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1

Samstag, 20. Dezember 2008, 11:14

Empathie

Die beste "Lernmethode" ist weniger ein theoretischer Ansatz, als zuerst einmal eine Vorgehensweise. Lehrer/innen müssen menschlich vorgehen und Empathie für ihre Schüler zeigen,. Sie müssen sich in die Schüler hineinversetzen können, sie verstehen; das heisst nicht, dass sie damit den Schülern auch alles erlauben!

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hilde

Anfänger

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2

Samstag, 20. Dezember 2008, 11:35

Re: Empathie

Es wäre nicht verkehrt, herauszufinden, wie Empathie sich zeigt, wie sie wirkt und wie sie als professionelle Qualität Lehrern vermittelt werden kann.

hilde

3

Samstag, 20. Dezember 2008, 12:06

Re: Empathie

haben nicht die meisten Lehrer Empathie für ihre Schüler ? Manche sogar dermaßen viel, dass sie sich selbst total aufreiben....

4

Samstag, 20. Dezember 2008, 16:28

Re: Empathie

Empathie heisst für mich nicht MItgefühl und fehlende Distanz. Das Sich-Hineinversetzen in den Schüler führt dazu, dass auch Konflikte schon frühzeitig ausgemacht werden können und daher schon von Grund auf angegegangen werden. Empathie meint also verstehen, aber nicht unbedingt Verständnis; nur, wenn man weiss wie ein bestimmtes Verhalten eines Schülers zustande kommt (das ist ja immer individuell bedingt), kann man adäquat reagieren. Leider ist es in der Praxis trotzdem manchmal so, dass Lehrer durch die Schüler durchsehen, sie nicht wirklich als Individuen wahrnehmen und daher alles andere als "empathisch" vorgehen. Klar ist natürlich, dass auch bei Empathie immer die nötige Distanz zum Schüler und seinem möglichen Problem geboten sein muss: Lehrer sind keine Psychologen und müssen natürlich auch den Überblick behalten.

5

Samstag, 20. Dezember 2008, 16:44

Re: Empathie

Zitat von »"jacla"«

Empathie heisst für mich nicht MItgefühl und fehlende Distanz. Das Sich-Hineinversetzen in den Schüler führt dazu, dass auch Konflikte schon frühzeitig ausgemacht werden können und daher schon von Grund auf angegegangen werden. Empathie meint also verstehen, aber nicht unbedingt Verständnis; nur, wenn man weiss wie ein bestimmtes Verhalten eines Schülers zustande kommt (das ist ja immer individuell bedingt), kann man adäquat reagieren. Leider ist es in der Praxis trotzdem manchmal so, dass Lehrer durch die Schüler durchsehen, sie nicht wirklich als Individuen wahrnehmen und daher alles andere als "empathisch" vorgehen. Klar ist natürlich, dass auch bei Empathie immer die nötige Distanz zum Schüler und seinem möglichen Problem geboten sein muss: Lehrer sind keine Psychologen und müssen natürlich auch den Überblick behalten.


ach ja: professionell, mit Einfühlunsgsvermögen, aber bitte nicht zu viel, den Schüler als Individuum wahrnehmen und entsprechend auf ihn eingehen, dabei aber gleichzeitig die anderen 32 Prinzchen pro Klasse im Blick haben. Dazu noch jedem individuell sein Methodensüppchen kochen und dabei immer gut gelaunt und ausgeglichen sein-- geht das überhaupt ??

6

Samstag, 20. Dezember 2008, 17:02

Re: Empathie

Wer als Lehrer davon ausgeht, dass immer alles klappen muss, hat schon verloren. Es gibt sicher auch Schülergruppen und Konstellationen, z.T. auch schulextern bedingt, die bei allen pädagogischen Ansätzen Erfolge schwer machen. Ein guter Lehrer muss auch damit leben können, dass es mal schief läuft. Aber: Dass Ansätze wie die Empathie nicht immer funktionnieren, heisst das, dass man nicht auf sie zurückgreifen sollte und mit Scheunklappen durch die Schüler laufen sollte oder eine Mauer zwischen Schüler und Lehrer aufbauen sollte? Solche Methoden (sind das überhaupt welche) wären zu 100% zum Scheitern verurteilt. Also: Welche Alternativen gibt es? Lieber eine die zu 60 oder 75 Prozent klappt als gar keine!

