Zukunft gehört dem Null-Euro-Open-Source-Schulbuch, das von Lehrern und Eltern entwickelt und gepflegt wird.


      Wo habe ich da unlängst nur mit zu tun gehabt... #-o

      Gruß

      Ubi

      Trotzdem: ich finde, ein "echtes" Buch hat auch etwas Ästhetisches. Da kann eine Sammlung von Ausdrucken irgendwie nicht mithalten. Und ein e-Reader auch nicht. Aber wahrscheinlich werde ich nur alt...
      Jeder nach seinen Möglichkeiten!
    • Re: Nur mehr digitale Lehrbücher für kalifornische Schulen

      Hallo Martin,

      es könnte allmählich zweckdienlich erscheinen, die Schule in den Cyberspace zu verlagern. Manche Kiddies sind ja zunehmend dort häufiger anzutreffen, als im wirklichen Leben. Man könnte ja in WoW Punkte für gute Leistungen in einer Online-Schule vergeben, mit denen sich die Kiddies ihre Scills verbessern können... Nie haben diese Kinder lieber gelernt! Nie zuvor wussten sie besser, wozu die Schule gut ist... Um besser Drachen zu besiegen natürlich! Die Welten sind endlich wieder vereint. Gute Noten trotz Computersucht...! - "Kind, jetzt mach doch mal deine Aufgaben!", ruft die Mutter. Das Kind antwortet, ohne vom Monitor aufzuschauen. "Mama, mach ich doch! Ich habe zwei Klassen in einer geschafft. Meine Freunde und ich sind die Besten in Drachenkunde und Mathematik! Noch eine gute Note und einer von uns kriegt das goldene Schwert...! Sorry, Mama, ich muss weiterlernen..."

      Glosse (mit ernstem Hintergrund) von Marius

      PS: Komme gerade von einem Symposium über diese Thematik. Siehe auch *hier*. Diese Infos sollte man zwar mit gesunder Skepsis aufnehmen (Begeisterung für etwas Neues gab es schon immer: siehe Kalifornien), aber die Daten könnten durchaus erklären, wieso gerade Jungs zunehmend weniger häufig das Abi machen...
    • Re: Nur mehr digitale Lehrbücher für kalifornische Schulen

      Mal ohne Witz. Online-Lernumgebungen werden hier in NRW sehr ausführlich getestet und es gibt in der Erwachsenenbildung schon seit einigen Jahren ein sehr erfolgreich verlaufendes Abitur-Online-Programm, bei dem der größte Teil der Arbeit mit einer kombinierten Arbeitsumgebung geleistet wird und die Präsenzzeiten an der Schule auf einen kleinen Teil der allgemeinen Stundentafel heruntergefahren sind.

      Das Problem ist nur, dass diese Art des Lernens, die große Autonomie und Selbstdisziplin vom Lerner verlangt, nicht für jeden Schüler geeignet ist.

      Nele
      Isn't it enough to see that a garden is beautiful without having to believe that there are fairies at the bottom of it too? - Douglas Adams
    • Re: Nur mehr digitale Lehrbücher für kalifornische Schulen

      Ich bin mittelfristig gespannt, ob sich eine neue "digitale Kluft" ergeben wird:
      Die einen müssen kostenoptimal am und durch Computer lernen.
      Die anderen können es sich leisten, von Menschen "handoptimiert" zu werden.


      - Martin
      Chemie ist wenn es kracht und stinkt, Physik ist wenn es nicht gelingt.
    • Re: Nur mehr digitale Lehrbücher für kalifornische Schulen

      "oh-ein-papa" schrieb:

      Nicht, solange Lehrer noch Klassenarbeiten von Hand (erst-)korrigieren und solange Schüler am PC von (teuren) Lehrkräften beaufsichtigt werden.


      Könntest du mir erklären, wie ich eine schriftliche Erötertung zu einem historischen Problem (d.h. eine Geschichtsklausur) mit dem Computer korrigieren kann?

      Ich bin jeder Verbesesserung der Arbeitsökonomie durch Computereinsatz gegenüber aufgeschlossen! :)

      Nele
      Isn't it enough to see that a garden is beautiful without having to believe that there are fairies at the bottom of it too? - Douglas Adams
    • Re: Nur mehr digitale Lehrbücher für kalifornische Schulen

      "neleabels" schrieb:

      Ich bin jeder Verbesesserung der Arbeitsökonomie durch Computereinsatz gegenüber aufgeschlossen! :)


      ....wenn man vielleicht etwas weniger besessen wäre von Erläuterungen in allen möglichen Fächern..... :?

