Schüler dürfen nicht zu Russisch gezwungen werden

    • Schüler dürfen nicht zu Russisch gezwungen werden

      Per Losverfahren sollten etliche Gymnasiasten aus Sachsen zum Russisch-Unterricht verpflichtet werden. Dabei wollten sie eigentlich Französisch lernen. Zwei Dresdner Schüler haben dagegen geklagt - und jetzt Recht bekommen.

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      Was es nicht alles gibt im wilden Osten.
      Aber ein sonderlich kundenorientiertes Unternehmen waren die Schulen ja noch nie. =D>

      Wobei die Rechtsprechung da auch nicht gerade kundenfreundlich ist:
      Im Fall der beiden Schüler des Bertolt-Brecht-Gymnasiums beurteilte das Gericht die Lage aber anders: In den Französischkursen der 6. Klasse könnten mindestens noch zwei weitere Schüler untergebracht werden, das ließen die Raumkapazitäten zu. Zwar werde damit die Klassenobergrenze von 28 Schülern überschritten - wegen der außergewöhnlichen Situation sei aber "in besonderem Maße auf eine effektive Ausnutzung der vorhandenen räumlich und personellen Kapazitäten zu achten".


      Aber Glückspiel scheint ja in Sachsen Tradition zu haben:
      Nicht immer geht es allerdings um den Russisch-Unterricht, manchmal ist es auch genau andersherum: Geradezu bizarr ist die Situation in Dresdens Nachbarstadt Radebeul. Hier fehlten Kinder für einen Französischkurs - und auch hier wurden die Plätze verlost.


      - Martin
      Chemie ist wenn es kracht und stinkt, Physik ist wenn es nicht gelingt.
    • Re: Schüler dürfen nicht zu Russisch gezwungen werden

      Halte ich für unzumutbar.

      Allerdings und zur Erinnerung: für Schulen gilt wie bei Webdienstleistungen wie Facebook - wenn du nicht zahlst, bist du nicht der Kunde.
      &quot;Schlimmes geschähe dir da, mein Bester, wenn du nach Athen gekommen, wo in ganz Hellas die größte Redefreiheit herrscht, dann hier als einziger an ihr nicht teilhaben solltest. Aber setze auch dagegen: wenn du weitläufig redest und nicht das Gefragte beantworten willst, dass auch mir Schlimmes geschähe, wenn ich nicht weggehen dürfte, ohne dich zu hören.&quot; (Platon, Gorgias)
    • Re: Schüler dürfen nicht zu Russisch gezwungen werden

      Die Klage hätte von mir sein können.

      Wie wird das denn in anderen Schulen gehandhabt? An "unserem" Gymnasium ist die Sprachenfolge vorgegeben. Aber oft kann man ja wählen zwischen mindestens zwei FS. Was passiert - rein logistisch -, wenn alle dieselbe Sprache lernen wollen? Wenn jeder Franz lernen möchte, was wird dann aus den Span- und Ital- Lehrern? Und woher zaubert man die ganzen Franz-Lehrer? Und wie geht man damit um, wenn sich das von Jahr zu Jahr ändert?

      Aus meiner eigenen Oberstufenzeit kenne ich es, dass man bei Fächern, zu denen sich nur ein paar Schüler zusammengefunden haben, diese für diesen speziellen Kurs an einer Nachbarschule untergebracht hat. Aber in der Mittelstufe mit Einzelstunden und den recht jungen Schülern geht das natürlich nicht.

      Und an den Grundschulen ist oft schon bei der Anmeldung klar, wie wahrscheinlich es ist, dass ein Franz-Kurs als erste FS angeboten wird. Da hat man dann Zeit, sich zu überlegen, wie wichtig das einem ist und ob man ggf. die Schule wechseln würde.

      Aber Russisch geht ja gar nicht.
    • Re: Schüler dürfen nicht zu Russisch gezwungen werden

      Ich finde Russisch lernen prinzipiell echt klasse, damit hat man auf dem Arbeitsmarkt sicher mal ganz gute Chancen, auch wenn man nicht perfekt ist. Französisch lernt ja fast jeder Gymnasiast bei uns als zweite Fremdsprache (außer, erhat Latein).
      Vielleicht hätte man versuchen können, das Russisch lernen den Kindern irgendwie als etwas besonderes zu verkaufen.

      Russisch lernen, wenn man es gar nicht will, stell ich mir hart vor. Die kyrillischen Buchstaben...

      An der Schule meines Sohnes können aber auch nicht alle Spanisch als dritte Sprache wählen. Ein Teil kommt über die Englisch u. Franz -Note rein, bzw. Englisch Latein. Der Rest wird gelost. Wer Pech hat, muss sich zwischen NWT und Franz entscheiden, wobei nur die Kinder mit Englisch - Latein eine Wahl haben, die andren landen im NWT Kurs und können keine 3. Sprache lernen. Da ist noch nie jemand auf die Idee gekommen, zu klagen.

      usernick hat aber recht, wenn nur für eine Klasse Franz-Lehrer da sind, kann man auch nur eine eröffnen. Die Klasse bis über den Anschlag hinaus füllen, ist vermutlich nicht möglich, denn wenn dann vom Jahrgang drüber welche sitzen bleiben, dann hat die begehrte Franz-Klasse u. U. schnell mal über 30 Schüler.