7

Samstag, 20. Dezember 2008, 17:36

Re: Empathie

Zitat von »"Leinwand"«

ach ja: professionell, mit Einfühlunsgsvermögen, aber bitte nicht zu viel, den Schüler als Individuum wahrnehmen und entsprechend auf ihn eingehen, dabei aber gleichzeitig die anderen 32 Prinzchen pro Klasse im Blick haben. Dazu noch jedem individuell sein Methodensüppchen kochen und dabei immer gut gelaunt und ausgeglichen sein-- geht das überhaupt ??


So geht das selbstverständlich nie. Wer als Lehrer davon ausgeht, dass immer alles klappen muss, hat schon verloren. Es gibt sicher auch Schülergruppen und Konstellationen, z.T. auch schulextern bedingt, die bei allen pädagogischen Ansätzen Erfolge schwer machen. Ein guter Lehrer muss auch damit leben können, dass es mal schief läuft. Aber: Dass Ansätze wie die Empathie nicht immer funktionnieren, heisst das, dass man nicht auf sie zurückgreifen sollte und mit Scheunklappen durch die Schüler laufen sollte oder eine Mauer zwischen Schüler und Lehrer aufbauen sollte? Solche Methoden (sind das überhaupt welche) wären zu 100% zum Scheitern verurteilt. Also: Welche Alternativen gibt es? Lieber eine die zu 60 oder 75 Prozent klappt als gar keine!

8

Samstag, 20. Dezember 2008, 17:39

Re: Empathie

ja klar, da gebe ich dir recht !!

Was ich allerdings nicht ganz vertshe, ist das Anleigen dieses threads.

Das ist doch alles nichts Neues oder Ungewöhnliches oder Abgelegenes.
Ich behaupte , das ist Schulalltag !!! :D ,

9

Sonntag, 21. Dezember 2008, 17:34

Re: Empathie

Zitat von »"Leinwand"«

ja klar, da gebe ich dir recht !!

Was ich allerdings nicht ganz vertshe, ist das Anleigen dieses threads.

Das ist doch alles nichts Neues oder Ungewöhnliches oder Abgelegenes.
Ich behaupte , das ist Schulalltag !!! :D ,



Mir ging es aber eben darum, das Stichwort "Empathie" im Rahmen der Lernmethoden zu nennen (und vielleicht zur Diskussion zu stellen), da ich nicht der Meinung bin, dass jeder Lehrer so im Schulalltag arbeitet. In der Realwelt fehlt leider häufig eine gesunde Portion Empathie, auch wenn es richtig ist, dass sie eigentlich zum Schulalltag gehören müsste.

Panama

Schüler

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10

Donnerstag, 25. Dezember 2008, 21:37

Re: Empathie

Also ehrlich: Empathie hin oder her.....
ich bin behaupte ich mal mit Sicherheit eine empathische Lehrerin. Allerdings bilde ich mir nicht ein, dass deswegen alle Schüler mit MIR klar kommen.
Oder, noch schlimmer: Ein Schüler, der mich mag und bei dem meine Empathie richtig ankommt, kann trotzdem mit meiner Didaktik und Methodik nicht klar kommen....... Lehren und lernen ist eine viel zu komplexe Angelegenheit, um sie nur auf Empathie, richtige Methoden, richtige Schulbücher oder über was sonst noch diskutiert wird, zu reduzieren......

Das wäre viel zu einfach und schön, um wahr zu sein ;-(


Panama

11

Samstag, 27. Dezember 2008, 12:29

Re: Empathie

Zitat von »"Panama"«

Also ehrlich: Empathie hin oder her.....
ich bin behaupte ich mal mit Sicherheit eine empathische Lehrerin. Allerdings bilde ich mir nicht ein, dass deswegen alle Schüler mit MIR klar kommen.
Oder, noch schlimmer: Ein Schüler, der mich mag und bei dem meine Empathie richtig ankommt, kann trotzdem mit meiner Didaktik und Methodik nicht klar kommen....... Lehren und lernen ist eine viel zu komplexe Angelegenheit, um sie nur auf Empathie, richtige Methoden, richtige Schulbücher oder über was sonst noch diskutiert wird, zu reduzieren......