      In Geschichte sehe ich da auch keine Möglichkeit, da drängen sich Erläuterungen schon auf, in Deutsch natürlich auch.

      Aber wenn man die Klassenarbeiten anschaut, da muss inzwischen bald in jedem Fach etwas "erörtert" werden: in Erdkunde und Bio werden Grafiken erklärtund Thesen erörtert, in Ethik und Reli werden Besinnungsaufsätze (oder wie die heissen) geschrieben, in den Fremdsprachen ohnehin, in Physik muss zu jeder Rechenaufgabe noch ein Abschnitt dazu als flüssiger Text geschrieben werden. Ebenfalls in Mathe werden zunehmend kurze "Aufsätze" verfasst: Statt dass man Beweise formal sauber führt, müssen sie nun mit möglichst jedem erdenklichen Fachbegriff vertextet werden.......ist ja schön und gut, dass man lernt sich mitzuteilen. Aber es erschwert die Korrektur und macht die Notenbildung auch noch von den Fächern undurchsichtig, wo es früher richtig oder falsch gab.

      lg,

      füchsle
    • Re: Nur mehr digitale Lehrbücher für kalifornische Schulen

      "neleabels" schrieb:

      Könntest du mir erklären, wie ich eine schriftliche Erötertung zu einem historischen Problem (d.h. eine Geschichtsklausur) mit dem Computer korrigieren kann?


      Nein, ich bin leider kein Hellseher. Und die "digitale Revolution" hat das Lehrwesen ja auch noch nicht erfasst, das schrieb ich ja. Das wird auch daran liegen, dass die Software dafür bisher nur in Ansätzen existiert.
      Aber ich versuche trotzdem mal den Blick in die Glaskugel:

      Ein Teil der Leistungserfassung wird natürlich durch Multiple-Choiche-Aufgaben abgefackelt, etwa wie bei Antolin und dem Mathe-Känguruh. Gut, in Geschichte in der Oberstufe wohl eher weniger.
      Aber ich habe mal gelesen, dass die Eignungstests für große amerikanische Hochschulen erstmal durch einen Textanlysator gejagt werden, um das sprachliche Niveau zu vor zu klassifizieren.
      Da drum herum wird sicher irgendein Workflow liegen, der Dinge wie Eingangsbestägigung, Archivierung, Formatierung, Plagiatsprüfung, Notenerfassung, Leistungsrückmeldung und solche Dinge regelt.
      Und der Rest, den wird halt ein Lehrer machen. Während parallel eine Hilfskraft die Laptops verarztet und die Kinder beim Abspulen des allmorgendlichen Übungs- und Testprogrammes beaufsichtigt. Und danach geht die Hilfskraft rüber in die Schulkantine um Essen auszugeben - der Lehrer einscheint vor der Klasse mit ellenlangen Auswertungen und Sorgenfalten.
      Und ich will ja mal hoffen, dass auch Nachmittags für jedes (Haupt-)Fach mindestens ein Lehrer per Videotelefonie eine fachliche Hotline bedient - und dabei die relevanten Schülerleistungen schon auf dem Schirm hat, bevor er den Hörer abnimmt.


      - Martin
      Chemie ist wenn es kracht und stinkt, Physik ist wenn es nicht gelingt.
    • Re: Nur mehr digitale Lehrbücher für kalifornische Schulen

      Das sieht auch Terry Moe so. Die geplante Digitalisierung der Lehrbuchinhalte, betont der Stanford-Professor, sei lediglich die notwendige Bedingung für den pädagogischen Neuanfang. Mittelfristig werde das Ende gedruckter Lehrwerke zu einer Demokratisierung des Lese- und Arbeitsmaterials führen. »Dann dürften digitale Schulbücher ähnlich wie Wikipedia aus der Feder vieler kundiger Autoren stammen – und das zu einem minimalen Preis, weil es sich um frei zugängliche Quellen handeln wird.« Ob die Schulbuchverlage auf beiden Seiten des Atlantiks einer solchen Entwicklung tatenlos zusehen würden, darf indes bezweifelt werden.

      <!-- m --><a class="postlink" href="http://www.zeit.de/2009/29/C-Kalifornien">http://www.zeit.de/2009/29/C-Kalifornien</a><!-- m -->

      Wenigstens hat sich ein Stanford-Professor meiner Meinung angeschlossen. ;)


      Was Schwarzenegger nicht sagte: Der Staat hat kein Geld, für die Schüler die Hardware in Form von Netbooks oder mobilen Lesegeräten anzuschaffen. Kinder, deren Eltern sich die Geräte nicht leisten können, werden zumindest in einer Übergangsphase mit Computerausdrucken klarkommen müssen.