Das wäre viel zu einfach und schön, um wahr zu sein ;-(


Panama


Aber es ist ja keineswegs so, dass ein empathischer Lehrer von jedem gemocht wird. Empathie kann manchen Schüler sogar stören, da er eine/n Lehrerin vor sich hat die möglicherweise sein Verhalten antizipieren und interpretieren kann, was noch lange nicht jedem Schüler genehm ist. Das heisst, dass Empathie und "gemocht werden" oder "nur lieb sein" absolut nicht gleichzusetzen ist. Empathie ist sehr vielschichtiger und komplexer, ist und bleibt jedoch immer nur ein Element (allerdings ein wichtiges) :D unter vielen pädagogischen Methoden.

oh-ein-papa

Moderator

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12

Samstag, 27. Dezember 2008, 23:38

Re: Empathie

Von einer "pädagogischen Methode" würde ich erwarten, dass sie (systematisch) gelehrt werden kann.
Wie stellst Du Dir das denn vor?

- Martin
Chemie ist wenn es kracht und stinkt, Physik ist wenn es nicht gelingt.

Bolzbold

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13

Montag, 29. Dezember 2008, 14:08

Re: Empathie

Zitat von »"jacla"«


Mir ging es aber eben darum, das Stichwort "Empathie" im Rahmen der Lernmethoden zu nennen (und vielleicht zur Diskussion zu stellen), da ich nicht der Meinung bin, dass jeder Lehrer so im Schulalltag arbeitet. In der Realwelt fehlt leider häufig eine gesunde Portion Empathie, auch wenn es richtig ist, dass sie eigentlich zum Schulalltag gehören müsste.


Sorry, aber ich sehe nicht den Sinn darin, über Selbstverständlichkeiten zu diskutieren. Diskussionen auf Stammtischniveau, die einem Teil der Lehrerschaft Kompetenz A oder Persönlichkeitsmerkmal B absprechen und dann weltverbesserisch proklamieren, dass wenn Kompetenz A oder Persönlichkeitsmerkmal B bei allen stärker vorhanden wäre, die Welt besser wäre, hatten wir hier zu genüge.

Wohin soll das führen?

Analog dazu: Wieso sind nicht alle Lehrer perfekt? Wären sie perfekt, wäre doch alles gut. Also lasst uns darüber diskutieren. (Oder auch lieber nicht).

Gruß
Bolzbold
Wer als Ar*** geboren wurde, der konnte doch nur Lehrer werden. ;-)

Ach ja: Wer in diesem Statement die Ironie findet, darf sie behalten. ;-)

14

Montag, 29. Dezember 2008, 15:59

Re: Empathie

Zitat von »"Bolzbold"«


Sorry, aber ich sehe nicht den Sinn darin, über Selbstverständlichkeiten zu diskutieren. Diskussionen auf Stammtischniveau, die einem Teil der Lehrerschaft Kompetenz A oder Persönlichkeitsmerkmal B absprechen und dann weltverbesserisch proklamieren, dass wenn Kompetenz A oder Persönlichkeitsmerkmal B bei allen stärker vorhanden wäre, die Welt besser wäre, hatten wir hier zu genüge.

Wohin soll das führen?

Analog dazu: Wieso sind nicht alle Lehrer perfekt? Wären sie perfekt, wäre doch alles gut. Also lasst uns darüber diskutieren. (Oder auch lieber nicht).

Gruß
Bolzbold



Leider zeigt auch dieser Beitrag wieder wie die Diskussionen im Schulbereich sehr oft laufen: nämlich nach einer schwarz/weiss- Zuordnung- nach einem recht einfachen Schubladendenken. Wer bloss die Beiträge zum Thema Empathie in diesem Forum gelesen hat, müsste eigentlich verstanden haben, dass es nicht darum geht, irgendeinem Lehrer irgendetwas abzusprechen!
Warum ein Stammtischniveau besteht, wenn über Empathie gerdet wird, ist mir allerdings auch schleierhaft. Auch, dass Lehrer perfekt sein müssten, wird zumindest in vorliegender Diskussion von niemendem beghauptet - das wäre ja auch eher unheimlich; wenn Perfektion verlangt würde, dann gebe es keine Menschlichkeit! Dass aber akuter Diskussionsbedarf in der Schule nötig ist, beweisst eben obiger Beitrag. Fazit: Bitte nicht alles gleich niederschmettern und den Kopf in den Sand stecken, sondern allen Ansätzen eine Chance geben, ob man nun Lehrer, Eltern oder Schüler ist.

Werden wir aber wieder etwas nüchterner: Empathie ist keine Wissenschaft, die 100% gelehrt werden kann, ich bin aber der Überzeugung, dass sie dennoch zu grossen Teilen, beispielsweise einem Lehramtsanwärter vermittelt werden kann, wenn auch letztlich der sozialpsychologische und der biographische Hintergrund des Lehrenden als Vorraussetzung eine wichtige Rolle spielt.

Das Problem bei unserer Empathiediskussion in diesem Forum ist ja auch, dass jeder unter Empathie etwas anderes versteht (so scheint mir), letztlich besteht sie aber aus sehr vielen Facetten, die sehr differenziert diskutiert werden müssen, das ist aber leider in einem Forum schwer möglich, da hier notgedrungen die Beiträge etwas kürzer ausfallen müssen.

Bolzbold

Moderator

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15

Montag, 29. Dezember 2008, 22:35

Re: Empathie

Zitat von »"jacla"«


Leider zeigt auch dieser Beitrag wieder wie die Diskussionen im Schulbereich sehr oft laufen: nämlich nach einer schwarz/weiss- Zuordnung- nach einem recht einfachen Schubladendenken. Wer bloss die Beiträge zum Thema Empathie in diesem Forum gelesen hat, müsste eigentlich verstanden haben, dass es nicht darum geht, irgendeinem Lehrer irgendetwas abzusprechen!


Also ich habe sie gelesen. Wenn Du schreibst, dass das Deiner Meinung nach Lehrern fehlt, dann sprichst Du es ihnen ab. Ich habe Deine These lediglich verallgemeinert und zugespitzt.
Überspitzt lautet Deine Aussage doch: "Empathie ist der (oder fairerweise "ein") Schlüssel zum Erfolg, leider haben das nicht alle Lehrer. Wenn es mehr Lehrer hätten, wäre die Welt besser. Wie seht Ihr das?"

Natürlich spitze ich das polemisch zu. Ich frage mich nur, wo da konkret Diskussionsbedarf sein soll? Jeder Lehrer hier im Forum wird Empathie als etwas wichtiges ansehen, jedoch auch die Möglichkeiten und Grenzen bzw. die Problematik der Erlernbarkeit kennen. Darüber hinaus ist der Aspekt der Empathie als etwas förderliches im Lernprozess keinesfalls neu.

Zitat


Warum ein Stammtischniveau besteht, wenn über Empathie gerdet wird, ist mir allerdings auch schleierhaft. Auch, dass Lehrer perfekt sein müssten, wird zumindest in vorliegender Diskussion von niemendem beghauptet - das wäre ja auch eher unheimlich; wenn Perfektion verlangt würde, dann gebe es keine Menschlichkeit! Dass aber akuter Diskussionsbedarf in der Schule nötig ist, beweisst eben obiger Beitrag. Fazit: Bitte nicht alles gleich niederschmettern und den Kopf in den Sand stecken, sondern allen Ansätzen eine Chance geben, ob man nun Lehrer, Eltern oder Schüler ist.


Sei mir bitte nicht böse, aber so sehr kann man mein Posting doch wirklich nicht missverstehen, oder?
Lies Dir doch bitte meinen Beitrag noch einmal durch und schau Dir an, was ich als Stammtischniveau bezeichnet habe. Nicht die Tatsache, DASS über Empathie geredet wird sondern WIE Du darüber redest, habe ich als Stammtischniveau bezeichnet.

Der Abschnitt mit der Perfektion war eine rhetorische Übertreibung, die die von mir als solche empfundene Banalität Deiner Forderung verdeutlichen sollte.

Falls Du mit "obigem Beitrag" meinen Beitrag als Beweis für die Notwendigkeit von Empathie - weil in meinem augenscheinlich fehlend - gemeint haben solltest, so kann ich mir den Schuh leider nicht anziehen.