      Amerika ist eine schlechte Wahl, wenn man vor hat, arm zu sein.


      - Martin
      Chemie ist wenn es kracht und stinkt, Physik ist wenn es nicht gelingt.
    • Re: Nur mehr digitale Lehrbücher für kalifornische Schulen

      "UBI" schrieb:


      Gruß

      Ubi

      Trotzdem: ich finde, ein "echtes" Buch hat auch etwas Ästhetisches. Da kann eine Sammlung von Ausdrucken irgendwie nicht mithalten. Und ein e-Reader auch nicht. Aber wahrscheinlich werde ich nur alt...


      Mir geht es genauso :roll:
    • Re: Nur mehr digitale Lehrbücher für kalifornische Schulen

      Irgendwie fehlt hier schon jegweder Hinweis auf Einsparungen durch Schulbuch-Laptops:
      Schüler, Lehrer und Professoren machen sich auf das Schlimmste gefasst. Klassengrößen könnten auf bis zu 50 Schüler anwachsen. Viele Klassen und Studienfächer werden einfach gestrichen, Studiengebühren angehoben, neue Schulbücher und andere Materialien fallen dem Rotstift zum Opfer.

      <!-- m --><a class="postlink" href="http://bildungsklick.de/a/69361/kalifornien-schulen-und-universitaeten-in-geldnot/">http://bildungsklick.de/a/69361/kalifor ... n-geldnot/</a><!-- m -->

      Trotzdem, langfristig wird sich m.E. das Common-Creative-Schulbuch durchsetzen.
      Weil es Eltern mobilisieren wird. Und das sind nun mal nicht wenige.


      - Martin
      Chemie ist wenn es kracht und stinkt, Physik ist wenn es nicht gelingt.
    • Re: Nur mehr digitale Lehrbücher für kalifornische Schulen

      Ich weiß, daß es im Nachbarkreis eine Realschule gibt, die Laptops vorschreibt. Wird über die Schule bestellt- muß von den Eltern, und zwar von Allen bezahlt werden. Kosten liegen bei ca. 500 Euro. Dafür müssen die Schüler aber auch kaum Bücher, Hefte, etc..anschaffen und rumschleppen. Ich hab es nie ausgerechnet, aber ich denke, für sämtliches Zubehör eines Realschülers von Klasse 5 bis 10 gibt man sicher genauso viel aus, aber eben nicht auf einmal....

      Sollte sowas allgemein verpflichtend sein, müsste eine Regelung über die Kosten getroffen werden- drei Kinder und alle brauchen einen Laptop- das würde nicht billig. Vor allen Dingen, weil es ja ein ganz bestimmtes Modell sein muß....Gut, es kann in Raten gezahlt werden - und die Schule erstattet nach Abschluß von Klasse 10 den Restwert ( obwohl mich interessieren würde, wie hoch der Restwert wohl im Jahre 2014 sein wird :D ).

      Einen unschlagbareren Vorteil würde ich darin sehen, daß die Schüler mehr in ihrem eigenen Tempo lernen können.
    • Re: Nur mehr digitale Lehrbücher für kalifornische Schulen

      Hat eigentlich jemand gehört, ob Kalifornien die Schulbücher wirklich abgeschafft hat?
      Seit kurzem gibt es ja eBook-Reader und Tablets schon deutlich unter 100$.
      Da müsste der Pleitestaat doch wieder in Versuchung kommen...

      - Martin
      Chemie ist wenn es kracht und stinkt, Physik ist wenn es nicht gelingt.
    • Re: Nur mehr digitale Lehrbücher für kalifornische Schulen

      Na, Arnie ist doch jetzt weg und muss woanders das Geld für seine Scheidung und seine unehelichen Kinder zusammenkratzen - und damit ist vermutlich auch das innovative digitale Lernprojekt gestorben...

      Obwohl! : <!-- m --><a class="postlink" href="http://www.edweek.org/dd/articles/2011/02/09/02books.h04.html">http://www.edweek.org/dd/articles/2011/ ... s.h04.html</a><!-- m -->
      The digital-textbook initiative in the Riverside schools is one example of the pockets of innovative digital-textbook use in K-12 schools around the country. But the reality, in most places, is that schools are struggling to find the money to build the infrastructure to support digital textbooks and provide students with the tools they need to access the materials.