Was das "Niederschmettern von neuen Ansätzen" angeht, so muss ich mich doch sehr wundern. Du tust so, als wäre Deine Erkenntnis irgendwie etwas völlig Neues, eine Reform, ein innovativer Ansatz, der jetzt von mir niedergeschmettert wird. Offenbar leben wir in unterschiedlichen Zeiten, denn Empathie ist als einer von mehreren essentiellen Faktoren im Lernprozess schon lange verankert.

Um Deinem Konter vorzubeugen, wieso ich das dann hier bitteschön nicht an den Tag lege: Mag ich jetzt eben gerade nicht.
Gruß
Bolzbold
Wer als Ar*** geboren wurde, der konnte doch nur Lehrer werden. ;-)

Ach ja: Wer in diesem Statement die Ironie findet, darf sie behalten. ;-)

neleabels

Fortgeschrittener

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16

Dienstag, 30. Dezember 2008, 09:44

Re: Empathie

Zitat von »"jacla"«

Werden wir aber wieder etwas nüchterner: Empathie ist keine Wissenschaft, die 100% gelehrt werden kann, ich bin aber der Überzeugung, dass sie dennoch zu grossen Teilen, beispielsweise einem Lehramtsanwärter vermittelt werden kann, wenn auch letztlich der sozialpsychologische und der biographische Hintergrund des Lehrenden als Vorraussetzung eine wichtige Rolle spielt.


Zitat

Das Problem bei unserer Empathiediskussion in diesem Forum ist ja auch, dass jeder unter Empathie etwas anderes versteht (so scheint mir), letztlich besteht sie aber aus sehr vielen Facetten, die sehr differenziert diskutiert werden müssen,


Empathie ist kein besonders komplexes oder umstrittenes Konzept; sie stellt die Fähigkeit dar, sich emotional in andere Menschen hinein zu versetzen und ihre Beweggründe zu verstehen, auch wenn man sie nicht teilt. That's it.

Abgesehen davon unterliegst du einem Kategoriefehler: Empathie ist eine menschliche Eigenschaft, keine pädagogische oder didaktische Methode; eine Einordnung von Empathie unter den Unterrichtsmethoden ist deshalb sinnlos - genauso gut könntest du "Phantasie", "Konzentrationsfähigkeit" oder "Stimmvolumen" als Lehrmethoden nennen.

Es steht außer Frage, dass ein Lehrer empathiefähig sein muss, das gehört zum Berufsspektrum. Man kann diese Fähigkeit vielleicht schulen, so wie das Stimmvolumen und die Konzentrationsfähigkeit auch, aber der Gedanke, dass Lehramtsstudenten nicht über Empathie verfügen, bevor sie entsprechende Kurse besucht haben, bzw. dass man den Lehrern extra nahelegen muss, doch bitteschön ihren Schülern verständnisvoll zu begegnen, ist, ähm, reichlich bizarr...

Was dieser Thread soll, verstehe ich auch nicht so ganz - Schülerorientierung und der emotionale Faktor beim Lernen sind ziemlich alte Hüte, was die Lerntheorie angeht. Einen neuen Ansatz sehe ich bei dir genau so wenig wie Bolzbold.

Nele
Isn't it enough to see that a garden is beautiful without having to believe that there are fairies at the bottom of it too? - Douglas Adams

17

Dienstag, 30. Dezember 2008, 14:10

Re: Empathie

Zitat von »"neleabels"«


Es steht außer Frage, dass ein Lehrer empathiefähig sein muss, das gehört zum Berufsspektrum. Man kann diese Fähigkeit vielleicht schulen, so wie das Stimmvolumen und die Konzentrationsfähigkeit auch, aber der Gedanke, dass Lehramtsstudenten nicht über Empathie verfügen, bevor sie entsprechende Kurse besucht haben, bzw. dass man den Lehrern extra nahelegen muss, doch bitteschön ihren Schülern verständnisvoll zu begegnen, ist, ähm, reichlich bizarr...