      What’s more, schools must secure the political support needed to change long-established policies around textbook adoption that are seen as barriers to the use of e-textbooks. And, beyond those policy barriers, many educators and students still say that a printed textbook is a better teaching and learning tool for them than a digital one for a variety of reasons, a perspective that some experts say should not be discounted.
    • Re: Nur mehr digitale Lehrbücher für kalifornische Schulen

      "oh-ein-papa" schrieb:

      Hat eigentlich jemand gehört, ob Kalifornien die Schulbücher wirklich abgeschafft hat?
      Seit kurzem gibt es ja eBook-Reader und Tablets schon deutlich unter 100$.
      Da müsste der Pleitestaat doch wieder in Versuchung kommen...


      Leider nein.

      Die Kosten verursachen nicht die Geräte sondern die Lizenzen - die E-Bücher müssten nämlich in Klassensatzstärke für teuer Geld von den Schulbuchverlagen erworben werden; und dass das DRM von Digitalmedien gegenüber den althergebrachten Medien nicht unbedingt Vorteile für den Benutzer bringt, muss ich keinem erzählen.

      Das momentane Copyright schmeißt einem nur Knüppel zwischen die Beine (wie schon Scharfmacherlobbyist Kauder erleiden durfte.) Als Beamter einer Bildungsbehörde stapft man der Erstellung von Online-Materialien rechtlich mit dicken Eisenkugeln an den Beinen knietief durch einen trüben Sumpf, in dem auch noch überall Bärenfallen versteckt sind. Es ist für mich zum Teil weniger aufwendig, Photos aus dem Internet eigenhändig abzuzeichen, als mir die Nutzungsrechte zu beschaffen. Und von der Nutzung von Youtube-Videos will ich gar nicht erst anfangen...

      Nele
      Isn't it enough to see that a garden is beautiful without having to believe that there are fairies at the bottom of it too? - Douglas Adams
    • Re: Nur mehr digitale Lehrbücher für kalifornische Schulen

      Beamter einer Bildungsbehörde stapft man der Erstellung von Online-Materialien rechtlich mit dicken Eisenkugeln an den Beinen knietief durch einen trüben Sumpf, in dem auch noch überall Bärenfallen versteckt sind. Es ist für mich zum Teil weniger aufwendig, Photos aus dem Internet eigenhändig abzuzeichen, als mir die Nutzungsrechte zu beschaffen. Und von der Nutzung von Youtube-Videos will ich gar nicht erst anfangen...
      So ist es. Das net ist VOLL von wirklich genialen, anregenden und hochaktuellen Materialien ...wenn man sie denn nur nutzen dürfte. Mich erfüllt das auch immer wieder mit Zorn.
      Auch lo-net - eigentlich eine wirklich gute Plattform - wird durch die copyright-Einschränkungen auf 10% dessen reduziert, was man damit tatsächlich binnendifferenzierend, fördernd und fordernd machen könnte...
    • Re: Nur mehr digitale Lehrbücher für kalifornische Schulen

      Wo's gerade halbwegs zum Thema passt:
      Urheberrecht: Gericht bestätigt Intranet-Klausel für Lehrer

      Das Landgericht Stuttgart hat im Streit um die sogenannte Intranet-Klausel im Urheberrechtsgesetz entschieden, dass Bildungseinrichtungen Schülern und Studenten bis zu 10 Prozent eines geschützten Werkes online zur Verfügung stellen dürfen. Dies entspreche dem Anliegen des Gesetzgebers in Paragraf 52a Urheberrechtsgesetz, wonach Lehrer und Wissenschaftler "kleine Teile" von Werken einem "bestimmt abgegrenzten Bereich von Unterrichtsteilnehmern" öffentlich zugänglich machen dürfen, heißt es in einem jetzt veröffentlichten Urteil (PDF-Datei) der 17. Zivilkammer von Ende September (Az.: 17 O 671/10). Die Möglichkeit eines Downloads etwa einer PDF-Datei sei dabei aber zu unterbinden.

      [...]

      <!-- m --><a class="postlink" href="http://www.heise.de/newsticker/meldung/Urheberrecht-Gericht-bestaetigt-Intranet-Klausel-fuer-Lehrer-1358590.html">http://www.heise.de/newsticker/meldung/ ... 58590.html</a><!-- m -->

      Dem technisch interessierten - siehe die Kommentare - ist natürlich klar, dass es keinen signifikanten Unterschied zwischen einem HTML-Dokument und einem PDF-Dokument gibt.
      Außer, dass PDF-Dokumente relativ wirksam etwa gegen Drucken sowie Copy&Paste geschützt werden können.
      Aber so solche kleinen Patzer passieren halt in der realen Rechtsprechung.


      - Martin
      Chemie ist wenn es kracht und stinkt, Physik ist wenn es nicht gelingt.