Nele


Mit den obigen 4 Zeilen meines Vorschreibers bin ich absolut einverstanden - habe ja auch nichts anderes behauptet! Mir ist aber aufgefallen, dass einige (bitte nicht lesen "alle") Lehrer offensichtlich über sehr viel theoretischen Ballast verfügen, aber von Empathie nicht nur wenig halten, sondern auch nicht über solche Ansätze verfügen, obwohl Empathie - wie ihr richtig sagt - ja eigenlich etwas normales im Lehrerberuf sein müsste (und bei den meisten Lehrern auch ist). Die Absicht meines Beitrages war es auf den Faktor Empathie aufmerksam zu machen - nicht als alleiniger Heilsbringer für sämtliche schulische Probleme, aber eben als ein Element, was bei einigen Lehrern brachliegt. Selbstverständlich gilt diese Kritik auch für andere Berufe (Ärzte etc.) Mein Anliegen war auch, dass, bevor neue Theorien diskutiert und eingesetzt werden, die Grundvorraussetzungen für den Lehrerberuf in den Mittelpunkt gesetzt werden müssen und dazu gehört (unter anderem) auch Empathie. Sich diese Fähigkeit bewusstzumachen könnte auch manchmal einigen Menschen helfen, besser mit Problemen klarzukommen. Ich gehe von Alltragsbeobachtungen in der Schule aus, vielleicht sind meine Beobachtungen aber auch nur marginale Aufnahmen von Lehrern, die keine empathische Zugänge haben, leider habe ich das aber manchmal festgestellt. Jeder hat natürlich seine Erfahrungswelt, ihr als Lehrer habt in euren Schulen andere Erfahrungen gemacht und da mag Empathie etwas Selbstverständliches sein - das ist dann auch gut so und ihr dürft das klein wenig Kritik dann nicht persönlich nehmen. Damit, glaube ich, ist diese Diskussion ja dann wohl auch klarer und, so hoffe ich, auch beendet.

18

Dienstag, 30. Dezember 2008, 18:26

Re: Empathie

Zitat von »"neleabels"«

Was dieser Thread soll, verstehe ich auch nicht so ganz - Schülerorientierung und der emotionale Faktor beim Lernen sind ziemlich alte Hüte, was die Lerntheorie angeht.


Vielleicht soll der thread weniger eine Diskussion über Sinn und Zweck einer Selbstverständlichkeit bewirken als simpel und einfach auf ein Buch aufmerksam machen, das wenige Wochen vor Threaderstellung bei "books-on-demand" erschienen ist. :)

lenila

Profi

Beiträge: 844

Wohnort: berlin

Beruf: Eltern

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19

Dienstag, 30. Dezember 2008, 22:11

Re: Empathie

Wenn ich das mal auf die Schülerebene übertragen darf: Wenn hier so viele user meinen, Empathie sei eine Selbstverständlichkeit, dann fällt mir als erstes das tolle Unterrichtsfach "Ethik" ein; für mich ist es auch absolut selbstverständlich, meinen Kindern Werte zu vermitteln, so dass ein solches Fach eigentlich überflüssig ist.

Nun weiß ich aber, dass es tausende Familien gibt, in denen Werte wie (da ist sie wieder ) Empathie, Zuverlässigkeit, Nächstenliebe, Zivilcourage nicht mehr auf der Tagesordnung stehen, und somit hätte das - mir persönlich verhasste - Fach durchaus seine Daseinsberechtigung.


Sicher, man kann Einfühlungsvermögen niemandem beibringen, der nicht 1. dazu bereit ist und 2. eine gewisse Basis dafür gelegt bekommen hat. Vielleicht war die Frage auch komisch formuliert, aber es ist doch wohl klar, dass die Welt eine bessere wäre, wenn alle Menschen empathischer wären, oder?

steve63

Schüler

Beiträge: 75

Wohnort: Bayern

Beruf: Lehrer

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20

Mittwoch, 31. Dezember 2008, 01:09

Re: Empathie

Zitat

Vielleicht soll der thread (...) simpel und einfach auf ein Buch aufmerksam machen, das wenige Wochen vor Threaderstellung bei "books-on-demand" erschienen ist. :)


:mrgreen:
Genau das dachte ich auch die ganze Zeit und hab gegrübelt,
wo mir in letzter Zeit dieses Buch schon einmal über den Weg gelaufen ist:
http://www.referendar.de/phpBB2/viewtopi…abed826bd3742ef

Vorgeschlagen von einem Neumitglied.
Find ich immer höchst amüsant.
:wink:
Vorallem wenn so ein "Tipp" der einzige Beitrag bleibt.
(Ein Schelm wer Böses dabei denkt - oder gar Werbung vermutet.)

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